Enttäuschung in La Liga

„Kalte Dusche“ für Barça beim Lewandowski-Debüt

14.08.2022
, 12:10
Robert Lewandowski erlebte keinen Einstand nach Maß beim FC Barcelona.
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Kurz vor der Partie des FC Barcelona erhält Robert Lewandowski seine Spielerlaubnis. Der Einstand aber missrät. Erstmals seit 2014 trifft der frühere Star des FC Bayern nicht im ersten Saisonspiel.
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Robert Lewandowski lupfte den Ball mit spielerischer Leichtigkeit über den herausstürmenden Stole Dimitrievski ins Tor und drehte laut jubelnd ab, doch der Assistent an der Seitenlinie hatte genau hingesehen: Lewandowski stand im Abseits, der Treffer des früheren Bayern-Stürmers zählte nicht – und am Ende riss beim biederen 0:0 des FC Barcelona zum Saisonauftakt gegen Außenseiter Rayo Vallecano eine beeindruckende Serie des Weltfußballers.

Seit 2015 hatte der Pole Lewandowski gleich im ersten Saisonspiel immer getroffen, diesmal gelang dem 33-Jährigen für seinen neuen Klub nur das Abseitstor in der 13. Minute, kurz vor Schluss vergab er noch eine gute Möglichkeit (82.). Dennoch war Barcelona-Trainer Xavi „zufrieden“ mit dem Polen, „weil er für die Mannschaft arbeitet“, betonte der frühere Profi.

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Ansonsten sprach der die Probleme des Teams an: „Wir brauchen mehr Effektivität und sind alle etwas enttäuscht von diesem Ergebnis. Es ist eine Frage der Zeit, bis es einen Unterschied macht. Wir wollten den Menschen zeigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind, aber es ist der Anfang“, sagte Xavi. „Wir bitten um Geduld und dass die Menschen an das Team glauben.“ Es sei eine Enttäuschung gewesen. Das Team habe die hohen Erwartungen gespürt.

Neben Lewandowski standen nach langem Theater um die Spielberechtigung auch der Brasilianer Raphinha, Franck Kessie und Andreas Christensen als Neue bei Barca im Spieltagskader. Als einziger Neuzugang fehlte der französische Nationalspieler Jules Kounde im Aufgebot. Trotzdem lief es bei Barca nicht rund.

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Letztlich war es sogar Marc-Andre ter Stegen zu verdanken, dass Barca nicht gleich zum Auftakt eine Niederlage kassierte. „Es ist wichtig, dass ter Stegen uns Punkte rettet, das hat er gemacht, ich glaube an ihn“, sagte Xavi über den deutschen Nationaltorhüter: „Ich verstehe die Enttäuschung, wir hatten viele Erwartungen geweckt und wollten mit einem besseren Ergebnis starten.“

© Eurosport

Erst kurz vor dem Spiel hatte der finanziell schwer angeschlagene Klub die Spielerlaubnis für seine Neuen um Lewandowski erhalten. Die Vorbereitung war so empfindlich gestört, auf dem Platz kontrollierte Barcelona zwar meist das Geschehen, war aber offensiv zu harmlos. Dass Sergio Busquets (90.+3) kurz vor Schluss mit Gelb-Rot vom Platz musste, passte ins Bild.

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Parallel versucht Barcelona, mit Transfers weitere Einnahmen zu generieren. Torjäger Pierre-Emerick Aubameyang ist ein Kandidat, der frühere Dortmunder hat sich wohl in den Fokus des FC Chelsea gespielt. Frenkie de Jong hatten die Katalanen öffentlich unter Druck gesetzt, der Niederländer möge doch gehen oder zumindest einer Kürzung seines Gehalts zustimmen. Beide kamen gegen Vallecano dennoch zum Einsatz.

Nach dem torlosen Pflichtspiel-Debüt von Lewandowski kommentierten spanische Medien die Leistung des Teams kritisch. „Die Wahrheit des Fußballs liegt auf dem Platz und Barça fehlt es noch an Spiel und Zeit, um die Erwartungen zu erfüllen, die die Ankündigung eines spektakulären Debüts in der Liga geweckt hatte“, schrieb die Zeitung „El País“ am Sonntag. Nach Ansicht von „Mundo Deportivo“ war das 0:0 gegen Rayo eine „kalte Dusche“. Die Leistung des Gegners habe gezeigt, dass die Liga „kein Zuckerschlecken“ für Barcelona werde. „Vorbei ist die Euphorie des Wechselsommers.“

Immerhin Lewandowski bekam von der Fachzeitung „AS“ auch Lob: „Er hat nicht getroffen, aber er hat mehr als deutlich gemacht, dass er eine spektakuläre Neuverpflichtung ist“, schrieb die Zeitung zur Leistung des polnischen Weltfußballers. „Das Tor wird schon kommen. Es ist nur eine Frage der Zeit.“ Nach acht Jahren beim FC Bayern war Lewandowski im Juli für eine Ablöse von 45 Millionen Euro zu den Katalanen gewechselt. Sein Vertrag in München wäre noch ein Jahr gelaufen.

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Ancelotti macht nach Real Schluss

Der italienische Startrainer Carlo Ancelotti sieht den Champions-League-Sieger Real Madrid derweil als letzte Station seiner Karriere an. „Diese Etappe bei Real wird das Ende meiner Laufbahn. Danach mache ich Schluss“, sagte der frühere Bayern-Trainer im Interview mit der römischen Tageszeitung „Il Messaggero“. Für ihn gebe es dann schließlich nichts Höheres mehr zu erreichen, sagte der 63-Jährige: „Real ist das Maximum im Fußball. Es hat Sinn, nach dieser Erfahrung Schluss zu machen.“

Die Leidenschaft treibe ihn an, „auch wenn sich mit der Zeit einiges geändert hat. Bis vor einigen Jahren hatte ich technisch-taktische Prioritäten. Jetzt bin ich von den menschlichen Beziehungen, von der Menschenkenntnis, vom Dialog mit den neuen Generationen fasziniert“. Nach einer großen Spielerkarriere hat er mit dem AC Mailand und mit Real die Champions League gewonnen, den FC Chelsea, Bayern München und Paris St. Germain führte er zu nationalen Meisterehren. Sein Vertrag in Madrid besitzt Gültigkeit bis Mitte 2024.

Neymar hatte beim zweiten Spiel von Paris ziemlich viel Spaß.
Neymar hatte beim zweiten Spiel von Paris ziemlich viel Spaß. Bild: Reuters

Dem Starensemble von Paris Saint-Germain gelang unterdessen der zweite klare Saisonsieg in der französischen Ligue 1. Die Tabellenführung wurde damit untermauert. Angeführt von Doppeltorschütze Neymar bezwang der Hauptstadtklub am Samstagabend Montpellier HSC mit 5:2 (2:0). Neben dem Brasilianer (43. Minute/Handelfmeter/51.) trafen für das Team mit Lionel Messi auch der französische Weltmeister Kylian Mbappé (69.) und der frühere Münchner Renato Sanches (87.).

Durch ein Eigentor von Falaye Sacko (39.) war Paris in Führung gegangen. Mbappé verschoss zudem einen Handelfmeter (23.). PSG war bereits mit einem furiosen 5:0 bei Clermont Foot in die Saison gestartet. Die deutschen Nationalspieler Julian Draxler und Thilo Kehrer standen erneut nicht im Kader, sie können bei entsprechenden Angeboten den Klub verlassen.

Quelle: tora./dpa/sid
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