Sportklettern

Spiderman am Ziel

28.11.2019
, 19:18
Als zweiter deutscher Kletterer wird Jan Hojer in Tokio 2020 im olympischen Wettkampf-Format antreten, einer Kombination aus den Disziplinen Lead, Bouldern und Speedklettern.

Jan Hojer hat sich als zweiter deutscher Kletterer die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2020 gesichert. Der 27 Jahre alte Kölner erreichte bei einem Qualifikations-Event in Toulouse am Donnerstag das Finale, was gleichbedeutend ist mit dem Ticket für Tokio. Neben Hojer wird Alexander Megos den Deutschen Alpenverein bei der Olympia-Premiere der Sportart im nächsten August vertreten – der Erlanger hatte sich schon zuvor für die Sommerspiele qualifiziert. Laut Reglement darf jedes Land nur zwei Athleten nach Tokio schicken.

In dem Kombinations-Wettkampf aus drei Disziplinen landete Hojer in den Top acht und damit im Finale. Eigentlich schaffen es nur die besten Sechs nach Tokio. Weil zwei Finalisten aber Japaner sind und das Gastgeberland seine zwei Olympia-Startplätze schon vergeben hat, sind alle sechs Nicht-Japaner im Finale automatisch in Tokio dabei.

Neben Hojer war auch Yannick Flohé in Toulouse im Einsatz. Der 20-Jährige aus Aachen aber verbaute sich mit zwei enttäuschenden Resultaten in den ersten zwei Disziplinen die Finalchance.

Im Wettkampf-Format „Olympic Combined“ werden die Disziplinen Lead, also Schwierigkeitsklettern mit Seilsicherung, Bouldern, dem Meistern von komplizierten Grifffolgen in Absprunghöhe, und Speedklettern ausgetragen und für die Endwertung kombiniert.

Hojer legte den Grundstein für den Erfolg im Speed zu Beginn, als er Drittschnellster der 22 Teilnehmer war. Im Bouldern, eigentlich seine Paradedisziplin, reichte es dann zwar nur zu einem 13. Platz. Als Achter der finalen Lead-Wertung beendete er aber die Kombi auf Rang vier hinter Szenestar Adam Ondra aus Tschechien, dem Chinesen YuFei Pan und Alberto Gines Lopez aus Spanien. Nur 18. wurde Flohé, der WM-Dritte im Bouldern. Das Finale steigt am Samstag um 19.00 Uhr.

In Toulouse hatte es zwischenzeitlich Verwirrung gegeben, weil wegen einer Klage Japans vor dem Internationalen Sportgerichtshof (Cas) unklar war, wie die Zusammensetzung des Finales für die Olympia-Qualifikation zu interpretieren ist.

Quelle: ad./dpa
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