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Niederlage und Pyro-Eklat

Mainzer Blamage auf dem Rasen und den Rängen

 - 11:37
Fassungslose Spieler, wütende Fans: Die Mainzer Niederlage im DFB-Pokal hat grundverschiedene Reaktionen nach sich gezogen. Bild: EPA

Das Fazit des geknickten Klubchefs war niederschmetternd. „Wir haben uns riesig gefreut, dass 6500 Menschen mit uns unterwegs waren. Die Plattform war da“, sagte Stefan Hofmann nach dem blamablen Auftritt des FSV Mainz 05 auf dem Rasen und den Rängen: „Aber sowohl sportlich wie in der Außendarstellung haben wir nicht das daraus gemacht, was möglich gewesen wäre.“

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Als ob das 0:2 (0:0) des Fußball-Bundesligavereins in der ersten Runde des DFB-Pokals im Derby beim Drittliga-Team 1. FC Kaiserslautern nicht peinlich genug gewesen wäre, stellte das unsägliche Verhalten einiger Anhänger die Pleite noch in den Schatten. Zahlreiche FSV-Fans zündeten während der gesamten Partie Pyrotechnik, nach dem Gegentor zum Endstand geriet die Lage fast außer Kontrolle.

Klubchef droht mit Konsequenzen

Banner brannten, die Feuerwehr musste eingreifen, es gab erste Anzeichen für einen Platzsturm. Um das zu verhindern, marschierten Einsatzkräfte der Polizei auf. Mindestens vier FSV-Anhänger erlitten nach Polizei-Angaben leichte Verletzungen, mehrere Ermittlungsverfahren wurden eingeleitet. Zudem sollen einige Fans nach der Niederlage ihrer Mannschaft in den Innenraum gestürmt sein. Dort hätten diese den Ordnungsdienst attackiert, teilte die Polizei weiter mit.

Das Fehlverhalten im Mainzer Block führte dazu, dass die Begegnung mehrmals unterbrochen werden musste und insgesamt über 100 Minuten dauerte. Dem FSV droht eine hohe Geldstrafe. Hofmann machte klar, dass der Klub die Vorfälle nicht auf sich beruhen lassen wird. „Das Spiel wurde im Vorfeld überhöht. Dann kommen solche Dinge dabei rum“, äußerte der Vorstandsvorsitzende: „Wenn wir Leute ermitteln können, werden die in Regress genommen.“

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Nach den deutlichen Worten des Klubchefs war es umso unverständlicher, was der Sportchef zuvor von sich gegeben hatte. „Kompliment an die Fans“, hatte Rouven Schröder nach dem Abpfiff gesagt und damit für kollektives Kopfschütteln gesorgt. Auf Nachfragen reagierte der 43-Jährige allergisch. Er spreche über den Fußball, alles andere werde später geklärt. Auf später verschob Sandro Schwarz dagegen nichts. Der Trainer versammelte seine Schützlinge, die vor dem Ligastart am Samstag beim SC Freiburg noch jede Menge Arbeit vor sich haben, direkt nach Spielende in der Kabine. „Ich wollte, dass wir gemeinsam kurz in der Kabine leiden – ohne rumzubrüllen“, äußerte Schwarz, der die Krawalle verurteilte: „Pyro braucht kein Mensch.“

Völlig unnötig war auch die Niederlage der Mainzer, die ihre bisher letzte Pleite zum Pokal-Auftakt vor fünf Jahren beim Chemnitzer FC kassiert hatten. Die Gäste hatten in den ersten 25 Minuten alles im Griff und hätten locker mit zwei Toren führen können. Dann kam die Wucht des Betzenbergs ins Spiel. Die 40.694 Zuschauer verwandelten das Fritz-Walter-Stadion zum ersten Mal seit langer Zeit wieder in einen Hexenkessel.

Die Atmosphäre beeindruckte die Mainzer offenbar, sie verloren ihre Linie. Es entwickelte sich ein für den Betzenberg typisches Kampfspiel. Manfred Starke traf mit einem umstrittenen Foulelfmeter (62.) zur Führung für die Roten Teufel, die sich über die Prämie in Höhe von 351.000 Euro freuen dürfen. Florian Pick (90.) machte für den viermaligen Meister alles klar.

Quelle: jaeh./sid/dpa
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