Copa América

Schiedsrichter als Tor-Vorbereiter

24.06.2021
, 11:30
In der zehnten Minute der Nachspielzeit gelingt Brasilien das Siegtor gegen Kolumbien. Zuvor hatte es heftige Proteste über den Ausgleich gegeben, an dem der Schiedsrichter mittelbar beteiligt war.

In einer hitzigen Partie hat der fünfmalige Fußball-Weltmeister Brasilien bei der Copa America den Gruppensieg klargemacht. Der Gastgeber setzte sich mit 2:1 (0:1) gegen Kolumbien durch, den Siegtreffer erzielte Real Madrids Mittelfeldmotor Casemiro erst in der zehnten Minute der Nachspielzeit – per Kopf nach einer Ecke von Superstar Neymar.

Dabei sah es am Mittwoch im Stadion Nilton Santos in Rio de Janeiro über weite Strecken schlecht für die Gastgeber aus: Schon in der 9. Minute traf Luis Díaz nach einer Flanke von Juan Guillermo Cuadrado mit einem spektakulären Fallrückzieher und brachte Kolumbien 1:0 in Führung. Erst in der 77. Minute glich der frühere Hoffenheimer Roberto Firmino nach einer Hereingabe von Renan Lodi per Kopfball für die Gastgeber aus. In der Entstehung des Ausgleichs war der Ball jedoch vom argentinischen Schiedsrichter Nestor Pitana abgeprallt, was minutenlange Proteste der Kolumbianer nach sich zog und damit erst die lange Nachspielzeit möglich machte.

Mit dem zehnten Sieg in Folge übertraf Nationaltrainer Tite seine Rekordmarke von bisher neun Erfolgen, aufgestellt gleich zu Beginn seiner im September 2016 gestarteten Amtszeit. Die längste Siegstrecke mit der Selecao hatte Trainerlegende Mario Zagallo 1997 in 14 Spielen aufgestellt.

Hinter den bereits qualifizierten Brasilianern (9 Punkte/9:1 Tore) und Kolumbien (4/3:4) vertagten Ecuador und Peru mit ihrem 2:2 (2:0) die Entscheidung über die vier Viertelfinalteilnehmer aus der Fünfergruppe auf den letzten Spieltag, wenn am Sonntag Ecuador (2/4:5) auf die Selecao trifft und Noch-Schlusslicht Venezuela (2/2:5) gegen Peru (4/4:7) seinen ersten Sieg bei der Südamerika-Meisterschaft einfahren will.

Ecuador war in Goiania gegen Peru durch ein Eigentor Renato Tapias (23.) sowie einem Treffer von Ayrton Preciado (45.+3) vor der Pause in Führung gegangen. Peru, das im vergangenen Copa-Finale 2019 Brasilien unterlegen war, schoss sich dank der Tore von Gianluca Lapadula (49.) und Andre Carrillo (54.) in die Partie zurück.

Die Copa América war kurzfristig nach Brasilien verlegt worden, nachdem Argentinien wegen der zweiten Corona-Welle als Ausrichter abgesprungen war. Der südamerikanische Fußballverband Conmebol geriet daraufhin in die Kritik, denn auch Brasilien ist noch immer ein Corona-Brennpunkt. Als zweites Land der Welt nach den USA hat Brasilien seit vergangenem Wochenende mehr als eine halbe Million Corona-Opfer zu beklagen. Bei der Copa América kam es nach Angaben von Conmebol bislang zu mindestens 140 Corona-Fälle.

Quelle: ad./sid/dpa
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