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FAZ plus ArtikelFußballklub im Fokus

Arabische Schlacht um Newcastle

Von Christoph Ehrhardt
Aktualisiert am 29.05.2020
 - 08:41
Newcastle United spielt im St. James’ Park, zumindest wieder wenn die Corona-Pause vorbei ist.zur Bildergalerie
Muhammed bin Salman und der saudische Staatsfond wollen Newcastle United übernehmen. Der Premier-League-Partner Qatar hält dagegen. Es ist ein Kampf mit allen Mitteln – und ein Konflikt, der weit über den Sport hinaus reicht.

Wenn sich Sprecher von Fan-Gruppen über ihre Vereine auslassen, steht normalerweise nicht die Menschenrechtslage in fernen Ländern zur Debatte. In Newcastle aber stehen seit Wochen die Anhänger unter Rechtfertigungsdruck: Der saudische „Public Investment Fund“ will achtzig Prozent des Premier-League-Klubs Newcastle United übernehmen. Die Fans würden gerne Mike Ashley, den verhassten Besitzer ihres Vereins, loswerden. Sie ahnen aber auch, dass sie sich auf eine schwierige Nachfolge einstellen müssen. Peter Maughan vom „Newcastle United Supporters Trust“ erklärte Anfang Mai gegenüber der BBC: „Wir können nicht mitbestimmen, wie eine souveräne Nation geführt wird, aber wir können darüber mitreden, wie der Klub geführt wird. Wer auch immer den Klub besitzt, wir wollen Einfluss haben.“

Nur ist Muhammad bin Salman, der saudische Kronprinz, der besagtem Staatsfonds vorsteht, überhaupt kein Fan von Mitbestimmung. Er treibt zwar die Öffnung der Gesellschaft voran, aber sein Repressionsapparat geht brutal gegen jeden zu Werke, der seine Herrschaft in Frage stellt. Welche Mittel dem neuen starken Mann in Riad recht sind, zeigte sich im Oktober 2018, als der Kronprinzenkritiker Jamal Khashoggi im saudischen Konsulat in Istanbul ermordet wurde. Sein Leichnam wurde mit einer Knochensäge zerteilt. Noch heute leugnet die saudische Führung, dass Muhammad bin Salman etwas mit der Sache zu tun hat. Westliche Geheimdienste, darunter der amerikanische, sehen das anders. Khashoggis damalige Verlobte Hatice Cengiz hat die Newcastle-Fans aufgefordert, zusammenzustehen, die Übernahme zu blockieren.

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Quelle: F.A.Z.
Christoph Ehrhardt  - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Christoph Ehrhardt
Korrespondent für die arabischen Länder mit Sitz in Beirut.
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