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Champions League gegen Paris

Haaland-Show lässt Dortmund träumen

Von Daniel Theweleit, Dortmund
Aktualisiert am 18.02.2020
 - 23:08
Nur mit der Ruhe: Erling Haaland richtet es für Dortmund.
Was für ein hinreißendes Fußballspiel! Der BVB besiegt Paris St. Germain bei der brisanten Rückkehr des früheren Trainers Thomas Tuchel im Hinspiel. Dortmunds „Wunderstürmer“ Haaland stiehlt Superstar Neymar die Show.

Für alle Spieler des BVB, die in den Stunden vor der Partie gegen das Pariser Fußballensemble um die Weltstars Neymar und Kilian Mbappé noch nicht vom Zauber der K.o.-Phase der Champions League erfüllt waren, wurde der Bus mit der Mannschaft mit der berühmten Hymne dieses Wettbewerbs am Stadion empfangen. Fußballprofis erzählen ja immer davon, dass die Melodie des englischen Komponisten Tony Britten sie in eine ganz besondere Stimmung versetze – und die Borussen ließen sich zu einem hinreißenden Fußballspiel inspirieren.

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Zwar mussten sie einen Gegentreffer zulassen, aber am Ende stand ein verdienter 2:1-Sieg. Erling Haaland, natürlich, hatte beide Treffer für die Dortmunder erzielt, für Paris traf der Brasilianer Neymar. „Das sind die Momente, für die man Fußball spielt. Ich habe nicht allzu viel nachgedacht, ich habe den Moment genossen“, sagte Haaland bei DAZN. „Wir wollen weiterkommen, aber wir müssen uns noch weiter steigern. Ich will in Endspiele.“ Im anderen Spiel des Abends verlor Titelverteidiger FC Liverpool bei Atlético Madrid mit 0:1.

Es war ein temporeiches und niveauvolles Fußballspiel, das endlich das ganze Theater um Thomas Tuchel und seine Rückkehr an den Ort, wo er zwei Jahre erfolgreich gearbeitet hatte, verblassen ließ. Der deutsche Trainer, der 2017 nach Differenzen mit der Klubführung beim BVB entlassen worden war, begrüßte vor dem Anpfiff alte Bekannte auf der Dortmunder Bank, schüttelte Hände, lächelte und scherzte.

Die Dortmunder spielten mit genau der Startelf, die am vorigen Freitag 4:0 gegen Eintracht Frankfurt gewann und dabei keinen einzigen Schuss auf das eigene Tor zugelassen hatte. Diese nicht nur konzentrierte, sondern auch harte Abwehrarbeit aus dem jüngsten Bundesligaspiel sollte gegen die Weltklasseangreifer aus Paris abermals zu einer Kernkompetenz werden. „Wir dürfen ihnen nicht viel Platz geben und müssen defensiv stark stehen, aber wir müssen uns auch auf uns konzentrieren“, hatte Axel Witsel vor dem Spiel erklärt.

Doch zunächst hatte das viele Gerede über Fehler beim Verteidigen und mangelnde Stabilität auch eine Schattenseite. Wenn die Dortmunder den Ball hatten, war ihnen anzusehen, wie sehr sie sich vor Fehlern fürchteten. In der Anfangsphase war der Spielaufbau von einer großen Vorsicht geprägt. Es wurde zwar intensiv gearbeitet, aber komplizierte Aktionen waren noch zu ungenau. Nach 20 Minuten brach sogar Jubel im Stadion aus, weil es dem BVB mal gelang, die Pariser durch ein gutes Pressingspiel am eigenen Strafraum in Schwierigkeiten zu bringen. Den Ball eroberten die Dortmunder in dieser Situation zwar nicht, aber sie wurden selbstbewusster.

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Zuvor hatte sich nur eine gute Möglichkeit für Jadon Sancho ergeben, der am Ende eines Konters verschiedene Optionen zum Abspiel hatte, sich für einen eigenen Abschluss entschied, das Tor aber verfehlte (11.). Mitte der ersten Hälfte fanden die Dortmunder dann immer interessantere Räume für schnelle Gegenangriffe. So hatte Emre Can eine Chance 14 Meter vor dem Tor, zögerte aber zu lange (21.). Der Mittelfeldspieler war sehr präsent und fiel auch durch Fouls auf, diese Robustheit aber könnte sich noch als bedeutsames Puzzlestück im Gesamtbild dieser Saison entpuppen.

Vor der Partie war bekannt geworden, dass der BVB den zunächst nur bis zum Sommer ausgeliehenen Can fest verpflichtet. Der Mittelfeldspieler erhält einen Vertrag bis 2024. Offizielle Angaben über eine Ablösesumme gibt es nicht, es wird über einen Betrag von rund 25 Millionen Euro spekuliert. Und auch Can wurde im Laufe der Partie immer klarer in seinen Offensivaktionen. Die gesamte Mannschaft wirkte nach der überwundenen Nervosität aufmerksam und fand immer öfter Räume für gefährliche Angriffe. Sancho kam nach einer hübschen Kombination im Strafraum zum Abschluss, der Pariser Torhüter Keylor Navas hatte Mühe den Ball abzuwehren (27.). Eine Flanke Sanchos auf den bestens postierten Erling Haaland war etwas zu ungenau (36.), spätestens da wäre eine Führung verdient gewesen.

Was fehlte, war die letzte Präzision vor dem Tor, während Neymar auf der anderen Seite nach seiner Rippenprellung noch den Zugang zu dieser Partie suchte. In den vergangenen drei Jahren endete das Champions-League-Projekt für PSG jeweils im Achtelfinale, teilweise unter dramatischen Umständen. Womöglich beruht diese Misserfolgsserie auch darauf, dass Neymar seit seinem Wechsel vom FC Barcelona im Sommer 2017 vor diesem Abend nur ein einziges K.o.-Spiel in der Königsklasse für PSG absolvieren konnte. Die anderen Duelle verpasste der brasilianische Fußballkünstler aufgrund von Verletzungen. Nun hoffen die Franzosen, endlich einmal auch die entscheidende Phase der Königsklasse mit ihrem Superstar bestreiten zu können.

Nach der Pause hatte Neymar seine guten Momente. Nach gut einer Stunde kam Mbappé kam nach einer Kombination mit Angel di Maria und dem Brasilianer zum Abschluss, aber Roman Bürki hielt den Ball (66.). Das erste Tor gelang dann dem BVB: Nach einem schönen Angriff blieb Raphael Guerreiro mit einem Schuss aus elf Metern am Fuß von Marquinhos, Haaland schaltete am Schnellsten und staubte aus fünf Metern zum 1:0 ab (69.). Das Stadion war nun erfüllt von der süßesten Champions League-Stimmung, die nur kurz einem Moment des Schocks wich. Nach 76 Minuten gelang Neymar der Ausgleich zum 1:1, nachdem Dan-Axel Zagadou in einem Zweikampf mit Vorlagengeber Mbappé ausgerutscht war.

Doch schon zwei Minuten danach traf Haaland mit einem großartigen Schuss aus 18 Metern unter die Latte zum verdienten 2:1 (78.). Neymar scheiterte danach noch am Pfosten (81.), und so bejubelte der BVB den knappen Sieg, von dem noch niemand weiß, was er wert war. „Das war ein sehr, sehr gutes Spiel von uns. Aber es ist erst Halbzeit“, sagte der deutsche Nationalspieler Can. „Heute war es von jedem auf dem Platz ein sehr, sehr gutes Spiel. Großes Kompliment an die Mannschaft.“ Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke war vor allem vom Torschützen Haaland begeistert: „Das ist schon eine Naturgewalt“, sagte er beim TV-Sender Sky, während Trainer Lucien Favre mahnte: „Natürlich ist das ein gefährliches Ergebnis. Aber wir haben offensiv und defensiv ein sehr gutes Spiel gemacht und gewonnen. Im Moment steht es 2:1 für uns.“

Polizei stoppt 144 PSG-Fans kurz nach Einreise

Mehr als 100 Fußball-Fans von Paris Saint-Germain sind bei ihrer Reise zum Champions League-Spiel gegen den BVB kurz nach der Einreise nach Deutschland jäh gestoppt worden. Bei einer großangelegten Kontrolle von Autos und Bussen erteilte die Bundespolizei in Aachen 144 Personen Betretungsverbote für das Stadtgebiet Dortmund. Darunter waren die Insassen zweier Busse, in denen erhebliche Mengen illegaler Pyrotechnik gefunden wurden, wie die Bundespolizei am Abend in einer Bilanz des Einsatzes mitteilte, der sich gegen sogenannte Risikofans gerichtet habe. Ziel solcher Kontrollaktionen sei es, Gewalt von den Stadien fernzuhalten.

Die gefundene Pyrotechnik in den beiden Bussen habe man nicht einzelnen Personen zuordnen können. Deshalb sei das als ein gemeinschaftlicher Verstoß gewertet worden. Zudem hätten einige der Personen neben Sturmmasken, Rückenprotektoren und Beißschutz auch über Quarzhandschuhe verfügt. In einem Auto seien neben geringen Mengen Betäubungsmitteln auch zahlreiche Bengalos und Nebeltöpfe sichergestellt worden. Bei der Kontrolle seien insgesamt mehr als 700 Personen durch die Bundespolizei zusammen mit Kollegen der französischen Gendarmerie sowie der Föderalen Polizei Belgiens überprüft und mehr als 100 Gegenstände sichergestellt worden. (dpa)

Quelle: FAZ.NET
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