Spanischer Fußball

Der Nächste, bitte!

19.08.2013
, 13:44
Traumstart für Trainer Martino: ein 7:0 in „Lichtgeschwindigkeit“
Mit einem 7:0-Rekordsieg über UD Levante erwischt der neue Barça-Trainer Martino einen Traumstart. Messi schießt zwei Tore und wird ausgewechselt. Levantes Trainer Caparrós fühlt sich wie nach einem Zahnarztbesuch.
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„Alle meine Erwartungen wurden übertroffen“, sagte Gerardo „Tata“ Martino, der neue Trainer des FC Barcelona, nach dem 7:0-Rekordsieg gegen UD Levante bei seinem Debüt in der spanischen Fußball-Liga. Dauerrivale Real Madrid dagegen entging beim 2:1-Erfolg über Betis Sevilla am Sonntagabend nur knapp einer Blamage.

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Das 7:0, zu dem Lionel Messi einen Doppelpack beisteuerte, war in der Geschichte der Primera División der höchste Barça-Sieg zu Saisonbeginn. Der bisherige Rekord war ein 8:2-Erfolg im Jahr 1950 über Real Sociedad San Sebastián gewesen. Held des Tages beim spanischen Meister war aber nicht Messi, sondern dessen argentinischer Landsmann Martino.

Der Trainer, der aufgrund des Krebsleidens von Tito Vilanova kurzfristig verpflichtet worden war, hatte es fertig gebracht, die alten Tugenden der Katalanen neu zu beleben. Die Blau-Roten zeigten eine mannschaftliche Geschlossenheit wie seit langem nicht mehr. Sogar Superstar Messi beteiligte sich am Pressing in der gegnerischen Hälfte. „Barça ließ den Ball fast mit Lichtgeschwindigkeit zirkulieren“, schwärmte die Zeitung „El País“.

Die Fans freuen sich über den Argentinier auf der Bank
Die Fans freuen sich über den Argentinier auf der Bank Bild: AFP

Schon zur Halbzeit führten die Katalanen mit 6:0. Levantes Trainer Joaquín Caparrós war froh, als der Schiedsrichter das Spiel abpfiff. „Wir haben den Zahnarztbesuch hinter uns. Nun kommt der Nächste an die Reihe“, meinte der Coach zerknirscht.

Neymar auf der Bank

Der neue Barça-Trainer, der zuvor noch nie für einen europäischen Club gearbeitet hatte, wartete mit einigen Überraschungen auf. Er ließ den Jungstar Neymar, der Barça eine Ablösesumme von 57 Millionen Euro gekostet hatte, sein Debüt zunächst auf der Ersatzbank feiern. Der Brasilianer wurde erst in der 64. Minute eingewechselt.

Kräfte besser einteilen: Messi (rechts) muss nicht mehr bis zum Schluss mitspielen
Kräfte besser einteilen: Messi (rechts) muss nicht mehr bis zum Schluss mitspielen Bild: AFP

Wenig später verblüffte „El Tata“ das Publikum erneut: Er holte Messi vom Feld. In den vergangenen Spielzeiten war der Weltfußballer nur nach Verletzungen ausgewechselt worden. „Wir haben aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt“, erläuterte Manager Andoni Zubizarreta. Barça wolle mit den Kräften Messis nun besser haushalten.

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Khedira und Özil ausgewechselt

Der Titelrivale Real Madrid musste gegen Betis Sevilla bis in die Schlussphase um den Sieg bangen. Der U-21-Europameister Isco stellte erst in der 86. Minute mit einem Kopfballtreffer den 2:1-Sieg sicher. Die deutschen Nationalspieler Sami Khedira und Mesut Özil standen in der Startelf, wurden aber beide ausgewechselt: Khedira in der 54. Minute wegen Kniebeschwerden und Özil 15 Minuten später nach einer wenig überzeugenden Partie.

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Real-Trainer Carlo Ancelotti hatte - wie bereits Vorgänger José Mourinho - Torwart Iker Casillas auf die Ersatzbank verbannt und Diego López den Vorzug gegeben. Für den Welt- und Europameister war die Zurücksetzung besonders bitter, denn er hatte gehofft, nach seinem Zwist mit Mou unter dem neuen Coach seinen Stammplatz zurückzubekommen. Ancelotti betonte jedoch: „Die Entscheidung galt nur für diese Partie. Im nächsten Spiel werden wir sehen, wer das Tor hüten wird.“

Quelle: FAZ.NET/dpa
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