Zweite Liga am Sonntag

Aua Aue!

09.05.2021
, 15:33
Der Anfang vom Ende für Aue: Paderborns Dennis Srbeny erzielt das 1:2, am Ende steht es 8:3
Wer drei Tore in einem Spiel schießt, ist normalerweise der Held des Tages. Nicht so Aues Nazarov: sein Team verliert nach 2:0-Führung noch 3:8 gegen Paderborn.

Der SC Paderborn hat in einem völlig wilden Fußball-Spiel mit elf Toren in der zweiten Bundesliga seinen Positivtrend bestätigt. In einem denkwürdigen Duell der Mittelfeld-Klubs bei Erzgebirge Aue drehte das Team des scheidenden Trainers Steffen Baumgart noch im ersten Durchgang einen 0:2-Rückstand und gewann später noch 8:3 (4:2). Paderborn hat nun fünf Partien in Serie nicht verloren.

2. Bundesliga

Dennis Srbeny (10./73.), Sven Michel (31./59.), Chris Führich (41., Handelfmeter), Bastian Schonlau (45+1.), Christopher Antwi-Adjej (78.) und Chadrac Akolo (82.) schossen den Bundesliga-Absteiger zum Sieg. Dimitrij Nazarov (1./4./56, Foulelfmeter) erzielte alle drei Tore für Aue wie ein Dreifachtorschütze fühlte er sich danach dennoch nicht.

Die Partie war das torreichste Zweitliga-Spiel in diesem Jahrtausend, die bisherige Bestmarke aus dem Jahr 2010 stand bei zehn, es war ein 5:5 zwischen Energie Cottbus und dem Karlsruher SC. Der Allzeitrekord mit 13 Toren rührt allerdings noch aus dem Jahr 1997, damals gewann der 1. FC Kaiserslautern 7:6 gegen den SV Meppen.

Im Erzgebirgsstadion legte der Gastgeber eifrig los, nach nur 35 Sekunden veredelte Nazarov eine Hereingabe von Ben Zolinski per Volley. Drei Minuten danach legte Florian Krüger für Nazarov auf, der aus sieben Metern keine Probleme hatte. Im Verlauf der ersten Halbzeit kam Paderborn besser ins Spiel und übernahm die Kontrolle. Erst verkürzte Srbeny, ehe Michel später Aue-Torwart Michael Männel den Ball zum Ausgleich durch die Beine schoss.

Der SCP war nun überlegen. Noch vor der Pause verwandelte Chris Führich einen Strafstoß nach Handspiel von Aues Sören Gonther. Dann wurde es kurios: Einen Kopfball von SCP-Verteidiger Bastian Schonlau parierte Keeper Männel zunächst, doch den Abpraller lenkte er unfreiwillig mit dem Fuß selbst zurück zum 2:4-Halbzeitstand ins Tor.

Nach der Pause zeigte sich Paderborn auch vom dritten Nazarov-Tor (56./Foulelfmeter) unbeeindruckt und schraubte das Ergebnis durch vier Treffer binnen nicht mal 25 Minuten weiter in die Höhe. Mit 46 Punkten liegt Paderborn nun komfortabel im Mittelfeld weder nach oben noch nach unten geht noch etwas. Gleiches gilt auch für Aue, das fünf Zähler weniger aufweist.

Drei Tore in einem Spiel, und dennoch nicht der strahlende Sieger: Aues Nazarov
Drei Tore in einem Spiel, und dennoch nicht der strahlende Sieger: Aues Nazarov Bild: dpa

Der VfL Bochum hat unterdessen einen großen Schritt in Richtung Bundesliga-Rückkehr gemacht. Durch ein souveränes 5:1 (2:1) gegen den SSV Jahn Regensburg im heimischen Ruhrstadion sicherte sich der Spitzenreiter am 32. Spieltag mindestens schon die Teilnahme an der Relegation. D

abei drehte die Mannschaft von Trainer Thomas Reis die Partie, denn zunächst trafen die abstiegsgefährdeten Gäste durch Andreas Albers (26. Minute). Doch für den Revierclub folgten Tore durch Robert Tesche (29.), Regensburgs Jan-Niklas Beste (38./Eigentor), Gerrit Holtmann (61.) und Robert Zulj (78.) und Silvère Ganvoula (90./Foulelfmeter). Jahn-Profi Benedikt Saller sah zudem nach Videobeweis wegen eines Foulspiels in der zweiten Halbzeit die Rote Karte (59.).

Der 1. FC Heidenheim hat immerhin seine kleine Chance auf den erstmaligen Bundesliga-Aufstieg gewahrt und die Abstiegssorgen des SV Sandhausen vergrößert. Die Mannschaft von Trainer Frank Schmidt setzte sich mit 2:1 (0:1) gegen den SVS durch und hat dadurch zumindest noch eine theoretische Aufstiegschance. Zwei Spieltage vor Saisonende trennen den FCH fünf Punkte von Holstein Kiel auf dem dritten Platz, allerdings haben die Kieler auch zwei Spiele weniger absolviert.

Patrick Mainka (59. Minute) und Tim Kleindienst (82.) erzielten die Treffer für die Gastgeber, Daniel Keita-Ruel (43.) hatte den SVS zuvor in Führung gebracht. Sandhausen muss zwar weiter um den Verbleib in der 2. Fußball-Bundesliga bangen, hat den Klassenerhalt aber in der eigenen Hand. Die Mannschaft der Interimstrainer Gerhard Kleppinger und Stefan Kulovits liegt punktgleich mit Eintracht Braunschweig auf dem drittletzten Platz, der SVS hat aber das bessere Torverhältnis.

Quelle: ad./sid/dpa
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