0:3 in Europa League

Wolfsburg erlebt spät noch ein Debakel

Aktualisiert am 05.08.2020
 - 20:58
Wolfsburg verliert auch das zweite Duell mit Schachtar Donezk.
Knapp fünf Monate nach dem 1:2 im Achtelfinal-Hinspiel der Europa League tritt der VfL zum Rückspiel bei Schachtar Donezk an. Zur Wende reicht es nach der Corona-Pause nicht mehr. Vielmehr bricht Wolfsburg am Ende völlig ein.

Der VfL Wolfsburg hat das Endrunden-Turnier in der Europa League klar verpasst. Der Fußball-Bundesligaverein verlor am Mittwochabend auch das Achtelfinal-Rückspiel bei Schachtar Donezk mit 0:3 (0:0). Die Tore für den ukrainischen Meister schossen Junior Moraes (89./90.+3 Minute) und Manor Solomon (90.+1) zwar erst in den Schlussminuten. „Schade“, sagte VfL-Trainer Oliver Glasner. „Aber wir müssen ehrlich sein: Schachtar war in beiden Spielen zusammen die bessere Mannschaft.“

Vom Spielverlauf her waren die „Wölfe“ im Olympiastadion von Kiew aber schon vorher weit davon entfernt, ihre 1:2-Heimniederlage aus der ersten Partie kurz vor der Corona-Pause noch einmal wettmachen zu können. Ausgeglichen war in diesem Spiel nur die Anzahl der Platzverweise: Schachtjors David Chotscholawa (68. Minute/Rot) und Wolfsburgs John Anthony Brooks (70./Gelb-Rot) mussten binnen kurzer Zeit vom Rasen.

Europa League

Das Finalturnier der besten acht Teams kann somit ab der kommenden Woche in Nordrhein-Westfalen nur noch mit maximal zwei deutschen Klubs stattfinden. Am Donnerstag haben Bayer Leverkusen (gegen die Glasgow Rangers) und Eintracht Frankfurt (beim FC Basel) noch die Chance, das Viertelfinale zu erreichen. Sollten die Frankfurter trotz ihrer 0:3-Hinspielpleite doch noch weiterkommen, würden sie am nächsten Dienstag in Gelsenkirchen gegen Donezk spielen.

Das Rückspiel in Kiew ähnelte dem Hinspiel in Wolfsburg, obwohl das wegen der Corona-Pandemie schon fünf Monate her war. Denn technisch war der mit gleich sechs Brasilianern in der Startelf angetretene Uefa-Cup-Sieger von 2009 dem Bundesligaverein klar überlegen.

Schon die erste Partie im März hätte Donezk höher gewinnen können. Diesmal vergaben Alan Patrick (13.), Junior Moraes (19./34.), Marlos (26.) und Mikola Matwijenko (33.) allein in der ersten Halbzeit eine Handvoll bester Möglichkeiten. Der eingebürgerte Brasilianer Marlos traf nur den Pfosten.

Die Wolfsburger Hoffnung, dass erst die Corona-Pause und zuletzt auch das Ende der ukrainischen Meisterschaft den Rhythmus dieses enorm spielstarken Gegners zerstören könnte, erfüllte sich nicht. Im Gegenteil: Nach ordentlichem Beginn war es der VfL, dem mehr als einen Monat nach der letzten Bundesliga-Partie gegen Bayern München erkennbar die Spielpraxis fehlte.

Auch in der zweiten Halbzeit fehlten der Mannschaft von Trainer Oliver Glasner die Kraft und nach dem Ausfall von sieben Spielern auch die personellen Alternativen, um diesem Achtelfinal-Duell noch einmal eine Wende zu geben. Spannend wurde es nur nach 65 Minuten noch einmal, als der Schiedsrichter zunächst einen Elfmeter für Wolfsburg gab, diese Entscheidung nach Videobeweis aber noch einmal zu einem Freistoß herabstufte. Donezk-Verteidiger Chotscholawa sah für sein Foul an Joao Victor aber so oder so Rot.

Trotz ihres Ausscheidens geht es für die Wolfsburger aber schon in sechs Wochen international weiter. In drei Qualifikationsrunden am 17. September, 24. September und 1. Oktober wollen sie auch den Europa-League-Wettbewerb der nächsten Saison erreichen.

Quelle: dpa
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