Premier League

Kurioses Siegtor in England – nach dem Schlusspfiff

Aktualisiert am 26.09.2020
 - 21:38
Manchester United jubelte doch noch über den späten Sieg.
Eigentlich ist die Partie von Manchester United in Brighton schon beendet. Doch dann fällt dem Video-Assistenten etwas auf. Turbulent geht es auch beim Spiel des FC Chelsea mit Timo Werner und Kai Havertz zu.

Die deutschen Fußball-Nationalspieler Kai Havertz und Timo Werner haben in der Premier League mit dem FC Chelsea durch eine imponierende Aufholjagd eine weitere Pleite vermieden. Beim 3:3 (0:3) beim bisher punktlosen Aufsteiger West Bromwich Albion bewahrte erst Tammy Abraham mit seinem Ausgleichstreffer in der dritten Minute der Nachspielzeit die Blues vor der zweiten Niederlage nacheinander. Trotz des Happy Ends hinkt der frühere Meister Meister hinter den Erwartungen her.

Von den beiden deutschen Zugängen konnten weder Werner noch Havertz, der unter der Woche noch mit einer Drei-Tore-Gala im Ligapokal geglänzt hatte, maßgebliche Impulse setzen. Ihr Nationalmannschaftskollege Antonio Rüdiger, der angeblich vom spanischen Renommierklub FC Barcelona und Champions-League-Finalist Paris St. Germain umworben sein soll, gehörte eine Woche nach dem 0:2 gegen Meister FC Liverpool nicht zum Kader von Chelseas Teammanager Frank Lampard. Den Grundstein zur erfolgreichen Aufholjagd der Londoner nach dem klaren Pausenrückstand legten Mason Mount (54.) und der eingewechselte Callum Hudson-Odoi (70.).

Für noch größere Schlagzeilen als Chelseas Last-Minute-Remis sorgte der 3:2 (1:1)-Sieg von Rekordmeister Manchester United bei Brighton and Hove Albion buchstäblich nach dem Schlusspfiff. Dabei traf der Portugiese Bruno Fernandes in der zehnten Minute der Nachspielzeit schon nach dem ursprünglichen Spielende per Elfmeter zum ersten Saisonsieg der Red Devils.

Das Kurioseste daran war nicht einmal die immens lange Nachspielzeit – vielmehr hatte Schiedsrichter Chris Kavanagh die Partie bereits in Minute 90.+7 beendet, wurde danach aber vom Videoassistenten an den Bildschirm geschickt. Nach kurzer Überprüfung ahndete Kavanagh ein Handspiel von Brightons Neal Maupay mit Strafstoß. ManUnited, das mit einer 1:3-Heimpleite in die Saison gestartet war, kam somit mit einem blauen Auge davon. Regeltechnisch ist solch ein Vorgehen möglich: Solange der Schiedsrichter nicht vom Feld gegangen ist, kann ein Vergehen mit Hilfe des Video-Assistenten auch nach Abpfiff einer Halbzeit noch geahndet werden.

In einem zeitweise vogelwilden Spiel hatte der spätere Pechvogel Maupay (40.) zuvor die Hausherren in Führung gebracht – nach Videobeweis und einem Foulspiel von Fernandes. Nach einem Eigentor von Lewis Dunk (43.) wurde ein Treffer von Marcus Rashford (52.) per Videobeweis aberkannt. Rashford (55.) traf aber kurz darauf regelkonform zur Führung, die Solly March (90.) in der eigentlichen Schlussminute ausglich. Und dann kamen der Schiedsrichter und Fernandes.

Spaniens Meister Real Madrid bejubelte derweil seinen ersten Saisonsieg. Das Team um den deutschen Nationalspieler Toni Kroos gewann am Samstagabend bei Real Betis in Sevilla dank eines Elfmetertores mit 3:2 (1:2). Der neu ins Team gekommene Mittelfeldspieler Fede Valverde brachte die Königlichen in der 14. Minute in Führung. Aissa Mandi (35.) und William Carvalho (37.) drehten binnen zwei Minuten die Partie zugunsten der Gastgeber. Nach der Pause kam Madrid zum 2:2 durch ein Eigentor von Sevillas Emerson (48.) zum Ausgleich, ehe Sergio Ramos (82.) per Handelfmeter das 3:2-Siegtor erzielte.

Nach zwei Siegen zum Auftakt verpasste Real Betis durch die Heimniederlage den Sprung an die Tabellenspitze. Madrid stellte nach dem 0:0 zum Start bei Real Sociedad San Sebastian mit nun vier Punkten den Anschluss an die Spitzengruppe her. Kroos musste verletzungsbedingt unmittelbar vor der Pause vom Feld und verfolgte die zweite Halbzeit von der Tribüne aus. Von dort aus sah er einen wuchtigen Schuss von Real-Stürmer Karim Benzema, der an die Latte krachte, von dort hinter die Torlinie und wieder aus dem Tor sprang. Das Spiel aber wurde ohne Unterbrechung fortgesetzt. Eigentorschütze Emerson sah in der 67. Minute nach einer Notbremse gegen den ehemaligen Bundesliga-Spieler Luka Jovic Rot.

Quelle: sid/dpa
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