Leipzig-Remis in Unterzahl

Rückkehr des Gefühlsmenschen Timo Werner

Von Sebastian Stier, Leipzig
14.08.2022
, 13:39
Umringt von seinen Mitspielern: Timo Werner bei seinem Einstand für Leipzig
Bei seiner Rückkehr nach Leipzig erzielt Nationalstürmer Timo Werner gleich ein Tor. Dass Köln dem Pokalsieger dennoch ein Unentschieden abringt, liegt an einem Platzverweis – und einem Eigentor.
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Zu den vielfältigen en Kritikpunkten, mit denen Timo Werner während seiner Zeit beim FC Chelsea konfrontiert wurde, zählte auch jener, dass er zu viele Torchancen vergibt. Unvergessen ist sein Fehlschuss im Halbfinale der Champions League 2021 gegen Real Madrid, als er den Ball aus kürzester Distanz nicht im Tor unterbringen konnte. Spätestens von da an hatte er seinen Ruf weg.

Umso zufriedener war der 26 Jahre alte Angreifer mit dem Verlauf seines ersten Bundesligaspiels nach der Rückkehr aus London. Auf seinen ersten Torschuss folgte gleich der erste Treffer für seinen neuen, alten Klub RB Leipzig. Aus rund 25 Meter schoss er den Ball aufs Kölner Tor. Nicht sonderlich hart oder platziert aber trotzdem mit so viel Effet, dass er den Kölner Torwart Marvin Schwäbe durch die Finger rutschte.

Bundesliga

Ein Geschenk, ganz klar – aber wann ist Werner zuletzt mit so viel Nettigkeit bedacht worden? Bei seinem Abschied von Chelsea jedenfalls nicht. Da rief ihm die englische Presse allerlei Hässliches hinterher. Werners Verpflichtung sei alles in allem ein „Coup, der zur Katastrophe wurde“, ätzte die „Times“.

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Gerade am Ende der letzten Saison habe er eine „miserable Figur gemacht“, schrieb der Guardian. Nein, es passte nicht zwischen Werner und den Engländern. Daran änderten auch der Gewinn der Champions League 2021 und die Tatsache, dass Werner dabei Chelseas zweiterfolgreichster Torschütze war, nichts.

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„Fußballer verdienen noch genug“

Werner, geboren in Stuttgart und fußballerisch sozialisiert beim VfB, ist ein Gefühlsmensch. Und als solcher zog es ihn zurück an den Ort, an dem er die bisher erfolgreichste und auch schönste Zeit seiner Karriere verbracht hat. Werners Rückkehr zählt zu den spektakulärsten Transfers dieses Sommers.

Sportlich sowieso, ein deutscher Nationalspieler im besten Alter zieht ein verhältnismäßiges Leichtgewicht einem Weltklub wie Chelsea vor. Was aber wirklich verwundert, ist der wirtschaftliche Aspekt. In Leipzig soll Werner angeblich sehr viel weniger verdienen als in London – die Rede ist von fast der Hälfte weniger. „Wir Fußballer verdienen immer noch genug. Für mich war es in erster Linie wichtig, dass ich wieder Spaß am Fußballspielen habe. Und auch diese Komponente kann mal zählen“, sagte Werner bei seiner Rückkehr.

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„Es hat sehr viel Spaß gemacht“

Kolportierte zehn Millionen Euro Jahresgehalt sorgen dafür, dass ihm der Spaß in Leipzig nicht abhanden kommt und er sich obendrein für die Nationalmannschaft empfehlen kann. Die spielt ja ab November bei der WM in Qatar, und für eben jene möchte Werner so gut wie möglich in Form sein.

Gegen Köln sah das dank des Treffers schon vielversprechend aus. „Als Stürmer muss man auch mal solche Tore mitnehmen, gerade am Anfang“, sagte Werner, der sich über den Zuspruch bei seiner Rückkehr mindestens genauso freute wie über sein Tor. „Es hat sehr viel Spaß gemacht. Die Fans haben mich nicht vergessen“, sagte er.

Bei allem Wohlgefühl, das Ergebnis trübte Werners Comeback dann doch. Nach seinem Führungstreffer schlugen die Kölner durch Florian Dietz, einem Stürmer, der in der vergangenen Saison in der Regionalliga West spielte, umgehend zurück. Auch Leipzigs zweite Führung, erzielt durch Christopher Nkunku, hielt nicht lange, weil Josko Gvardiol ein Eigentor unterlief.

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Das 2:2 gegen Köln bedeutete das zweite Leipziger Unentschieden im zweiten Spiel und war dennoch kein schlechtes Ergebnis, weil die Mannschaft nach der Roten Karte gegen Dominik Szoboszlai eine Halbzeit lang in Unterzahl spielen musste. Für Timo Werner war nach gut einer Stunde Schluss, entkräftet wurde er ausgewechselt. Er ging mit Applaus, auch dieses Gefühl hatte er lange vermisst.

Quelle: F.A.Z.
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