Trotz Sieg im Hinspiel

RB Leipzig verpasst Finale

05.05.2022
, 23:22
Vielsagende Blicke: Die Leipziger Willi Orban (l.), Kevin Kampl (Mitte) und Dani Olmo nach dem zwischenzeitlichen 2:0 für die Schotten.
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Das 1:0 aus dem Hinspiel hat nicht gereicht: RB Leipzig scheidet im Halbfinale der Europa League gegen die Glasgow Rangers aus. Zu viele haarsträubende Fehler kosten die Sachsen den Finaleinzug.
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Als die Fußball-Party im Hexenkessel Ibrox ihren Höhepunkt gefunden hatte, sanken die Spieler von RB Leipzig enttäuscht und schockiert zu Boden. Eingeschüchtert von der riesigen Atmosphäre haben die Sachsen das Finale der Europa League verpasst und den ersten von zwei möglichen Titeln verspielt. Die Mannschaft von Trainer Domenico Tedesco unterlag am Donnerstagabend 1:3 (0:2) bei den Glasgow Rangers im Halbfinal-Rückspiel und gab die 1:0-Führung aus dem ersten Duell leichtfertig aus der Hand.

Europa League

Vor etwa 50.000 lautstarken Fans schossen James Tavernier (19.), Glen Kamara (24.) und John Lundstram (81.) die aufopferungsvoll kämpfenden Rangers ins Finale nach Sevilla, wo am 18. Mai Eintracht Frankfurt als Gegner wartet. Leipzig, das durch Christopher Nkunku zwischenzeitlich verkürzte (70.), bleibt auf der Jagd nach der ersten Trophäe der Klubgeschichte in dieser Saison nur das Pokalfinale gegen den SC Freiburg.

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Haarsträubende Fehler

„Alle Spieler wissen, was uns hier erwartet“, hatte RB-Coach Domenico Tedesco mit Blick auf die riesige Stimmung im Ibrox Stadium noch gesagt und sich gründlich verschätzt. Denn vom dominanten Leipziger Fußball war gerade in der ersten Halbzeit nichts zu sehen. Die Sachsen ließen sich in die eigene Hälfte zurückdrängen, machten haarsträubende Fehler und fanden offensiv kaum statt. Anders dagegen die Rangers: Getragen von ihren heißblütigen Fans agierten die Schotten mit großem Einsatz, Willen und Leidenschaft, auch wenn die fußballerischen Qualitäten überschaubar blieben.

Aber das reichte gegen ein schwaches RB. Bereits nach sieben Minuten wurde es gefährlich, als der starke Rechtsverteidiger Tavernier Tempo machte. Das Spiel lief fast nur in eine Richtung. Die Konsequenz war die Führung des schottischen Meisters. Nach feiner Vorarbeit von Ryan Kent musste Tavernier den Ball nur noch über die Linie drücken. Für den Kapitän war es der siebte Treffer im 13. Europa-League-Spiel – und gleich zum fünften Mal war es auch der Führungstreffer.

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Das Gegentor zeigte Wirkung. Viel zu schnell verlor die Tedesco-Elf den Ball, wie auch beim zweiten Nackenschlag, als Josko Gvardiol den Ball verlor. Kamara nahm das Geschenk an und traf unhaltbar für Gulacsi ins lange Eck. Tedesco schüttelte in der Coaching Zone nur den Kopf. Und es hätte noch schlimmer kommen können: Denn kurz darauf traf Joe Aribo aus kurzer Entfernung den Ball nicht richtig (29.). Aus Leipziger Sicht war nur ein Schuss von Dani Olmo von der Strafraumgrenze über das Tor die einzige nennenswerte Szene (28.).

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Auch Yussuf Poulsen, der auch aufgrund seiner körperlichen Vorteile für André Silva ins Team gekommen war, konnte wenig bewirken. „Es ist genau das eingetroffen, was wir verhindern wollten. Sie haben schnelle Bälle in die Box gebracht. Es ist sehr schwer zu verteidigen“, bemängelte Christopher Vivell, der Technische Direktor von RB, in der Halbzeitpause bei RTL+: „Wir müssen unsere technischen Fähigkeiten mehr nutzen.“

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Im zweiten Durchgang zogen sich die Rangers etwas zurück und verstärkten die Defensive. Doch trotz langer Ballbesitzphasen kam RB zunächst nicht zu gefährlichen Chancen, dagegen lauerten die Rangers auf Konter. Nach einer Stunde reagierte Tedesco und tauschte den schwachen Olmo gegen Dominik Szoboszlai aus. Es hätte auch noch andere Spieler treffen können.

Es dauerte bis zur 70. Minute, als die Gäste zur ersten Großchance kamen. Der 40-jährige Allan McGregor parierte aber großartig gegen Konrad Laimer. Wenige Sekunden später war er aber machtlos, als Nkunku nach Flange von Angelino zur Stelle war. Plötzlich wurde es leise und die Beine bei den Rangers schwer. Und doch schlug der Rekordmeister noch einmal zurück. Nach Flanke von Kent rettete Gvardiol zunächst auf der Linie, aber Lundstram war im Nachschuss erfolgreich. Danach war kein Halten mehr.

Quelle: dpa
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