Bundesliga im Winter

FC Bayern schließt Transfer von Sané jetzt aus

Aktualisiert am 09.01.2020
 - 13:06
Leroy Sané kommt zumindest in diesem Winter nicht nach München.
Trainer Hansi Flick beklagt sich und fordert Transfers für die Münchner. Sportdirektor Hasan Salihamidzic ist irritiert und verweist auf Probleme beim Einkauf. Immerhin bei einer Personalie herrscht Klarheit – vorerst.

Fußball-Nationalspieler Leroy Sané wird in diesem Winter nicht zum FC Bayern wechseln. Das erklärte der Münchner Sportdirektor Hasan Salihamidzic bei einem Pressetermin am Donnerstagvormittag in Qatar im Trainingslager des Fußball-Bundesligaklubs. „Nein, er ist kein Thema im Winter“, sagte Salihamidzic auf eine entsprechende Frage. Sané hatte schon im vergangenen Sommer das Interesse der Bayern auf sich gezogen, ehe er sich in einem Spiel seines Klubs Manchester City schwer am Knie verletzte. Nun steigt er wieder ins Training ein. Wann genau er wieder spielen kann, ist aber noch ungewiss.

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Die angespannte Personallage sorgt beim deutschen Meister für einigen Zündstoff. Trainer Hansi Flick fordert von der Vereinsführung noch dringend Transferaktivitäten in der Winterpause. Nun gab der 43 Jahre alte Salihamidzic nach dem Vormittagstraining im Teamhotel den Stand der Dinge wieder. „Hansi Flick hat die gegenwärtige Situation bewertet und ist zu dem Schluss gekommen: Wir müssen uns verstärken“, sagte Salihamidzic. Er sei mit dem Trainer in ständigem Austausch. „Wir prüfen jede Option, aber unseren Kader in der Winterpause zu verstärken, ist schwer.“ Der Spieler müsse „unsere Ansprüche erfüllen. Er muss uns gleich helfen. Es ist natürlich schwer. Top-Spieler werden von den Klubs nicht freigegeben. Leihe oder Kauf – wir prüfen alles.“

Irritiert und verstimmt zeigte sich Salihamidzic vom öffentlichen Vorpreschen des Trainers. „Ich war überrascht über diese mediale Kaderplanung, die der Hansi betrieben hat. Wir stehen eigentlich ständig im Austausch. Ich bin kein Freund von medialer Kaderplanung.“ Flick hatte sich am Vortag besorgt gezeigt. „Die Personalsituation ist echt mau“, sagte er. „Wir brauchen auf jeden Fall noch Verstärkung“, legte Flick in der „Süddeutschen Zeitung“ (Donnerstag-Ausgabe) noch nach.

Der 54-Jährige benannte auch die Anzahl an Akteuren und die konkreten Positionen: „Ich denke da an mindestens zwei Spieler – auf jeden Fall einen für die Defensive und vielleicht auch für die offensive Außenbahn.“ Inhaltlich zeigte Salihamidzic in Doha durchaus Verständnis für den Coach. „Der Hansi spürt jetzt als Cheftrainer den Erwartungsdruck“, sagte der Sportdirektor. Raschen Vollzug wird Salihamidzic so oder so nicht vermelden können: „Wir sind noch in keiner Sache weit.“ Ein Winter-Transfer sei zudem nicht ausschlaggebend für die hohen Münchner Saisonziele, sagte er: „Die Zukunft des FC Bayern hängt nicht von einem Rechtsverteidiger ab.“

Salihamidzic hatte zuletzt mehrmals auf die Schwierigkeit von erfolgreichen Winter-Transfers hingewiesen. Er sagte aber auch auf der Anreise nach Qatar am vergangenen Wochenende: „Wir lassen uns alle Optionen offen und werden sehen, was möglich ist.“ Flick hatte am Mittwoch nach dem Training ein Klagelied angestimmt, weil in Qatar auch Nationalspieler Serge Gnabry wegen anhaltender Achillessehnenprobleme nicht mit der Mannschaft trainieren kann.

Er sieht den deutschen Serienmeister, der mit vier Punkten Rückstand auf Spitzenreiter RB Leipzig als Jäger in die Bundesliga-Rückrunde geht, bei der aktuellen Verletzungslage „nicht optimal“ aufgestellt, um die hohen Saisonziele in drei Wettbewerben erreichen zu können. Die Bayern müssen definitiv ohne die Abwehrspieler Niklas Süle, Javi Martínez und Lucas Hernández sowie Flügelstürmer Kingsley Coman in die zweite Saisonhälfte starten. Zudem fehlt Nationalspieler Joshua Kimmich im ersten Ligaspiel am 19. Januar gegen Hertha BSC gesperrt. Und Flick kann aktuell für Berlin auch Gnabry nicht einplanen.

Salihamidzic kündigte zudem eine baldige Vertragsverlängerung mit Kapitän Manuel Neuer an. „Wenn wir zurückkommen, werden wir uns zusammensetzen. Ich habe Manuel schon gesagt, dass wir sehr daran interessiert sind, mit ihm zu verlängern“, sagte Salihamidzic. Der 33 Jahre alte Neuer steht noch bis Sommer 2021 beim Rekordmeister unter Vertrag, angedacht ist eine Verlängerung bis ins Jahr 2023. Von diesem Sommer an bekommt Neuer in Schalkes Keeper Alexander Nübel allerdings einen Herausforderer. Am Status von Neuer wird dies aber nichts ändern. „Alexander Nübel wird für den FC Bayern ein Riesengewinn. Er ist ehrgeizig, selbstbewusst und charakterlich top. Alexander weiß, dass Manuel Neuer unsere Nummer eins ist. Er freut sich auf die Zusammenarbeit mit Manu und wird sich unterordnen“, sagte Salihamidzic.

Der 23 Jahre alte Nübel unterschrieb bei den Münchnern einen Fünfjahresvertrag. Zuletzt war bereits über eine sofortige Ausleihe des früheren U-21-Nationalspielers spekuliert worden, um Nübel Spielpraxis zu verschaffen. Dieses Szenario schloss Salihamidzic in Doha aber aus, es gebe auch keine Einsatzzusagen. Vielmehr sei es „eine überzeugende Konstellation“, mit Neuer als Nummer eins und „Europas größtem Talent“ in die neue Saison zu gehen.

Quelle: tora./dpa
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