Volleyball-Supercup

„Unfassbar gutes Team“

Von Achim Dreis
03.10.2021
, 16:55
Die Berliner um Sergej Grankin (mit Pokal) und Benjamin Patch jubeln über den Gewinn des Supercups
Der Stil, in dem Berlin das Supercup-Finale dominiert, lässt der Volleyball-Konkurrenz keine guten Aussichten für die Bundesliga-Saison. Deutlich spannender geht es bei den Frauen zu.
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Die Aussage von Ruben Schott klang nicht unbedingt supersympathisch, aber doch realistisch, und deutet darauf hin, dass die kommende Volleyball-Saison eine einseitige Angelegenheit in der Bundesliga-Spitze werden könnte: „Wir haben ein unfassbar gutes Team“, sagte der 27-Jährige Berliner nach seinem Comeback im Trikot der Berlin Recycling Volleys. Im Supercup-Finale am Samstagabend in Schwerin ließ der deutsche Meister beim 3:0 (25:18, 25:19, 25:20) über die United Volleys Frankfurt dem Pokalsieger des Vorjahres schon mal keine Chance.

Der in Berlin geborene Nationalspieler Schott, der schon bis 2017 bei den Recycling Volleys agierte, ehe er über Mailand und Danzig seine Wanderjahre durch die Topligen Europas einlegte, konnte als Annahme/Außen-Spieler aus nächster Nähe erleben, wie gut besonders zwei seiner neuen Mitspieler aufein­ander eingestimmt sind. Der amerikanische Diagonalangreifer Benjamin Patch überragte mit 18 Punkten, eingesetzt zumeist vom russischen Zuspieler Sergej Grankin. „Sergej hat die Bälle überragend verteilt“, urteilte Schott, teilweise setzte Grankin sogar sein berühmtes einhändiges Zuspiel ein, mit dem er die Gegner zusätzlich verwirrte. Den Matchball verwandelte er mit einem frechen zweiten Ball höchstpersönlich.

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Als der mittlerweile 36-jährige Russe im Januar 2019 mitten in der Saison als Olympiasieger von Dynamo Moskau in die deutsche Hauptstadt kam, war nicht abzusehen, dass der scheinbar Überqualifizierte länger bleiben würde. Doch mittlerweile bezeichnet er Berlin als „zweite Heimat“, verlängerte seinen Vertrag gerade erst bis 2023 und führt das Team nicht nur als Strippenzieher auf dem Feld, sondern auch als Kapitän außerhalb der Halle an. Der hochbegabte und nicht nur sportlich, sondern auch künstlerisch veranlagte Patch agiert schon seit 2018 in Berlin und will mindestens bis 2024 bleiben. Keine guten Aussichten also für die Liga-Konkurrenz, zumal Schott noch ankündigte: „Unser Anspruch sollte es sein, alle nationalen Titel zu holen.“

Tanzende Dresdnerinnen: Der Supercup geht an die Elbe.
Tanzende Dresdnerinnen: Der Supercup geht an die Elbe. Bild: dpa

Weit weniger eindeutig verlief das Finale der Frauen, bei dem sich die dominierenden Teams der vergangenen Jahre gegenüberstanden. Pokalsieger Palmberg Schwerin konnte sich dabei trotz des Heimvorteils vor knapp tausend Zuschauern nicht gegen Meister Dresdner SC durchsetzen und unterlag nach wechselhaftem Spielverlauf in 2:3 Sätzen (17:25, 18:25, 25:17, 25:18, 10:15).

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Das Bemerkenswerte an dem Erlebnis Supercup war dabei für Schwerins Zuspielerin Denise Imoudu die Rückkehr des Publikums in die Halle: „Wir konnten uns kaum verstehen auf dem Feld“, staunte sie über den unerwarteten Lärm während des Spiels, der sie freilich nicht störte, sondern trotz der Niederlage beflügelte: „Es war ein tolles Gefühl.“

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Dreis, Achim
Achim Dreis
Sportredakteur.
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