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Darts-Star van Gerwen

„Ich hasse ihn“

 - 15:13
Emotionaler Sieg in der ersten Runde der Darts-WM: Michael van Gerwen

Titelverteidiger Michael van Gerwen hat nach seinem mühevollen WM-Auftaktsieg mit seinem Darts-Kollegen Jelle Klaasen abgerechnet. „Ich und Jelle haben eine Vergangenheit. Ich hasse ihn, deshalb wollte ich nicht gegen ihn verlieren. Das hat es für mich besonders schwierig gemacht“, sagte der 30 Jahre alte Niederländer van Gerwen nach dem direkten Duell mit seinem Landsmann, das er am Freitagabend nur mit Mühe (3:1) für sich entschieden hatte.

Van Gerwen und Klaasen pflegen eine innige Feindschaft, würdigen sich auf der Bühne keines Blickes und geben sich traditionell vor sowie nach dem Spiel auch nicht die Hand. Auslöser der Dissonanzen waren anzügliche Fotos, die Klaasen vor einiger Zeit der minderjährigen Schwester von van Gerwens heutiger Frau geschickt haben soll. „Wenn jemand so etwas an die Schwester meiner Frau schickt, während sie vierzehn war und eine Behinderung hat, werden Sie zusammenbrechen“, kommentierte van Gerwen, der am Freitag bei der Pressekonferenz mit den Tränen kämpfen musste.

„Mighty Mike“, wie van Gerwen genannt wird, lag gegen Klaasen mit 0:1-Sätzen zurück und hatte auch in den Sätzen zwei und drei mehrere knifflige Situationen zu überstehen. Der Champion hat nun über eine Woche Pause und ist in der dritten Runde erst am 22. Dezember wieder dran. Zuvor hatte Junioren-Weltmeister Luke Humphries (England) sein Erstrundenmatch gegen den einzigen Afrika-Starter Devon Petersen (Südafrika) mit 3:1 gewonnen.

Van Gerwen sieht sich in seiner Sportart selbst im Vergleich mit Rekord-Champion Phil Taylor als absoluten Maßstab. „Er ist der erfolgreichste Spieler aller Zeiten – ich bin aber der Beste“, sagte der Niederländer dem Darts-Magazin „180“ vor der WM. Er hat in seiner Karriere bislang drei WM-Titel eingefahren, „The Power“ Taylor brachte es auf insgesamt 16 WM-Titel. „Phil hat das zu einer Zeit geschafft, in der wesentlich weniger Turniere gespielt wurden. Außerdem gab es viel weniger Spieler, die das Ganze professionell angegangen sind“, relativierte van Gerwen die jahrelange Siegesserie des inzwischen abgetretenen Engländers.

„Er wolle Taylors Leistungen nicht schmälern, betonte van Gerwen. „Es waren einfach andere Zeiten, und das Niveau war nicht so hoch.“ Nur einmal trafen die beiden Spieler auch in einem WM-Finale aufeinander: 2013 setzte sich der Engländer Taylor mit 7:4 gegen van Gerwen durch. Der Holländer stand damals noch ziemlich am Anfang seiner Karriere.


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Auf der Suche nach dem perfekten Wurf

Der 65 Jahre alte Paul Lim ist unterdessen schon in der ersten Runde ausgeschieden. „The Singapore Slinger“, wie Lim genannt wird, verlor am Samstag im Londoner Alexandra Palace deutlich mit 0:3 gegen den Engländer Luke Woodhouse. Lim waren zum Start in seine 24. WM-Teilnahme fünf Aufnahmen mit der Maximalpunktzahl von 180 Punkten gelungen, doch das reichte gegen Woodhouse nicht. Für den Routinier aus Singapur entfällt damit auch das Duell mit Englands Michael Smith, der im Vorjahr das WM-Finale erreicht hatte. Die deutschen Spieler Max Hopp, Gabriel Clemens und Nico Kurz starten erst in der kommenden Woche ins Turnier.

Quelle: dpa
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