Machtkampf im DFB

Deutscher Flachzangen-Bund?

EIN KOMMENTAR Von Evi Simeoni
16.05.2021
, 08:16
Das Ego kickt: Nach dem Gruben-Graben bis zum kollektiven Einsturz in dieser Woche sollte man den Deutschen Fußball-Bund umbenennen.

Wenn es so weiter geht, werden wir den DFB umbenennen müssen. Eigentlich wäre das schon vor längerer Zeit angebracht gewesen, als offenbar wurde, dass keine der Führungsfiguren in der Otto-Fleck-Schneise sich mehr für Fußball interessierte. Hätte sonst Bundestrainer Joachim Löw nach dem Desaster von Russland 2018, oder gar dem Untergang im November 2020 gegen Spanien im Amt bleiben können? Natürlich nicht.

Nur: Wie soll die Traditionsvereinigung der Ego-Taktiker nun heißen? Deutscher Flachzangen-Bund? Nicht ganz. Vielleicht eher: Deutscher Fallensteller-Bund. Das würde das Lieblingshobby der bisherigen Führungsriege widerspiegeln, die diese Woche das Gruben-Graben bis zum kollektiven Einsturz betrieben hat. Und auf die neue Konstellation zutreffen: Kurz schien es, als machte man Tabula Rasa, alle Beteiligten räumten ihre Plätze für frische Kräfte.

Und dann ist doch wieder ein taktischer Schein-Rückzug dabei vom cleveren Dauer-Vize Koch, dem Meister der Flaschenkorken-Technik: Wenn der Sturm sich beruhigt hat, stellt man fest, er schwimmt immer noch oben. Und der DFB wird Deutscher Frust-Bund.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Simeoni, Evi
Evi Simeoni
Sportredakteurin.
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