FAZ plus ArtikelBayern München

Das Ende der spanischen Ära naht

Von Christian Eichler, München
Aktualisiert am 14.08.2020
 - 17:57
Bayerische Spanier: Javi Martínez (links) und Thiago.
Lange Zeit war der spanische Fußball das Maß der Dinge. Das Finalturnier in Lissabon könnte nun eine Zeitenwende markieren: In der Champions League – und im Kader des FC Bayern.

Zu Beginn jener Saison, die die größte des FC Bayern werden sollte, hatte Harald Schmidt einen Auftritt als fachfremder Fußballexperte. „Eine Gesprächsrunde mit Beckenbauer und Vogts, wo ich dann all das loswerde, was ich mir vier Wochen lang in den Sportteilen der Zeitungen draufgeschafft habe“, so schilderte er es später. „Da ging es dann um Javi Martínez, den Großeinkauf der Bayern, und es wurde erzählt, was der so alles kann, wo der Bälle holt und wie der die Vierer-Position als Dreieinhalb interpretiert und was weiß ich. Und dann kommt der Beckenbauer und sagt: ‚I muss sogn, I kenn den goar net.‘“

Nicht nur ihm ging es so. Spanien war Welt- und Europameister und Barcelona spielerisch das Maß der Dinge, doch der sperrige Martínez, der von Athletic Bilbao kam und 40 Millionen Euro kostete, entsprach nicht jenem spanischen Fußball, den die Welt bewunderte. Neun Monate später, nach dem Champions-League-Endspiel gegen Dortmund, ahnte man aber, dass man vielleicht genau den richtigen Spanier erwischt hatte. Für den damaligen Präsidenten Uli Hoeneß gewann Martínez „das Finale in Wembley fast allein, weil er derjenige war, der begann, dagegenzuhalten.“

Testen Sie unsere Angebote.
Jetzt weiterlesen

Testen Sie unsere Angebote.
F.A.Z. PLUS:

  FAZ.NET komplett

F.A.Z. PLUS:

  Sonntagszeitung plus

Diesen und viele weitere Artikel lesen Sie exklusiv mit F+

Quelle: F.A.Z.
Christian Eichler - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Christian Eichler
Sportkorrespondent in München.
  Zur Startseite
Verlagsangebot
Verlagsangebot