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Pokalsieger Alba Berlin

Ein Anfang ist gemacht

Von Michael Reinsch, Berlin
Aktualisiert am 17.02.2020
 - 17:46
So sehen Sieger aus: Die Alba-Profis feiern sich und ihre Leistung.
Nach fünf Finalpleiten hat Alba Berlin im Pokal den ersten Titel unter Trainer Aito Reneses geholt: „Wir haben den Bann gebrochen!“ Jetzt will der Klub noch mehr.

Erleichterung, Freude – bloß keine Zufriedenheit. Für Alba Berlin soll der lang ersehnte und vor 14.600 Zuschauern überlegen herausgespielte Pokalsieg nicht mehr sein als ein Zwischenergebnis. Einige der Berliner Basketballprofis staunten, als ihr Trainer Aito Reneses nach dem 89:67 über die EWE Baskets Oldenburg am späten Sonntagabend den silbernen Pokal beiseiteschob und seine Bier trinkenden Spieler nüchtern für ihr Spiel und ihre Entwicklung lobte. Freude und Stolz drückte er aus, doch von Überschwang war er weit entfernt.

Dabei hatte Alba Berlin in der zweieinhalb Spielzeiten andauernden Ägide des spanischen Meistertrainers bereits fünf Endspiele um die Meisterschaft, um den Euro-Cup und den deutschen Pokal erreicht – und gewann erst dieses, das sechste. Doch der 73 Jahre alte Aito blickt auf neun Meisterschaften allein mit dem FC Barcelona zurück, auf fünf Pokalsiege und das Erreichen des Endspiels um den Olympiasieg von Peking 2008 mit der spanischen Auswahl. „Dieser Sieg wird sein Leben nicht verändern“, sagte Manager Marco Baldi ironisch.

Die Berliner Spieler hatten da längst verstanden. „Wir freuen uns heute Nacht, aber es geht weiter“, mahnte etwa der Amerikaner Luke Sigma, der seine Mannschaft mit elf Rebounds, sechs Korbvorlagen und fünf Punkten unterstützt hatte. „Großartig, diesen Titel zu haben. Aber wir haben noch große Ziele für den Rest der Saison.“ Der isländische Aufbauspieler Martin Hermannsson, mit zwanzig Punkten der erfolgreichste Werfer der Partie, freute sich zwar über seinen ersten Titel. Doch auch sein Blick ging nach vorn und nicht zurück. „Wir wären verrückt, uns damit zufriedenzugeben und nicht nach Größerem zu schauen“, sagte er wenige Minuten nach dem Pokalsieg. „Alba wartet schon viel zu lange auf die Meisterschaft.“

In den vergangenen beiden Spielzeiten unterlagen die Berliner in der Finalserie der Play-offs Bayern München, dem aktuellen Tabellenführer der Liga. Peyton Siva, der amerikanische Point Guard, der zwölf Punkte und sechs Vorlagen beisteuerte, verhehlte nicht seine Erleichterung, nach all den Jahren mit all den Niederlagen, wie er sagte, endlich zu gewinnen. „Das fühlt sich an wie ein Anfang“, sagte er über das Ende der Serie. „Wir haben eine lange Saison, und dies ist ein erster Schritt. Wenn wir uns weiterentwickeln.“ Selbst der junge Jonas Mattisseck, neun Minuten lang vor allem als nimmermüder Verteidiger eingesetzt, sprach davon, dass er schon ein paar Finalniederlagen miterlebt habe. „Wir haben den Bann gebrochen“, folgerte er. „Wir wissen, dass wir’s können. Wir werden jeden Tag dafür arbeiten, dass wir den nächsten Titel gewinnen.“

„Aito weiß, dass er hier immer seinen Platz hat.“

Es war an Manager Baldi, daran zu erinnern, dass die Oldenburger bis zur Halbzeitpause auf Augenhöhe gewesen waren und ihren Rückstand in der zweiten Hälfte sogar verkürzen konnten, als die Berliner ihnen mit unangenehmer Verteidigung und hohem Tempo zusetzten. „Jeder hat gesehen, dass zwischen diesem Sieg mit zwanzig Punkten und einer Niederlage mit fünf, sechs Punkten nur eine ganz feine Linie liegt“, sagte er. Doch auch er ist beeindruckt von den Schritten, die seine vom spanischen Sportdirektor Himar Ojeda zusammengestellte und dessen Landsmann Aito gecoachte Mannschaft macht. „Er findet sehr viel Freude in der Entwicklung“, sagt er über den Trainer, „nicht nur darin, dass etwas um den Hals baumelt.“

Wenn am Ende der Saison alle Verletzungen auskuriert und alle Spieler ins Team zurückgekehrt seien, wenn das Team dann immer noch so homogen spiele wie derzeit: „Dann können wir etwas erreichen“, sagte Baldi. Der Erfolg im Pokalwettbewerb sei das Fundament für mehr. Ob Aito eine vierte Spielzeit in Berlin dranhänge oder nach Spanien zurückkehre, könne er nicht absehen. „Aito weiß, dass er hier immer seinen Platz hat.“

Quelle: F.A.Z.
Michael Reinsch - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Michael Reinsch
Korrespondent für Sport in Berlin.
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