FAZ plus ArtikelGründung einer Super League

Der große Raub

Von Daniel Theweleit
19.04.2021
, 17:45
Zwölf europäische Großklubs wollen die Super League gründen. Ein Aufschrei des Entsetzens gellt durch die Fußballwelt. Was machen Bayern und Dortmund?

In den Fankurven kursiert schon lange das Gefühl, dass ein paar Diebe in der Fußballwelt unterwegs sind. Geschäftsleute, die das Spiel stehlen wollen, um unerfreuliche Dinge mit der beliebtesten Sportart der Welt anzustellen. Von gemäßigteren Anhängern wurden solche Befürchtungen stets als Phantasma radikaler Traditionalisten abgetan, die sich dem Lauf der Geschichte versperren. Am vergangenen Sonntag ist der Eindruck, dass die Diebe kurz davor sind, ihren großen Coup zu landen, nun mit voller Wucht in der Mitte der Fußballgemeinde angekommen.

Zwölf große internationale Klubs wollen – wohl ab Sommer 2022 – eine neue Super Liga ausspielen und damit das Ende der alten Champions League besiegeln. Gary Neville, ein Urgestein von Manchester United, hielt am Sonntag einen ergreifenden Monolog des Entsetzens, den sich am Montagmorgen mehr als fünf Millionen Menschen angesehen hatten. „Ich bin empört, ich bin empört“ rief er in einer fast drei Minuten langen Wutrede im TV-Sender „Sky“. „Das ist reine Geldgier. Das sind Hochstapler (...) Ein krimineller Akt gegen Fußballfans in diesem Land.“ Der frühere englische Nationalspieler ist entsetzt vom Verein seines Herzens, der zu den treibenden Kräften des Projektes zählt.

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