Corona im Flugzeug an Bord

14 Tage Hotel-Quarantäne für Kerber und Co.

16.01.2021
, 11:43
Die Anreise der Tennis-Profis zu den Australian Open ist von Coronafällen empfindlich gestört worden. 47 Spieler, darunter Angelique Kerber, dürfen nun zwei Wochen lang ihr Hotelzimmer nicht verlassen.

Angelique Kerber war gerade erst in Australien angekommen, da steckte die deutsche Nummer eins schon mitten im Corona-Chaos. Die dreimalige Grand-Slam-Siegerin befindet sich nach ihrer Einreise in strikter Quarantäne und darf wie 46 weitere Tennisprofis in den nächsten 14 Tagen ihr Hotelzimmer in Melbourne nicht verlassen. Ihre Vorbereitung auf die Australian Open ist empfindlich gestört.

„Wir sind informiert worden, dass eine Person unseres Fluges einen positiven Test hatte. Als Konsequenz muss sich jeder an Bord 14 Tage in seinem Zimmer isolieren“, schrieb Kerber am Samstag bei Twitter.

Bei dieser Person handelt es sich offenkundig um Sylvain Bruneau, den Trainer der ehemaligen US-Open-Siegerin Bianca Andreescu. Der Kanadier gab am Samstag in einem Statement bekannt, er sei „soeben positiv getestet worden, nachdem ich aus Abu Dhabi angereist war. Ich bin extrem betrübt und bedauere die Konsequenzen, die nun auf den Schultern aller liegen, die meinen Flug mit mir teilen.“

Ursprünglich war geplant, dass die Sportler während der obligatorischen Quarantäne maximal fünf Stunden am Tag trainieren dürfen, um sich auf den Start in Melbourne (ab 8. Februar) vorzubereiten. Das ist für die einstige Weltranglistenerste und ihre Leidensgenossen nun verboten. Laura Siegemund bestätigte dem SID am Samstagmittag, dass sie bisher nicht betroffen sei.

Wie die Veranstalter mitteilten, waren insgesamt drei Fälle bei zwei Charterflügen nach Melbourne aufgetreten. Es handelt sich offiziellen Angaben zufolge allerdings nicht um Spieler. Betroffen waren demnach ein Flug aus den Vereinigten Staaten sowie der Flug mit Kerber aus Abu Dhabi. Die Namen der unter strikter Quarantäne stehenden Spieler nannten die Organisatoren nicht.

„Wir kommunizieren mit jedem auf diesem Flug. Insbesondere der Gruppe von Spielern, um ihre Bedürfnisse so gut wie möglich zu berücksichtigen“, hatte Turnierdirektor Craig Tiley erklärt, nachdem die positiven Tests beim ersten Flug bekannt wurden. Wenig später betätigten die Veranstalter auch den Fall auf der zweiten Maschine mit Kerber an Bord.

Der Aufwand der australischen Organisatoren ist enorm, um das Turnier inmitten der Pandemie über die Bühne zu bringen. Spieler und Begleitpersonen werden derzeit mit Chartermaschinen eingeflogen. Über 25 Millionen Euro soll das strenge Bubble-Konzept kosten.

Die Topstars wie Novak Djokovic, Rafael Nadal, Dominic Thiem oder Serena Williams verbringen aufgrund von Platzmangel in den Hotels ihre Quarantäne aber nicht in Melbourne, sondern in Adelaide. In der dortigen Bubble, teilten die Veranstalter mit, gebe es keinen aktiven Fall.

Ohnehin war das Turnier vom ursprünglichen Termin (18. Januar) drei Wochen nach hinten geschoben worden, damit die Profis die strengen Einreisebedingungen Australiens erfüllen können. Die Qualifikation fand zudem in Doha/Qatar statt.

In Down Under ist die Austragung umstritten. Dank harter Maßnahmen ist Australien bisher gut durch die Pandemie gekommen. Warum, fragen die Menschen sich, wird dann jetzt mehr als 1000 Personen die Einreise erlaubt, zwar für ein wichtiges, aber eben auch nicht unbedingt notwendiges Sportevent.

Quelle: sid
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