Fußball-Fans klauen Pokal

„Der Pott bleibt in Dortmund“

27.10.2021
, 12:42
Das Objekt der Begierde: der DFB-Pokal.
Im Lokal eines ehemaligen Dortmunder Fußballprofis, der selbst einst den DFB-Pokal gewonnen hat, klauen Fans eine Nachbildung des Cups. Doch allzu clever stellen sie sich nicht an.
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Fußball-Fans aus Ingolstadt haben nach der Niederlage ihres Vereins in Dortmund eine Nachbildung des DFB-Pokals aus der Kneipe des ehemaligen Weltmeisters Kevin Großkreutz gestohlen, der einst selbst den Pokal mit dem BVB gewonnen hatte. Die vier Verdächtigen wurden nach einer trickreichen Fahndung der Polizei allerdings noch in der Stadt erwischt. „Die gute Nachricht: Der Pott bleibt in Dortmund“, bilanzierten die Ermittler am Mittwoch.

DFB-Pokal

Wie die Polizei mitteilte, hatten die vier Ingolstädter (21 bis 27 Jahre alt) die 0:2-Niederlage ihres Vereins am Dienstagabend in der Kneipe in der Dortmunder Innenstadt begossen. Wie Großkreutz' Geschäftspartner Christopher Reinecke der Deutschen Presse-Agentur (dpa) am Mittwoch berichtete, hatte das Quartett wie viele andere Gäste den Pott für Fotos an den Tisch geholt. Gegen 1 Uhr, als die Kneipe „Mit Schmackes“ schloss, habe es viel Trubel gegeben „und danach war der Pokal weg“, so Reinecke.

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Als der Pott weg war, alarmierte das Personal die Polizei. Die ermittelte bei der Taxizentrale – und prompt erinnerte sich ein Fahrer an vier Gäste mit Pokal. Streifenbeamte passten das Quartett ab und stellten den Pokal sicher. Er ist laut Polizei mehrere Tausend Euro wert. Jetzt wird gegen die Ingolstädter wegen Diebstahls ermittelt. „Mit Schmackes“-Wirt Reinecke nimmt die Sache selbst „sportlich“, wie er am Mittwoch sagte. „Es war ein Streich. Für uns ist das alles harmlos ausgegangen. Von mir aus sollten die Jungs nicht verknackt werden.“

Hazard als Held des Abends

Im Spiel sorgte der eingewechselte Thorgan Hazard mit seinen beiden späten Treffern dafür, dass der FC Ingolstadt mit leeren Händen nach Hause fahren musste. „Wenn ich immer zwei Tore mache, kann ich auf der Bank bleiben – kein Problem“, scherzte der belgische Nationalspieler bei Sport1. Für seine beeindruckende Ausbeute in nur 19 Minuten Spielzeit hatte er eine einfache Erklärung: „Manchmal ist es leichter, wenn du von der Bank kommst. Dann ist der Gegner schon müde.“

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Die Einschätzung von Hazard passte zu diesem Pokalspiel. Über 70 Minuten lang bemühte sich der drückend überlegene BVB vergeblich um einen Treffer, ehe sich in der abgekämpften Ingolstädter Deckung die nötigen Lücken auftaten. Die nutzte der eigentlich nicht für seine Abschlussstärke bekannte Reservestürmer im Stil eines echten Torjägers.

„Ich hoffe, dass ihm das einen Schub gibt. Wir brauchen in den nächsten Wochen viele unterschiedliche Torschützen“, kommentierte Trainer Marco Rose in Anspielung auf den langen Ausfall von Erling Haaland.

In seiner Not war der Coach von seinem Vorhaben abgerückt, Spieler wie Marco Reus und Hazard komplett für die kommenden anspruchsvolleren Aufgaben gegen Köln, Amsterdam und Leipzig zu schonen. Für die späte Einwechslung der beiden Offensivkräfte in der 71. Minute wurde Rose belohnt. Dass sich sein um elf angeschlagene Profis dezimierter Kader im Duell mit Ingolstadt lange Zeit schwer tat, konnte er verschmerzen: „Wir haben das sehr seriös gemacht und ganz wenig zugelassen. Ich finde, es war eine sehr reife Leistung.“

Quelle: ad./dpa
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