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„Riesiger Sieg“ für Tuchel – Tränen bei Robben

Von Tobias Rabe
10.05.2021
, 08:02
Chelsea ärgert Guardiola wieder. Liverpool und Klopp unter Druck. Real und Barça patzen. Juve in Not. Paris strauchelt. Emotionales Comeback in Holland. Sehen Sie Europas Fußball-Wochenende im Video.

Eine Verabredung zum Fußball haben Manchester City und der FC Chelsea in dieser Saison noch. Ob das Finale der Champions League allerdings, wie geplant, am 29. Mai in Istanbul stattfinden wird, ist unklarer denn je. Wegen der Corona-Lage in der Türkei hat die britische Regierung das Land auf eine rote Liste gesetzt und Fans gebeten, nicht zu fliegen. Wer aus der Türkei nach Großbritannien reist, muss sich auf eigene Kosten zur Quarantäne in ein Corona-Hotel begeben. Die Europäischen Fußball-Union (UEFA) hoffte, dass Zuschauer zum Endspiel im Atatürk-Olympiastadion zugelassen werden.

Nun ist die britische Regierung mit der UEFA in Gesprächen über die Verlegung von der Türkei nach Großbritannien. „Es gibt heikle Verhandlungen, die im Moment im Gange sind“, sagte der britische Vize-Premierminister Michael Gove am Sonntag. „Ich bin mir sicher, dass die Fans in Großbritannien es liebend gerne sehen würden, dass das Finale hier in Großbritannien gespielt würde.“ Auf Anfrage wollte sich die UEFA nicht äußern. Zuletzt hatte der Verband erklärt, „etwas Zeit“ zu brauchen, „um über das Thema nachzudenken“. Als Ersatzort wäre das Londoner Wembley-Stadion passend.

Guardiola muss sich ärgern

Am Wochenende aber traf man sich zunächst in Manchester. Und City erlebte, wie schon im FA-Cup-Halbfinale Mitte April einen unschönen Nachmittag. Damals traf Hakim Ziyech zum Chelsea-Sieg, der war auch diesmal erfolgreich, ehe Marcos Alonso mit der letzten Aktion der Partie zum 2:1 traf. City war durch Raheem Sterling in Führung gegangen, dann vergab Sergio Aguero einen Elfmeter allzu lässig, als er ihn in die Mitte des Tores lupfte, Torwart Edouard Mendy das aber ahnte und den Ball locker fing. Pep Guardiola hatte also einigen Grund, sich an den Kopf zu fassen und zu ärgern.

Die endgültige Entscheidung in der Meisterschaft pro City lässt daher weiter auf sich warten. Für den FC Chelsea indes waren die drei Punkte immens wichtig im Kampf um den Einzug in die Champions League. Ein Lob hatte Trainer Thomas Tuchel für Timo Werner übrig: „Er hat wirklich sehr, sehr hart gearbeitet.“ Zugleich stieg das Selbstvertrauen Chelseas durch den nächsten Sieg über ManCity vor dem großen Finale: „Wir fahren dahin mit dem Wissen, dass wir sie schlagen können“, sagte Tuchel. Wohin er und Guardiola sich mit den Teams am 29. Mai aber treffen, bleibt zunächst noch unklar.

City dürfte dennoch bald Meister sein. Verfolger und Stadtrivale Manchester United müsste in vier Spielen noch zehn Punkte gutmachen. Bei Aston Villa immerhin gewann der Europa-League-Finalist mit 3:1. Bruno Fernandes, Mason Greenwood und Edinson Cavani trafen nach Rückstand zum Sieg.

Leicester City indes schwächelt im Kampf um einen Platz in der Champions League und will sich mit letzter Kraft ins Ziel retten. Im Heimspiel gegen Newcastle United gelang das allerdings nicht. Das Duell mit dem Mittelklasseklub ging 2:4 verloren. Erst in der Schlussphase traf Leicester doch noch.

West Ham United ist als Fünfter der erste Verfolger von Leicester auf Platz vier. Doch der Klub aus London machte es auch nicht besser und verlor sein Heimspiel gegen den FC Everton 0:1. Dominic Calvert-Lewin erzielte das einzige Tor. West Ham bleibt damit weiter fünf Punkte hinter Leicester.

Besser machte es der FC Liverpool, der zwar sechs Punkte hinter Leicester liegt, aber noch eine Partie mehr absolvieren darf. Beim 2:0-Sieg über den FC Southampton trafen Sadio Mané und Thiago. „Wir sind noch am Leben“, sagte Trainer Jürgen Klopp. Die Hoffnung ist da, der Erfolgsdruck aber enorm.

In der spanischen La Liga lieferten der Verfolger FC Barcelona und Spitzenreiter Atlético Madrid dem Rivalen Real Madrid eine Vorlage im Kampf um den Titel. Die beiden Teams kamen in ihrem Topspiel nicht über ein torloses Remis hinaus. Damit blieb Barcelona zwei Punkte hinter der Elf von Atlético.

Real Madrid nutzte die Vorlage aber nicht. In einem turbulenten Spiel kamen die Königlichen gegen den FC Sevilla nur zu einem 2:2 und bleiben punktgleich mit Barcelona auf Platz zwei. Ein Schuss von Toni Kroos in der 94. Minute fälschte Eden Hazards Fuß noch zum Ausgleich ins Tor von Sevilla ab.

In der italienischen Serie A ist das Rennen um die Meisterschaft schon seit der vergangenen Woche entschieden. Inter Mailand löste Dauergewinner Juventus Turin ab. Im Spiel eins danach spielte Inter meisterlich und besiegte Sampdoria Genua mit 5:1. Alexis Sanchez war gleich zweifacher Torschütze.

Dahinter tobt ein heftiger Kampf um die besten Plätze für die Champions League. Dabei erlebte Juve einen heftigen Rückschlag im Heimspiel gegen den AC Mailand und verlor gegen im direkten Duell mit 0:3. Milan verschoss sogar noch einen Elfmeter, Ante Rebic erzielte ein Traumtor aus der Distanz.

Auch Atalanta Bergamo mischt kräftig mit. Im Spiel bei Parma Calcio schlug die mit nun 84 Toren in 35 Partien beste Offensive der Liga mal wieder ordentlich zu. Am Ende stand ein 5:2-Auswärtssieg. Luis Muriel stach dabei hervor. Er erzielte zwei Tore beim in der zweiten Hälfte turbulenten Spiel.

In der französischen Ligue 1 hat Lille OSC im Vierkampf um den Titel weiter die beste Chance. Bei RC Lens gab es ein 3:0 für die Auswahl von Christophe Galtier. Torjäger Burak Yilmaz erzielte dabei die ersten beiden Treffer, dann machte Jonathan David alles klar. Nur noch zwei Spieltage stehen aus.

Erster Verfolger bleibt Paris Saint-Germain, doch der Meister und Pokalsieger erlebte beim 1:1 bei Stade Rennes vielleicht schon den entscheidenden Rückschlag im Titelkampf. Neymar brachte PSG in Führung, der früherer Kölner Serhou Guirassy glich allerdings aus. Presnel Kimpembe sah zudem Rot.

Schon fünf Punkte hinter Lille liegt die AS Monaco. Die Mannschaft von Trainer Niko Kovac setzte sich bei Stade Reims mit 1:0 durch und bleibt auf Platz drei. Eliot Matazo erzielte in der ersten Hälfte das einzige Tor des Spiels. Als Dritter käme Monaco immerhin in die Qualifikation zur Champions League.

Einen Punkt hinter Monaco liegt derzeit Olympique Lyon. Im Heimspiel gegen den FC Lorient hatte OL keine Mühe und gewann locker mit 4:1. Die Tore fielen aber erst in der zweiten Halbzeit. Neben Houssem Aouar und Lucas Paqueta war Bruno Guimaraes mit zwei Treffern erfolgreich für Lyon.

In der niederländischen Eredivisie ist Ajax Amsterdam schon längst Meister. Das Duell mit Feyenoord Rotterdam war dennoch turbulent. Beide Teams beendeten die Partie zu zehnt. Dazu profitierte Ajax von zwei Eigentoren von Marcos Senesi und Ridgeciano Haps. Mohammed Kudus traf dann zum 3:0.

Die PSV Eindhoven kämpft weiter im Fernduell mit AZ Alkmaar, das Fortuna Sittard 1:0 besiegte, um den zweiten Platz. Die Mannschaft von Roger Schmidt setzte sich mit 2:0 bei Willem II Tilburg durch. Donyell Malen traf, dann half auch Eindhoven ein Eigentor. Derrick Köhn traf auf der falschen Seite.

Nach acht Monaten Pause kehrte Arjen Robben beim 4:0-Sieg seines FC Groningen beim FC Emmen auf den Rasen zurück und gab gleich zwei Vorlagen. Beim TV-Interview danach kamen dem früheren FC-Bayern-Star die Tränen: „Es war einfach ein langer Weg. Ich hatte 75 Minuten Spaß wie ein Kind.“

Quelle: FAZ.NET
Autorenporträt / Rabe, Tobias
Tobias Rabe
Verantwortlicher Redakteur für Sport Online.
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