Wolfsburger 0:0 in Lille

Gutes Resultat nach schwachem Spiel

14.09.2021
, 23:07
Der Platzverweis für Brooks (verdeckt) machte die Spielanlage nicht leichter für Wolfsburg
Der VfL Wolfsburg hat mehr Franzosen im Team als Lille, erreicht zu zehnt ein 0:0 und darf sich zweimal glücklich schätzen, dass es den Video-Schiedsrichter gibt.

Bundesliga-Tabellenführer VfL Wolfsburg hat zum Auftakt der neuen Champions-League-Saison einen glücklichen Punkt beim französischen Meister OSC Lille geholt. Beim 0:0 im Stade Pierre Mauroy erreichten die „Wölfe“ am Dienstagabend mit einer schwachen Leistung ein brauchbares Ergebnis.

Champions League

In der letzten halben Stunde spielten sie sogar in Unterzahl, weil Verteidiger John Anthony Brooks in der 62. Minute nach einem Handspiel Gelb-Rot sah. Nur drei Minuten zuvor hatte der VfL durch Maximilian Philipp zum ersten Mal überhaupt in dieser Partie auf das gegnerische Tor geschossen (59.).

Glück hatten die Wolfsburger in der Nachspielzeit: Erst köpfte José Fonte am knapp am Wolfsburger Tor vorbei, dann nahm der Videoschiedsrichter einen verhängten Foulelfmeter wieder zurück (90.6.).

Lille war vor seinen lautstarken Fans die deutlich gefährlichere Mannschaft und traf kurz nach der Pause auch zum vermeintlichen 1:0. Ein Treffer von Jonathan David wurde vom Video-Schiedsrichter jedoch wieder einkassiert, weil der Ball zuvor im Seitenaus gewesen war.

Von Champions-League-Niveau war diese Partie weit entfernt. Gerade die Wolfsburger spielten schon fahrig und gehemmt, bevor dieser Abend durch Brooks' Platzverweis zur reinen Abwehrschlacht wurde. Trainer Mark van Bommel hatte zu Beginn genau die Spieler auf den Rasen geschickt, denen die Qualifikation für den wichtigsten Wettbewerb des Vereinsfußballs in der vergangenen Saison gelungen war. Das bedeutete zum einen, dass die beiden Top-Transfers Luca Waldschmidt (Benfica Lissabon) und Lukas Nmecha (Manchester City) zunächst nur auf der Bank saßen. Und zum anderen, dass die Wolfsburger mit Josuha Guilavogui, Maxence Lacroix und Jerome Roussillon mehr Franzosen in seiner Startelf hatte als der französische Meister.

Das Ziel war, dieses Spiel zu kontrollieren und Lilles schnellen Angreifern Jonathan David und Jonathan Ikoné möglichst wenig Raum zu geben. Doch die vielen Ballverluste im Wolfsburger Spiel machten eine Kontrolle nahezu unmöglich. Außerdem bereitete den Niedersachsen vor allem ein Mann Stress, der seine Karriere vor fünf Jahren eigentlich schon in China ausklingen lassen wollte und der nun im Alter von 36 Jahren doch noch einmal in die Champions League zurückgekehrt ist: der türkische Mittelstürmer Burak Yilmaz, von den eigenen Fans schon beim Warmlaufen lautstark angefeuert.

Schon in der achten Minute kam Guilavogui im Strafraum gerade noch rechtzeitig vor ihm an den Ball. Ein Freistoß des Routiniers (13.) wurde ebenfalls gefährlich. Nur nach einem Sololauf des Kanadiers David geriet Yilmaz' Abschluss zu harmlos (21.). Den schwachen Eindruck der ersten Halbzeit vermochten die „Wölfe“ auch nach der Pause nicht zu korrigieren. Der nicht gegebene Treffer der Franzosen und Brooks' wiederholte Missgeschicke machten die ganze Anfälligkeit deutlich. Nur VfL-Torwart Koen Casteels stand Lilles ungleichem Stürmerduo in der zweiten Hälfte noch im Weg. In der 64. Minute parierte der Belgier gegen den 21 Jahre jungen David, kurz darauf gegen den 15 Jahre älteren Yilmaz (69.).

Quelle: dpa
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