Premier League

Liverpooler Ärger nach wildem Derby gegen Everton

Aktualisiert am 17.10.2020
 - 20:28
Mohamed Salah traf zwar für Liverpool, zum Sieg aber reichte es nicht.
Nach der 2:7-Blamage zuletzt gewinnt der FC Liverpool wieder nicht. Im Derby bei Spitzenreiter Everton gibt es ein Remis. Nicht nur weil zwei Führungen verspielt werden, ist die Laune bei Jürgen Klopp und Co. nicht gut.

Jürgen Klopp und der FC Liverpool haben im 237. Merseyside-Derby gegen den FC Everton einen Sieg verpasst. Trotz zweimaliger Führung musste sich der englische Fußball-Meister beim ewigen Rivalen mit einem 2:2 (1:1) begnügen und blieb zum zweiten Mal in Folge sieglos. Mit zehn Punkten aus fünf Spielen liegen die Reds weiter hinter dem ungeschlagenen Tabellenführer (13) aus der direkten Nachbarschaft.

13 Tage nach der demütigenden 2:7-Klatsche bei Aston Villa begann Liverpool im leeren Goodison Park furios: Sadio Mané besorgte in seinem ersten Spiel nach überstandener Corona-Infektion schon in der dritten Minute die Führung. Weil Virgil van Dijk nach einem rotwürdigen Foul von Everton-Schlussmann Jordan Pickford aber früh mit einer womöglich schweren Knieverletzung vom Platz musste, kam Everton besser ins Spiel und durch einen Kopfball von Michael Keane (20.) auch zum Ausgleich.

Nach der Pause brachte Superstar Mohamed Salah (72.) die Gäste mit seinem 100. Pflichtspieltor für die Reds abermals in Führung. Zum Sieg reichte das aber zum Ärger von Liverpool nicht, weil Dominic Calvert-Lewin (81.) mit seinem schon siebten Saisontor wieder ausglich. Calvert-Lewin traf damit auch im fünften Premier-League-Spiel.

Kurz vor Schluss sah Richarlison noch die Rote Karte nach einem rüden Foul am früheren Bayern-Spieler Thiago. In der Nachspielzeit verschärfte sich der Ärger Liverpools noch, denn Jordan Henderson (90.+3) erzielte den vermeintlichen Siegtreffer, doch nach Hinweis des Video-Assistenten zählte der Treffer wegen angeblicher Abseitsstellung von Vorbereiter Mané nicht. Klopp konnte die knappe Entscheidung beim Studium der Bilder zwar nicht nachvollziehen, lobte bei BT Sport aber sein „dominantes“ Team: „Ich habe eine sehr gute Performance gesehen. Ich wäre noch zufriedener, wenn wir gewonnen hätten, aber ich wollte eine Reaktion sehen.“

Liverpool blieb somit auch im 24. Duell „Rot gegen Blau“ in Folge ungeschlagen, die letzte Niederlage gegen Everton gab es vor zehn Jahren (2:0 am 17. Oktober 2010). Die „Toffees“ hatten die ersten sieben Pflichtspiele der Saison allesamt gewonnen – nur 1894/95 gab es eine bessere Serie (acht Siege).

Trotz der ersten Premier-League-Tore der deutschen Nationalspieler Timo Werner und Kai Havertz verpasste der FC Chelsea einen Heimerfolg gegen den FC Southampton. Beim 3:3 (2:1) verspielte die Mannschaft von Trainer Frank Lampard den Sieg erst in der Nachspielzeit. Werner waren zuvor zwei Tore (43./57. Minute) gegen das Team seines früheren Trainers bei RB Leipzig, Ralph Hasenhüttl, gelungen. Nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich für die Gäste aus Southampton durch Danny Ings (43.) – nach Ballverlust von Havertz – und Che Adams (57.) schoss Havertz (59.) die Blues wieder in Führung. Doch der frühere Gladbacher Jannik Vestergaard (90.+2) glich kurz vor dem Abpfiff aus.

Chelsea zeigte in der Abwehr große Schwächen. Insbesondere der umstrittene Torwart Kepa, der für den verletzten Eduard Mendy spielte, leistete sich wieder schwere Patzer und hatte maßgeblichen Anteil an den Gegentoren. Die beiden deutschen Torschützen des FC Chelsea waren im Sommer aus der Bundesliga zu den Blues gewechselt. Werner war für rund 53 Millionen Euro von RB Leipzig nach London gekommen, Havertz für rund 100 Millionen Euro von Bayer Leverkusen. Beide Neuzugänge hatten bereits im Ligapokal getroffen, Havertz sogar dreimal in einem Spiel.

Am Samstagabend gewann Trainer Pep Guardiola mit Manchester City das Duell gegen seinen früheren Assistenten Mikel Arteta, der inzwischen Cheftrainer des FC Arsenal ist. Die Citizens setzten sich mit 1:0 (1:0) gegen die Gunners durch. Das einzige Tor der Partie schoss der englische Nationalspieler Raheem Sterling (23.).

Quelle: tora./sid/dpa
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