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Wut bei Uli Hoeneß

„Das ist ein Skandal ohne Ende“

07.02.2021
, 09:49
Schildbürgerstreich? Uli Hoeneß redet sich in Rage, nachdem der FC Bayern im Flugzeug nicht aus Berlin wegkam. Bild: Picture-Alliance
Das Flugchaos um die Reise des FC Bayern nach Qatar sorgt weiter für Aufregung. Uli Hoeneß redet sich in Rage. Auch Karl-Heinz Rummenigge ist mit etwas Abstand noch schwer verärgert. Trainer Hansi Flick indes hat die Sache abgehakt vor der Klub-WM.

Der frühere Klub-Präsident Uli Hoeneß hat das Flugchaos bei der Reise des FC Bayern nach Qatar als „Skandal ohne Ende“ bezeichnet. Dass dem deutschen Fußball-Rekordmeister der Abflug aus Berlin zur Klub-Weltmeisterschaft nach Doha „wegen ein paar Minuten“ verweigert worden sei, kritisierte der 69-Jährige am Samstag im Bayerischen Rundfunk als „Unverschämtheit der Verantwortlichen“ und „unverständlich“. Schließlich würden die Münchner bei dem Turnier in Qatar den deutschen Fußball vertreten. Dies sei „eine wichtige Geschichte“.

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Die Deutsche Flugsicherung hatte dem Flugzeug mit dem FC Bayern an Bord mit Blick auf die Nachtflugbeschränkungen am Flughafen BER die Startfreigabe nicht erteilt, hieß es in einem Statement am Samstag. Ab Mitternacht herrscht auf dem Flughafen der Hauptstadt ein fünfstündiges Flugverbot. Nach Angaben des Brandenburger Ministeriums für Infrastruktur und Landesplanung erfolgte die Bitte um Startfreigabe für den Flug um 00.03 Uhr. Die Maschine der Münchner war erst am Samstagmorgen mit mehreren Stunden Verspätung gestartet und am Nachmittag in Qatar angekommen.

Hoeneß sagte, er habe gedacht, es handle sich „um einen Schildbürgerstreich“. Die Eingewöhnungszeit vor Ort ist für die Bayern durch die massive Abflugverspätung knapper geworden. Bereits am Montag (19.00 Uhr MEZ bei DAZN) treffen sie bei der Klub-WM als europäischer Champions-League-Sieger im Halbfinale auf Al Ahly SC aus Ägypten. Am Donnerstag kommender Woche wird das Endspiel oder das Spiel um Platz drei mit den Münchnern ausgetragen.

Rummenigge legt nach: „Eine lächerliche Nummer“

Auch Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge ist mit etwas Abstand noch schwer verärgert. Der stark verzögerte Abflug des Teams aus Berlin sei „ein Slapstick, eine lächerliche Nummer, an der sich irgendeiner abgearbeitet hat, der jetzt hoffentlich zuhause sitzt und mal darüber nachdenken sollte“, sagte Rummenigge der „Bild“ nach der Ankunft in Doha. „Man hatte immer den Eindruck, in Brandenburg ist irgendeiner, der den FC Bayern nicht mag oder irgendein Problem mit dem FC Bayern hat und dementsprechend uns Hürden in den Weg gestellt hat“, sagte Rummenigge.

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„Wir waren alle aufgebracht“, sagte Rummenigge. Die Mannschaft, die im Flieger übernachtete, habe auch dank der guten Laune wegen des Erfolgs bei der Hertha aber „überhaupt keinen Zirkus gemacht“ und das Chaos gut weggesteckt“, fügte der Vorstandsvorsitzende hinzu. Von den Verantwortlichen habe er sich mehr Rücksicht auf den FC Bayern erwartet. Die Münchner würden schließlich bei der Klub-WM in Qatar „als deutscher Verein für unser Land“ antreten. Der Titelgewinn „würde der Bundesliga und damit auch unserem Land nicht schlecht zu Gesicht stehen“, sagte Rummenigge.

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Hansi Flick will derweil die chaotische Anreise hinter sich lassen. „Es ist ein großes Ziel für uns, eine herausragende Saison mit dem sechsten Titel abzuschließen“, sagte der Trainer am Sonntag in Doha. „Wir müssen das, was mit der Anreise war, ad acta legen. Ich war auch nicht gerade sehr amüsiert über die Dinge und im Flugzeug festzusitzen. Wir waren rechtzeitig da, rechtzeitig im Flieger und rechtzeitig bereit, auch abfliegen zu können“, sagte Flick. Warum das nicht geschehen konnte, könne er nicht beurteilen. „Schön war es nicht, aber jetzt blicken wir nach vorne und schauen auf das Halbfinale.“

Einen Wechsel von Trainer Hansi Flick zur deutschen Nationalmannschaft nach der EM im Sommer hält Hoeneß unterdessen für undenkbar. „Es ist doch völlig hirnrissig, darüber nachzudenken, sowohl für den Hansi als auch für uns“, sagte er. „Er fängt ja gerade erst an, eine große Karriere als Trainer zu machen“, fügte der 69-Jährige hinzu. Zuletzt war darüber spekuliert worden, dass der frühere Assistent Flick Bundestrainer Joachim Löw nach der Europameisterschaft ablösen könnte.

Hoeneß wirbt für Müllers DFB-Rückkehr

„Die deutsche Nationalmannschaft ist ja nicht gerade der Traum aller schlaflosen Nächte. Dafür würde ich doch niemals den FC Bayern verlassen“, sagte Hoeneß. Flick hatte die Münchner in der vergangenen Saison nach seiner Amtsübernahme zu fünf Titeln, darunter dem Gewinn der Champions League geführt. Als Ko-Trainer von Löw hatte er 2014 mit der DFB-Auswahl den Gewinn der Weltmeisterschaft bejubelt.

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Für den FC Bayern sieht Hoeneß trotz einiger Schwächen in dieser Saison abermals „sehr gute Chancen“ auf die Meisterschaft. Die Münchner liegen nach dem 20. Spieltag sieben Punkte vor dem Tabellenzweiten RB Leipzig. Dass der Rekordmeister abermals die Liga anführt, will Hoeneß der Konkurrenz nicht vorwerfen. „Der FC Bayern ist mit Abstand die beste Mannschaft in Deutschland, vielleicht sogar in Europa. Da ist es keine Überraschung, dass wir da oben stehen“, sagte Hoeneß.

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Auch für die nähere Zukunft ist der langjährige Bayern-Patron unbesorgt. Trotz der möglichen Abgänge von David Alaba und Jérôme Boateng hält Hoeneß einen größeren Umbruch für nicht notwendig. In den nächsten zwei bis drei Jahren habe der FC Bayern „eine Mannschaft auf absolutem Weltklasse-Niveau“.

Hoeneß warb auch für eine Rückkehr von Bayern-Profi Thomas Müller in die Nationalmannschaft. „Ich kann dem Jogi Löw nur raten, sich den Namen Müller in seinem Notizbuch rot anzustreichen“, sagte er. Bundestrainer Löw müsse Müller nicht unbedingt für die Länderspiele im März nominieren, er könne den Torjäger auch eine Woche vor der Fußball-EM im Sommer anrufen, befand Hoeneß. „Bei so einem Turnier braucht es Leute mit guter Laune“, sagte der ehemalige Münchner Klub-Präsident. Und Müller stehe für gute Laune.

Der Weltmeister von 2014 war vor knapp zwei Jahren im Zuge des geplanten Umbruchs bei der DFB-Auswahl von Löw ausgemustert worden. In den vergangenen Monaten hatte sich Müller aber in starker Verfassung präsentiert und damit die Diskussion um ein Comeback in der Nationalmannschaft befeuert. In der aktuellen Lage „würde ich auf den niemals verzichten“, sagte Hoeneß, der die drei Länderspiele iom nächsten März gegen Island, Rumänien und Nordmazedonien aus nächster Nähe analysieren wird. RTL verpflichtete ihn als TV-Experten.

„EM lieber in drei, vier Ländern“

Hoeneß hält das Festhalten der Europäischen Fußball-Union an einer EM in zwölf Ländern in Zeiten der Corona-Pandemie für falsch. „Also ich finde es nicht gut, dass die Uefa offensichtlich darauf besteht, das in so vielen Städten zu machen, weil es doch zumindest im Moment so aussieht, dass viele Länder dieses Problem nicht im Griff haben“, sagte er. „Ich hätte es vorgezogen, es auf drei, vier Länder zu konzentrieren, wo man eine größere Wahrscheinlichkeit gehabt hätte, dass man diese Hygienekonzepte gut umsetzen kann“, sagte Hoeneß.

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Uefa-Chef Aleksander Ceferin hatte zuletzt bekräftigt, dass das Turnier wie geplant in zwölf Städten in zwölf Ländern stattfinden soll. Er sei „optimistisch“, dass sich die Pandemie-Lage bis zum Sommer ändere. Nach aktueller Planung soll die EM am 11. Juni in Rom angepfiffen werden. In London sollen Halbfinals und Endspiel (11. Juli) ausgetragen werden. In München sind die drei Gruppenspiele mit der deutschen Nationalmannschaft gegen Weltmeister Frankreich (15. Juni), Titelverteidiger Portugal (19. Juni) und Ko-Gastgeber Ungarn (23. Juni) sowie ein Viertelfinale (2. Juli) angesetzt.

„Sehr gutes Hygienekonzept“

Grundsätzlich ist der frühere Weltmeister Hoeneß aber dafür, den Spielbetrieb im Fußball trotz weiter beunruhigender Corona-Lage fortzusetzen. Zumindest in Deutschland habe der Fußball mit einem „sehr guten Hygienekonzept mit großer Disziplin diesen Wettbewerb prima hingekriegt“. Zudem dürfe man nicht vergessen, dass der Spitzensport „doch eine große Abwechslung für die Bürger“ sei. So oft wie derzeit habe er noch nie Fernsehen geschaut. „Das lenkt doch ab und hilft uns allen, diese schweren Zeiten etwas besser zu überstehen“, sagte er.

Quelle: tora./dpa
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