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Tuchel, der Kontrollfreak

Von Marcus Erberich, Brighton
06.05.2021
, 19:34
Sein System funktioniert: In erstaunlichem Tempo hat Trainer Thomas Tuchel das Spiel des FC Chelsea transformiert – nun steht er schon wieder im Champions-League-Finale.

Als Thomas Tuchel Ende Januar Trainer des FC Chelsea wurde, war es seine Mission, den taumelnden Premier-League-Klub vor einer ganz und gar verkorksten Saison zu retten. Unter der Leitung seines unerfahrenen Vorgängers Frank Lampard war Chelsea in der Liga auf Platz neun abgerutscht – viel zu wenig für den eigenen Anspruch, zumal der Klub des russischen Oligarchen Roman Abramowitsch im Sommer für fast 250 Millionen Euro Zugänge verpflichtet hat. Tuchel, der im Dezember bei Paris Saint-Germain entlassen worden war, passte zum Anforderungsprofil der Londoner: ein international erfahrener Trainer, der sich mit Erfolgsdruck auskennt, der einen Kader voller Stars zu managen versteht – und der in der Branche zwar nicht unbedingt als einfacher Charakter gilt, dafür aber als taktischer Visionär mit Blick für Details, die anderen verborgen bleiben.

Die Rechnung ist aufgegangen – und das ziemlich spektakulär. Nicht einmal vier Monate nach Tuchels Ankunft in London steht Chelsea in der Premier League auf dem vierten Platz. Und nach dem Einzug ins Finale der Champions League greift das Team sogar nach Europas Fußballkrone. Das 2:0 im Halbfinal-Rückspiel am Mittwochabend in London, nach dem 1:1 im Hinspiel, war vollkommen verdient, und er hätte sogar höher ausfallen müssen: Fünf oder sechs Tore wären möglich gewesen, doch die Offensive nutzte teils beste Torchancen nicht konsequent genug. Real mag nicht mehr die europäische Supermacht vergangener Jahre sein, aber für Chelsea ist dieser Sieg auch ein Statement.

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