Eurogoals: FAZ.NET mit DAZN

Beste Laune bei Klopp – Ärger bei Guardiola

Von Tobias Rabe
Aktualisiert am 09.12.2019
 - 08:07
Jürgen Klopp hat dieser Tage beste Laune, auch nach dem Spiel in Bournemouth.
Liverpool gelingt Besonderes. Manchester City verliert Stadtderby mit Eklat. Sensationelle Tore in Barcelona. Ronaldo trifft, aber Juve verliert. Neymar hilft Tuchels Paris. Sehen Sie Europas Fußball-Wochenende im Video.

Jürgen Klopp musste laut lachen. Als er gerade erklärte, wie glücklich er mit dem 3:0-Auswärtssieg des FC Liverpool bei AFC Bournemouth in der englischen Premier League sei, regte sich eines der Handys, die vor ihm lagen. Journalisten plazieren sie mit eingeschalteter Aufnahmefunktion dort, um die Zitate des Trainers später korrekt wiedergeben zu können. Das Gerät vibrierte und Klopp konnte sich einen Blick auf das Display nicht verkneifen, um zu sehen, wer denn der Anrufer ist: „Princess Leslie Lou“, sagte er und lachte laut. „Das gefällt mir. Herzliche Glückwünsche! Mein Gott...“

Auch abseits dieser kuriosen Unterbrechung bekam Klopp das Lachen nicht mehr aus dem Gesicht. Schließlich hatte seine Mannschaft zuvor das 15. von 16 Spielen in dieser Saison mit drei Punkten abgeschlossen. „Ja, das war perfekt. Zu 100 Prozent perfekt“, sagte Klopp. Es ist selten, dass Trainer sowas von sich geben, schließlich wollen sie keine Selbstzufriedenheit aufkommen lassen und daher lieber ein Haar in der Suppe finden. Alex Oxlade-Chamberlain, der frühere Leipziger Naby Keita und Mo Salah erzielten die Tore vorne. Und hinten ließen das Team keines zu. Auch das freute Klopp.

„Ich hatte schon vergessen, wie sich ein Sieg ohne Gegentor anfühlt. Die Jungs wollten das unbedingt mal wieder schaffen. In der Kabine haben alle nur von der ‚weißen Weste‘ gesprochen“, sagte Klopp: „Das sollte uns jetzt wieder öfter gelingen, denn es fühlt sich gut an. Das nächste Spiel, in dem eine weiße Weste ganz nützlich wäre, steht bereits vor der Tür – am Dienstag in Salzburg.“ Dort droht bei einer Niederlage das frühe Aus in der Gruppenphase der Champions League. Und es dürfte als sicher gelten, dass Klopps blendende Laune in diesem Fall ziemlich schnell verloren gehen würde.

Liverpools Freude wurde noch gesteigert durch die Niederlage von Manchester City im Stadtderby gegen United. Marcus Rashford und Anthony Martial trafen früh, Nicolas Otamendis Anschluss kam zu spät. Zudem wurde die Partie durch einen Rassismus-Vorfall eines City-Zuschauers überschattet.

Erster Verfolger von Liverpool ist nicht Manchester City, sondern Leicester City. Der Meister von 2016 spielt eine überraschend gute Saison und liegt acht Punkte hinter Klopp und Co. Bei Aston Villa gab es ein 4:1. Torjäger Jamie Vardy erzielte gleich zwei Tore. Es war bereits der achte Sieg in Serie für Leicester.

Einen deutlichen Effekt des Trainerwechsels spürt Tottenham Hotspur. Mit José Mourinho läuft es, trotz der Niederlage bei Manchester United, wieder. Gegen den FC Burnley gab es ein 5:0. Harry Kane glänzte mit zwei Treffern. Und schon sind die Spurs wieder den Europapokal-Plätzen nahe.

In der spanischen Primera División geben sich die Erzrivalen an der Spitze keine Blöße. Meister FC Barcelona besiegte RCD Mallorca mit 5:2. Torwart Marc-André ter Stegen bereitete ein Tor vor, Luis Suarez gelang ein traumhafter Treffer mit der Hacke, den Rest erledigte Lionel Messi mit drei Toren.

Real Madrid liegt punktgleich mit Barca auf Platz zwei. Eine Gala zeigten die „Königlichen“ nicht, zu einem Heimsieg reichte es dennoch vor dem Clásico nächste Woche am Mittwoch. Gegen Espanyol Barcelona gab es ein 2:0, weil die beiden Franzosen Raphael Varane und Karim Benzema trafen.

Einzig der FC Sevilla kann ein wenig den Anschluss halten und liegt drei Punkte hinter dem Spitzenduo. Der Klub aus Andalusien kam allerdings bei CA Osasuna allerdings nur zu einem 1:1. Schon acht Punkte hinter Barcelona und Real liegt Atlético Madrid. Beim FC Villarreal gab es ein torloses Remis.

In der italienischen Serie A stolperten die beiden Topteams. Spitzenreiter Inter Mailand kam daheim gegen AS Rom nicht über ein torloses Unentschieden hinaus. Dabei scheiterte die Elf von Antonio Conte immer wieder am Ersatztorwart Antonio Mirante, der mit 36 Jahren eine Sternstunde erlebte.

Inter blieb allerdings auf Platz eins und baute den Vorsprung um einen Punkt aus, weil Juventus Turin sogar bei Lazio Rom mit 1:3 verlor. Cristiano Ronaldo brachte die „Alte Dame“ zwar in Führung, dann aber drehte der Klub aus der Hauptstadt auf, zumal Juves Juan Cuadrado noch die Rote Karte sah.

Einen ziemlichen Absturz erlebt derzeit die SSC Neapel. In den vergangenen Jahren spielte der Klub als erster Rivale von Dauermeister Juventus Turin immer vorne mit. Nun ist Mittelmaß angesagt. Bei Udinese Calcio reichte es nur zu einem 1:1 für die Elf vom früheren Bayern-Coach Carlo Ancelotti.

In der französischen Ligue 1 bleibt der Meister das Maß aller Dinge, auch wenn Paris St. Germain ein wenig mehr Mühe hatte. Bei Montpellier HSC geriet das Team von Thomas Tuchel gar in Rückstand. Neymar mit einem traumhaften Freistoßtor leitete aber die Wende ein. Am Ende hieß es noch 3:1.

So kann man sich mal aus der japanischen J-League verabschieden. Lukas Podolski gelangen im wohl letzten Ligaspiel für Vissel Kobe gleich drei Tore beim 4:1 gegen Jubilo Iwata. Damit stahl er David Villa, der verabschiedet wurde, etwas die Show. „No Poldi no Party“, kommentierte Podolski knapp.

Quelle: FAZ.NET
Autorenporträt / Rabe, Tobias
Tobias Rabe
Verantwortlicher Redakteur für Sport Online.
  Zur Startseite
Verlagsangebot
Verlagsangebot