FAZ plus ArtikelDesaströses Bild des DFB

Nur ein erster Schnitt

EIN KOMMENTAR Von Anno Hecker
02.05.2021
, 20:46
Der Rückzug von Präsident Keller ist kaum noch zu vermeiden. Ruhe steht dem DFB aber selbst dann nicht ins Haus. Dazu kann es erst kommen, wenn alle, die für den Abstieg verantwortlich sind, aus dem Spiel sind.

Das desaströse Bild des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) schrie schon lange nach einer radikalen Veränderung. Wer, wenn nicht Präsident Fritz Keller, trug die politische Verantwortung für diese Lage? Er hatte sie zuletzt verschlimmert, als er in einer Präsidiumssitzung seinen Vizepräsidenten Rainer Koch mit dem Scharfrichter Roland Freisler gleichsetzte, der in der Hitler-Diktatur den Volksgerichtshof in ein Terrorinstrument der Nazis verwandelte.

Am Sonntag haben die Landes- und Regionalpräsidenten des DFB Keller wegen dieser Entgleisung mit großer Mehrheit zum Rücktritt aufgefordert. Sie brachte das Fass zum Überlaufen. Gescheitert ist Keller aber, weil er es über eineinhalb Jahre seit seiner Wahl nicht schaffte, mit Autorität und präsidialer Würde den damals schon außer Rand und Band geratenen Verband zu führen. Er mag Gutes im Sinne gehabt haben, aber er konnte es nicht umsetzen. Keller war überfordert.

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Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Hecker, Anno
Anno Hecker
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