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Berliner U16-Mannschaft

Hertha-Junioren brechen Spiel wegen rassistischer Beleidigungen ab

Aktualisiert am 15.12.2019
 - 15:47
Ein Verein mit Willkommenskultur: Hertha BSC
Jugendspieler des Berliner Fußballvereins werden bei einer Partie rassistisch beleidigt. Anschließend verlassen sie das Spielfeld. Es ist bereits der zweite Vorfall in kurzer Zeit bei der Hertha.

Gegenseitige Anschuldigungen, Tränen in der Halbzeit und großes Entsetzen nach Abpfiff: Ein neuer Rassismus-Vorfall hat im Fußball-Osten für Wirbel gesorgt. Die B-Junioren von Bundesligaklub Hertha BSC haben am Samstag das Punktspiel in der Nachwuchs-Regionalliga Nordost beim VfB Auerbach nicht fortgesetzt, nachdem nach Angaben der Berliner mehrere Spieler von Herthas U16 „rassistisch beleidigt worden“ seien. Auerbach bestreitet hingegen die Anschuldigungen vehement.

„Nach Hinweisen beim Schiedsrichter haben wir uns entschieden, das Spielfeld in der 68. Minute beim Stand von 2:0 für uns zu verlassen und das Spiel nicht fortzusetzen, denn wir als Hertha BSC verurteilen Rassismus und Diskriminierung in jeglicher Form“, teilte Hertha mit.

Auch Paul Keuter, Mitglied der Geschäftsleitung von Hertha BSC, schaltete sich ein. „Vielleicht ist diese Maßnahme ein Weckruf, dass wir alle gemeinsam – Spieler, Vereine, Verbände und Fans - endgültig diesem Problem Herr werden. In einer solchen Situation sind uns Werte und eine klare Haltung wichtiger als ein Sieg oder eine Niederlage auf dem Platz“, sagte Keuter.

Sofian Chahed, Trainer der B-Junioren von Hertha BSC, schilderte am Sonntag Details. „Beim Halbzeitpfiff hat ein Spieler von uns plötzlich bitterlich geweint. Auf meine Nachfrage hat er geantwortet, dass er permanent beleidigt wurde“, berichtete Chahed laut Bild. Sein Team posierte nach dem Spiel in der Kabine für ein Mannschaftsfoto, das der ehemalige Profi Chahed mit dem Zusatz „Es darf keinerlei Spielraum für Rassismus auf und neben dem Platz geben!“ via Twitter postete.

Auerbach verwehrte sich gegen den erhobenen Rassismus-Vorwurf. Der Klub stelle fest, „dass weder der Schiedsrichter, noch die Schiedsrichter-Assistenten eine rassistische Äußerung wahrgenommen haben“. Dies habe das Schiedsrichter-Gespann dem VfB im Anschluss an das Spiel bestätigt. Auch sei der von Hertha erweckte Eindruck falsch, „es habe sich um ein Spiel gehandelt, das in irgendeiner Form von rassistischen Aussagen geprägt gewesen sein soll“. Auerbach beklagte, dass VfB-Akteure während des Spiels über das erträgliche Maß hinaus beleidigende Äußerungen ihrer Gegenspieler hätten ertragen müssen.

„Wir haben über das gesamte Spiel übelste Pöbeleien und fortwährende Beleidigungen der Berliner Spieler gegenüber unseren Spielern mit Bedauern und Unverständnis feststellen müssen. Auch innerhalb der Berliner Mannschaft kritisierten sich die Spieler in einer ungewöhnlich harten Art“, sagte VfB-Manager Volkhardt Kramer.

Auerbach will den Vorwürfen nun nachgehen. „Sollten sich die Anschuldigungen als berechtigt herausstellen, wird der Verein die entsprechenden Konsequenzen ziehen“, teilte der Klub mit. Details zum Spiel wird der VfB Auerbach dem zuständigen Sportgericht in einer Stellungnahme in den nächsten Tagen zukommen lassen. Der Nordostdeutsche Fußball-Verband (NOFV) kündigte an, möglicherweise ein Verfahren zu eröffnen.

Erst vor einer Woche hatte es einen Rassismus-Vorfall mit Beteiligung von Hertha BSC gegeben. Nach dem Regionalligaspiel der zweiten Mannschaft von Hertha bei Lok Leipzig hatte Berlins Spieler Jessic Ngankam berichtet, dass er durch Affenlaute aus der Leipziger Fankurve und durch das Wort „Affe“ beleidigt worden sei. Die Partie wurde für mehrere Minuten unterbrochen. Auch für diesen Vorfall püft der NOFV, ob ein Verfahren eingeleitet wird.

Quelle: jaeh./sid
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