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Lewis Hamilton beim Foilsurfen

„Ich kann nicht genug davon kriegen“

Von Michael Eder
 - 07:51

Mit dem Dienstwagen von Mercedes pflegt Lewis Hamilton manche Runde in nie gesehener Perfektion zu drehen. Seiner Konkurrenz fährt er mit einer Selbstverständlichkeit voraus, die erst mal vermuten lässt: Da ist einer unterwegs, der nichts als ein manischer Rennfahrer ist, ein geborener Formel-1-Pilot, ein Teilchenbeschleuniger in einem 1000-PS-Boliden, dem Benzin durch die Adern fließt und dessen komplizierte Softwareprogrammierung auch bei Tempo 300 noch zuverlässig die richtigen Entscheidungen trifft. Lewis Hamilton – ein Leben für den Motorsport! Von wegen.

Das Autofahren ist für den rasend schnellen Engländer nur ein ordentlich bezahlter Teilzeitjob. Ist die Saison vorüber, manchmal reicht es auch, wenn ein Rennen vorüber ist, dann steigt der Brite aus dem Cockpit und macht sich locker. Mode, Videos, ein Flirt hier, eine Provokation dort. Und Sport, anderer Sport. Vor ein paar Wochen hat Hamilton ein Video gepostet, das zeigt, wie er im Wavepark von Surf-Superstar Kelly Slater auf einer künstlichen Welle reitet – und das ziemlich gut. Heißer Asphalt versus Wasserkühlung: Dazu passt das Foto, das Hamilton dieser Tage an seine neuneinhalb Millionen Follower sandte.

Es zeigt ihn auf einem sogenannten Foilbord, einem Sportgerät, von dem man noch nicht weiß: Wird das ein Renner, womöglich gar olympisch, oder ist das wieder nur so ein Modegag, einer dieser angestrengten Versuche, etwas Neues in den Markt zu drücken, etwas Cooles, mit dem sich Geld verdienen lässt. Robby Naish jedenfalls ist schon mal dabei. Der ehemals beste Windsurfer der Welt, mittlerweile 55 Jahre alt, produziert Foilsurfbretter in allen Variationen. Setzt sich die Technik durch, so winkt tatsächlich ein Riesengeschäft. Naish produziert Foilboards für Surfer, Stand-up-Paddler, Kite-Surfer und Windsurfer.

Und was ist das nun, ein Foil? Es ähnelt in Form und Zweck den Tragflächen von Flugzeugen. Werden sie als Hydrofoil unter einem Bootsrumpf montiert, so heben die Tragflügel bei ausreichendem Tempo den Rumpf aus dem Wasser, was höhere Geschwindigkeiten zulässt. „Segeln und Fliegen sind eins geworden“, hatte Skipper Jimmy Spithill 2017 gesagt, als er 2017 die neue Yacht des OracleTeams für den America’s Cup vorstellte – einen Katamaran mit Hydrofoils. Ob die Vermählung von Gleiten und Fliegen das Surfen verändern wird, ist eine vielschichtige Frage. Im klassischen Surfen, dem Wellenreiten, wird es keine Zukunft haben. Die puristische Surferszene werden nicht nur die enormen Kosten abschrecken, sondern auch das technische Tuning, das in ihre Philosophie in etwa so passt wie ein Außenbordmotor an ein Ruderboot. Beim Kite- und beim Windsurfen sieht das anders aus. Mit der Foiltechnik lassen sich dort neue Erlebnisse kreieren, da das Hydrofoil auch bei schwächeren Winden jede Menge Spaß und Tempo herbeizaubern kann.

Mit pumpenden Bewegungen lässt sich ein Foilboard auch ohne Segel oder Schirm aus dem Wasser heben und nach vorn bewegen. Sieht ziemlich bemüht und zappelig aus. Macht aber offenbar trotzdem Laune, zumindest wenn man Hamilton glaubt: „Also das macht Spaß“, schrieb er auf Instagram. „Foilsurfen, ich kann nicht genug davon kriegen.“

Quelle: F.A.S.
Michael Eder - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Michael Eder
Sportredakteur.
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