Wegen Kritik an Copa América

Marcelo Martins für ein Spiel gesperrt

19.06.2021
, 09:37
Boliviens Marcelo Martins: Wegen seiner Kritik an der Verlegung der Copa América nach Brasilien für ein Spiel gesperrt
Marcelo Martins kritisiert den Fußballverband Conmebol, weil er die Copa América trotz Corona nach Brasilien verlegte. Für die Majestätsbeleidigung muss der bolivianische Stürmer einmal aussetzen.

Wegen seiner Kritik an der Verlegung der Copa América nach Brasilien und dem südamerikanischen Fußballverband Conmebol ist der bolivianische Stürmer Marcelo Martins für ein Spiel gesperrt worden. Zudem muss der Profi vom brasilianischen Zweiligaklub Cruzeiro Belo Horizonte eine Geldstrafe in Höhe von 20.000 US-Dollar zahlen, wie der Verband am Freitag mitteilte.

Martins war einen Tag vor dem Anpfiff der Copa América am vergangenen Sonntag positiv auf das Coronavirus getestet worden. Danach soll er sich in den sozialen Medien kritisch über den Conmebol geäußert haben. Unter anderem warf er dem Fußballverband offenbar vor, den Profit über die Gesundheit der Spieler zu stellen. Sollte Martins seine Vorwürfe wiederholen, droht ihm nach Angaben des Verband eine Sperre von einem Jahr.

Das südamerikanische Kontinentalturnier war erst von wenigen Wochen nach Brasilien verlegt worden, nachdem Argentinien wegen der zweiten Corona-Welle als Ausrichter abgesprungen war. Der südamerikanische Fußballverband Conmebol geriet daraufhin in die Kritik, denn auch Brasilien ist noch immer ein Corona-Brennpunkt: Über 17,8 Millionen Menschen haben sich dort nachweislich mit dem Coronavirus infiziert, fast eine halbe Million Menschen sind im Zusammenhang mit Covid-19 bisher gestorben. Bei der Copa América sind bislang 65 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden.

Angeführt von einem bestens aufgelegten Lionel Messi gewann Argentinien unterdessen den Fußball-Klassiker gegen Uruguay und deren Superstars Luis Suarez und Edinson Cavani mit 1:0 (1:0). Die „Gauchos“ übernahmen in der Gruppe A damit auch die Tabellenführung vor den ebenfalls vier Zähler aufweisenden Chilenen, die zuvor Bolivien mit 1:0 (1:0) bezwangen.

„Bravo Messi, gute Seleccion und klassischer Triumph“, titelte Argentiniens Sportblatt Ole zufrieden. Messi legte nicht nur Guido Rodriguez (13.) perfekt zu dessen Premierentor im Nationaltrikot auf, über den 33-Jährigen liefen auch fast alle gefährlichen Aktionen der Argentinier.

In Cuiaba verwertete der eingebürgerte Engländer Ben Brereton einen mustergültigen Konter der Chilenen über die früheren Bundesliga-Akteure Arturo Vidal und Eduardo Vargos nach neun Minuten zum Tor des Tages gegen Bolivien ein. Wie zuvor beim 1:1 gegen Argentinien war der Leverkusener Charles Aranguiz einer der Aktivposten im Mittelfeld von La Roja.

Protest gegen Nike

Für mehr Aufsehen sorgten Vidal und Co. jedoch mit einer Aktion gegen ihren Trikotsponsor (Nike). Weil der Ausrüster angeblich 4,2 Millionen US-Dollar aus der Spielzeit 2019/20 nicht gezahlt hatte, überklebte die gesamte Mannschaft das Firmensymbol auf der Trikotbrust mit einer chilenischen Flagge. Das Unternehmen pocht seinerseits auf zuvor nicht erfüllte Pflichten der Chilenen. Der Fall liegt bereits einem Schiedsgericht in New York vor.

Quelle: ad./dpa/sid
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