Verdacht auf fahrlässige Tötung

Ermittlungen gegen Maradonas Leibarzt

Aktualisiert am 29.11.2020
 - 19:08
Der Neurologe Leopoldo Luque neben seinem prominentesten Kunden: Diego Maradona.
Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Neurologen Leopoldo Luque. Er war der letzte Arzt von Diego Maradona und steht nun im Verdacht der fahrlässigen Tötung.

Gegen den Arzt von Argentiniens verstorbener Fußball-Ikone Diego Maradona sind staatsanwaltschaftliche Untersuchungen eingeleitet worden. Die zuständige Behörde von San Isidro nahe der Hauptstadt Buenos Aires bestätigte am Sonntag Medienberichte über Ermittlungen gegen Leopoldo Luque wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung. Zuerst hatte die Nachrichtenagentur Télam darüber berichtet.

Im Zuge des Verfahrens fanden demnach am Sonntag Durchsuchungen in Luques Privathaus und Behandlungsräumen statt, wie Bilder des argentinischen Fernsehens zeigten und Justizkreise gegenüber Télam bestätigten. Die Ermittler fahndeten dabei nach Hinweisen auf Verfehlungen des Mediziners bei der Therapie des 60-Jährigen, der vor vier Tagen starb.

Die drei Töchter Maradonas sollen die Behörden in vorangegangenen Aussagen um eine Überprüfung der Medikamente, die ihr Vater in den zurückliegenden Monaten und in Zusammenhang mit einer Gehirn-OP verordnet bekommen hatte, gebeten haben. „Die Ermittlungen und die Beweissicherung sind noch im Gange, wobei einige Zeugenaussagen auch von direkten Verwandten gemacht werden“, erklärte die zuständige Generalstaatsanwaltschaft in San Isidro.

Luque bestätigte die Durchsuchungen am Sonntag vor Journalisten. Er kooperiere mit der Staatsanwaltschaft, die medizinische Unterlagen zu Maradona sowie elektronische Geräte beschlagnahmt habe. Unter Tränen sagte er, er habe sich nichts vorzuwerfen. „Ich bin stolz auf alles, was ich für Diego gemacht habe.“ Dieser sei wie ein Vater für ihn gewesen.

Luque hatte Maradona Anfang des Monats in einer Klinik in La Plata wegen eines Blutgerinnsels im Gehirn operiert. Acht Tage nach dem Eingriff konnte der Weltmeister von 1986 wieder entlassen werden. Zwei Wochen später war Maradona am vergangenen Mittwoch laut offiziellen Angaben an den Folgen eines Herzinfarktes gestorben.

Der 60-Jährige galt als einer der besten Fußballer aller Zeiten. Doch war sein Leben stets auch von vielen Affären sowie von Drogen- und Alkoholabhängigkeit geprägt. Zudem hatte er immer wieder mit schweren Gesundheitsproblemen zu kämpfen.

Quelle: sid/AFP
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