FAZ plus ArtikelDaniel Kinahan

Der mutmaßliche Drogenboss im Machtzentrum des Boxens

Von David Klaubert
20.09.2021
, 08:34
Im März 2017 veröffentlichte Boxstar Tyson Fury (links) dieses Foto mit Daniel Kinahan bei Twitter.
Daniel Kinahan wird verdächtigt, der Boss einer der brutalsten Drogenbanden Europas zu sein. Trotzdem ist er zu einem mächtigen Berater und Strippenzieher im internationalen Boxgeschäft aufgestiegen.

Der erste Schuss fiel, als Gary Sweeney gerade von der Waage gestiegen war. Er trug enge Superman-Shorts. Glatzköpfe in Anzügen, mit Krawatten und Clipboards notierten sein Gewicht, dazu schepperte Hardrock. Boxen eben, und die Iren lieben Boxen. Zehn Kämpfe waren für den nächsten Tag angesetzt, im National Stadium in Dublin, darunter Sweeneys erster Kampf als Profi. „Clash of the Clans“ hatten die Veranstalter das Spektakel genannt. Schon zum öffentlichen Wiegen im Regency Hotel waren an diesem Freitag, 5. Februar 2016, viele Zuschauer gekommen.

Plötzlich brach Panik aus. Ein Paar betrat den Saal, Pistolen in den Händen, viele merkten erst gar nicht, dass auch in dem Damenmantel und unter den langen blonden Haaren ein Mann steckte. Schreie. Schüsse. Die beiden schienen jemanden zu suchen, so schilderten es später Zeugen vor Gericht. Und schon kurz darauf stürmte Polizei ins Hotel: Männer in den Uniformen des Sondereinsatzkommandos, Helme, Sturmgewehre. Doch auch das war Verkleidung. In der Lobby schossen sie einen Mann nieder, und als er am Boden lag, mehrmals in den Kopf.

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Quelle: F.A.S.
Autorenporträt / Klaubert, David
David Klaubert
Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.
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