Kroos kritisiert Özil

„Art und Weise seines Rücktritts war nicht in Ordnung“

15.08.2018
, 23:18
Bei der WM noch gemeinsam im DFB-Dress aktiv: Toni Kroos (r.) und Mesut Özil (l.)
Nationalspieler Toni Kroos hat die Art des Rücktritts von Mesut Özil aus dem DFB-Team kritisiert. Rassismus-Vorwürfe an den DFB weist der Star von Real Madrid zurück – und äußert sich auch zu seiner eigenen Zukunft.
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Toni Kroos hat seinen ehemaligen Nationalmannschaftskollegen Mesut Özil für die Art und Weise seines Rücktritts aus der DFB-Auswahl ebenso kritisiert, wie das Foto Özils und Ilkay Gündogans mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Als Grund für das schlechte Abschneiden der deutschen Mannschaft bei der WM in Russland will Kroos die Debatte aber nicht gelten lassen.

„Ich weiß, dass er (Özil, d. Red.) ein lieber Kerl ist. Die Art und Weise seines Rücktritts war aber nicht in Ordnung“,sagte der Mittelfeldspieler in einem Interview mit der „Bild“. Der Anteil an Gutem und Richtigem in Özils Rücktrittserklärung werde „leider durch den wesentlich höheren Anteil an Quatsch überschattet“, so Kroos. Er glaube, dass auch Özil wisse, dass es Rassismus innerhalb der Nationalmannschaft und dem DFB nicht gebe.

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Kroos macht bis zur EM weiter

Ein Grund für das frühe Aus des deutschen Teams sei die Debatte um die Erdogan-Bilder seiner Mannschaftskollegen aber nicht. „Aus meiner Sicht wäre es peinlich, sich als Mannschaft hinter dieser – hauptsächlich öffentlich ausgetragenen – Debatte zu verstecken und dies mit als Grund für unser Abschneiden zu nennen“, glaubt Kroos.

Der DFB-Auswahl wird der 28 Jahre alte Nationalspieler auch nach dem WM-Aus erhalten bleiben. „Ja, ich werde den Weg bis zur EM 2020 weitergehen und habe mir selbst als großes Ziel gesetzt, dass wir dort deutlich erfolgreicher sind als zuletzt“, sagte der Mittelfeldstar von Real Madrid. „Unser Ziel muss sein, im Sommer 2020 eine Topmannschaft zu stellen“, meinte der 86-malige A-Nationalspieler. Nach dem Vorrunden-Aus bei der WM in Russland sei seine Frau die Erste gewesen, „die gesagt hat: Schatz, so kannst du nicht zurücktreten.“ Auch sein Sohn „wollte unbedingt, dass ich für Deutschland weiterspiele. Er ist nun mal großer Fan von Real UND der Nationalmannschaft. Da wäre es schwer gewesen, Nein zu sagen“, meinte Kroos.

Der 28-Jährige sagte, dass er sich sehr wohl über die weitere Nationalelf-Karriere „viele Gedanken gemacht und alle möglichen Entscheidungen in Erwägung gezogen“ habe. Kroos betonte, dass er künftig Ruhepausen im Nationalteam benötigen würde, „um auch in den kommenden Spielzeiten auf dem gleichen Niveau zu bleiben.“

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Er habe deshalb ein „sehr gutes Gespräch“ mit Bundestrainer Joachim Löw gehabt, der Verständnis gezeigt habe. „Und der trotzdem dafür gekämpft hat, dass ich ihm erhalten bleibe. Wir werden gemeinsam Lösungen finden, damit ich auch hier und da eine notwendige Ruhepause bekomme“, sagte Kroos der „Bild“ und fügte an: „Das ist aus meiner Sicht der einzige Weg und ich bin Jogi für sein Verständnis dankbar. Schließlich wollen alle Beteiligten, dass ich im Sommer 2020 in einer guten Verfassung bin.“

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Quelle: shüs./dpa
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