Freiwasserschwimmen bei WM

„Zwiegespaltener“ Wellbrock holt Bronze

29.06.2022
, 17:06
Florian Wellbrock schwimmt zu Bronze.
Florian Wellbrock gewinnt bei der Schwimm-WM in Budapest im Fotofinish seine nächste Medaille. Leonie Beck holt in einem dramatischen Schlussspurt Silber.
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Schwimmstar Florian Wellbrock hat im fünften WM-Rennen seine fünfte Medaille gewonnen, das historische Titel-Triple aber verpasst. Der Olympiasieger sicherte sich in Budapest auf der olympischen 10-Kilometer-Strecke nach 1:51:11,2 Stunden im Fotofinish vor dem Franzosen Marc-Antoine Olivier Bronze.

Auf den Sieger Gregorio Paltrinieri aus Italien fehlten dem Titelverteidiger, der als erster Freiwasserschwimmer der Geschichte drei Goldmedaillen bei einer WM hätte gewinnen können, dagegen satte 14,4 Sekunden. Silber ging an den Italiener Domenico Acerenza. Niklas Frach landete auf Platz sieben. Ein bisschen „zwiegespalten“ fiel Wellbrocks Bilanz aus: „Zweiter Titel, den ich nicht verteidigen konnte, dennoch bin ich mit der Bronzemedaille sehr happy. Ich kann mit erhobenem Haupt zur Siegerehrung gehen.“

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Dennoch beendete Wellbrock die Titelkämpfe in Ungarns Metropole mit einem historischen Gesamterfolg. Dass zuletzt ein deutscher Schwimmer bei einer Weltmeisterschaft fünfmal Edelmetall holte, ist schon 40 Jahre her: Damals hatte „Albatros“ Michael Groß in Ecuador derart abgeräumt – allerdings ausschließlich im Becken. Bei den Frauen holte Kristin Otto 1986 in Madrid sechs WM-Medaillen.

Beck glücklich über Silber

Derweil war Leonie Beck die Freude über Silber nach einem packenden Zielsprint sehr deutlich anzusehen. Erschöpft, aber lächelnd, sprach die 25-Jährige am Sandstrand des Lupa-Sees bei strahlendem Sonnenschein über ihre erste WM-Medaille auf den olympischen zehn Kilometern im Freiwasserschwimmen.

Leonie Beck
Leonie Beck Bild: picture alliance/dpa

Bei der Siegerehrung vor glänzendem Wasser gab sie dem Edelmetall einen Kuss. „Eine Medaille bei einer Weltmeisterschaft ist wirklich top. Am Ende braucht man auch das Quäntchen Glück. Aber Zweite in diesem Feld ist wirklich sehr, sehr gut“, sagte Beck. In einem furiosen Dreikampf um die Podestplätze musste sie sich im Fotofinish der Niederländerin Sharon van Rouwendaal geschlagen geben, schlug aber knapp vor Ana Marcela Cunha aus Brasilien an.

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„Ich freue mich, dass es endlich geklappt hat bei einer Weltmeisterschaft“, sagte Beck, die am Sonntag Gold mit der Staffel um Olympiasieger Florian Wellbrock gewonnen hatte. Mit Blick auf das anstrengende Rennen im schon am frühen Morgen im 27,6 Grad warmen See am äußeren Stadtrand von Budapest sagte sie mit einem Lachen: „Ich will gerade gar nichts mehr machen.“

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Fünf Zehntelsekunden fehlen zu Gold

Nach ihrem vierten Rang über fünf Kilometer zwei Tage zuvor schwamm Beck viel offensiver und sah 200 Meter vor dem Ziel sogar wie die Siegerin aus. Van Rouwendaal hatte jedoch die größere Endgeschwindigkeit und schlug nach 2:02:29,20 Stunden an – fünf Zehntelsekunden vor Beck. Eine Sekunde dahinter lag Olympiasiegerin und Fünf-Kilometer-Weltmeisterin Cunha. Die zweite deutsche Starterin Lea Boy belegte Rang acht.

Bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro war Beck 2016 noch als Beckenschwimmerin angetreten. Über 800 Meter Freistil war sie im Vorlauf ausgeschieden. Da es im Becken nicht so lief wie gewünscht, stieg die Würzburgerin aufs Freiwasser um. In dem Outdoor-Sport, in dem es neben Tempo und Ausdauer auch auf taktische Finesse, Erfahrung sowie Durchsetzungsvermögen ankommt, holte sie schon 2019 in Südkorea WM-Bronze über fünf Kilometer, bei Olympia in Tokio war sie mit Rang fünf sehr zufrieden.

„Ich habe mich sehr gefreut auf das Rennen. Das macht mir richtig Spaß mittlerweile“, sagte Beck. „Ich denke, ich habe mich etabliert im Freiwasser und bin schon irgendwo in der Spitze angekommen.“ Nach etwas Erholung will sie schon an diesem Donnerstag wieder alles geben. Allerdings nicht im Wasser, sondern als Unterstützung für Boy im 25-Kilometer-Rennen. „Morgen supporte ich mit allem, was in meinem Körper noch drinsteckt“, sagte Beck.

Quelle: sid/dpa
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