Deutscher Premier-League-Coach

Daniel Farke siegt – und fliegt

07.11.2021
, 10:32
Daumen hoch: Nach dem ersten Saisonsieg schien die Welt noch in Ordnung für Daniel Farke.
Neben Klopp und Tuchel war Farke der dritte deutsche Trainer in der englischen Premier League. Norwich City führte er zweimal zum Aufstieg und nun zum ersten Saisonsieg. Direkt danach wurde er entlassen.
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Daniel Farke wird den Tag zukünftig wohl nicht mehr vor dem Abend loben. „Das ist großartig heute“, hatte der deutsche Teammanager von Norwich City nach dem ersten Saisonsieg in der englischen Premier League noch euphorisch zu Protokoll gegeben. Drei Stunden später war der Coach des Tabellen-Schlusslichts seinen Job los. Siegen und dennoch fliegen – das erstaunte sogar den hartgesottenen Gary Lineker. Man sollte besser „niemals ein Spiel gewinnen“, schlussfolgerte die englische Fußball-Ikone voller Ironie bei Twitter: „Das ist ein Anfängerfehler.“ Die Verantwortlichen von Norwich sahen das wohl ähnlich. Der Sieg bei Mitaufsteiger FC Brentford (2:1) spielte bei ihrer Entscheidung jedenfalls keine Rolle.

„Es war nicht einfach. Ich weiß, wie sehr Daniel und sein Trainerteam den Erfolg gewollt haben“, sagte Sportdirektor Stuart Webber: „Wir denken jedoch, dass jetzt der richtige Zeitpunkt für eine Veränderung ist, um die besten Voraussetzungen zu haben und in der Premier League zu bleiben.“ Mit seiner Entlassung hatte Farke nicht gerechnet. Nach dem Sieg in Brentford war der 45-Jährige noch vom Erfolg seiner Mission überzeugt. „Wir haben einen großen Teamgeist und Glauben in der Truppe“, hatte Farke gesagt: „Jeder war schon vorher davon überzeugt, dass wir die ersten drei Punkte für den Klub holen werden.“

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Den Verantwortlichen um Webber („Daniel wird bei uns immer willkommen sein“) fehlte allerdings die Überzeugung mit Blick auf den Klassenerhalt. Denn mit Abstiegen kennt man sich bei Norwich mittlerweile ebenso gut aus wie mit Aufstiegen. Farke war 2017 von Borussia Dortmunds Reserve gekommen, 2019 führte er die Canaries in die Premier League. Ein Jahr später folgte der direkte Wiederabstieg, im vergangenen Sommer ging es aber gleich wieder hoch – mit dem Klubrekord von 97 Punkten. Farke schien bis auf Weiteres gesetzt, schließlich bieten sich beim Verein aus dem Osten Englands unterdurchschnittliche finanzielle Möglichkeiten.

„Der gesamte Klub sollte Daniel und seinem Stab für immer dankbar sein“, sagte Webber daher, Farke habe Norwich „unvergessliche Momente“ auf „unserer Reise“ beschert. Die Regeln des Profifußballs konnte er dann aber doch nicht aushebeln. Nur fünf Treffer in elf Spielen, dazu 26 Gegentore und ein deutlicher Rückstand zu den Nicht-Abstiegsplätzen, all das sprach gegen Farke. Da halfen auch die vergangenen Erfolge nicht. „Jetzt müssen wir nach vorne schauen. Es sind noch 27 Spiele übrig, es ist noch ein langer Weg zu gehen“, sagte Webber, der noch keinen Nachfolger für Farke präsentiert hat: „Wir haben die Qualität in der Mannschaft, um Punkte zu sammeln und in der Tabelle nach oben klettern zu können.

Der Havertz-Treffer hatte zuvor dem FC Chelsea nicht zum Sieg gegen den FC Burnley gereicht. Der Ex-Leverkusener köpfte den Champions-League-Sieger in der 33. Minute in Führung, doch am Ende stand es nur 1:1 (1:0) für die Mannschaft von Teammanager Thomas Tuchel, der weiterhin auf Angreifer Timo Werner verzichten musste. Mit 26 Punkten sind die Blues trotzdem Tabellenführer vor Fußballmeister Manchester City (23), der das brisante Derby gegen ManUnited mit 2:0 (2:0) gewann. Für United-Teammanager Ole Gunnar Solskjaer wird die Luft nach einer müden Vorstellung dünn. Die Red Devils liegen nun schon sechs Punkte hinter den Skyblues um den deutschen Nationalspieler Ilkay Gündogan.

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Quelle: sid/pc.
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