Golfer Alexander Cejka

„Es ist einfach ein unglaubliches Gefühl“

Von Wolfgang Scheffler
01.06.2021
, 07:56
Erfolgreicher Senior: Alexander Cejka gewinnt schon wieder.
Fast zwanzig Jahre rackerte sich Alexander Cejka als einer der Mitläufer auf der amerikanischen PGA-Tour ab. Nun wechselt er in die Serie der „Best Agers“ – und liefert eine besondere Geschichte.
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Schon wieder hat ein deutscher Golfprofi die „Wie-aus-dem-Nichts-Story“ des Jahres geliefert. Nachdem im Vorjahr Sophia Popov vollkommen unerwartet die „Women’s Open Championship“, eines der fünf Damen-Majors, in Troon (Schottland) gewann, setzte Alex Cejka auf diesen Coup noch einen drauf. Kaum hat der Deutsch-Tscheche das fünfzigste Lebensjahr vollendet, wird aus einem Profi, der sich seit fast zwanzig Jahren als einer der Mitläufer auf der amerikanischen PGA Tour abrackerte, ein Major-Sieger – und das sogar doppelt.

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Am Sonntag gewann Cejka im Southern Hills Country Club in Tulsa (Oklahoma) die Senior PGA Championship, eines der fünf wichtigsten Turniere der PGA Tour Champions. Schon drei Wochen zuvor hatte der gebürtige Marienbader bei der Regions Tradition für die erste Riesenüberraschung gesorgt.

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Der seit 2003 in Las Vegas lebende Cejka ist damit seit Jack Nicklaus der erste Profi, der als „Rookie“ zwei Majors gewann, ja sogar der allererste Neuling, der bei den ersten beiden Saisonhöhepunkten des Jahres siegte. Der Wechsel auf die Tour der „Best Agers“ hat sich gelohnt: Der Wahlamerikaner kassierte für die beiden Erfolge 375.000 und 585.000 Dollar.

Über die Qualifikation ins Feld

Cejkas unwahrscheinliche Erfolgsgeschichte begann vor drei Wochen bei dem Regions Tradition in Birmingham (Alabama). Cejka war erst in allerletzter Sekunde ins Feld gerückt. Denn aufgrund seiner bescheidenen Bilanz auf der PGA Tour besaß er kein volles Spielrecht auf dieser Ü-50-Turnierserie. Wie schon bei seinen beiden ersten Teilnahmen, als er die Plätze 38 und zwei belegt hatte, versuchte er, über die Montagsqualifikation ins Feld zu rücken. Cejka landete auf dem zweiten Platz und durfte nach der Absage des Amerikaners Jay Haas nachrücken. Er nutzte die Chance und besiegte im Stechen Steve Stricker mit einem Birdie am ersten Extra-Loch.

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Auch am Sonntag hatte alles nach einem weiteren Duell gegen den amerikanischen Ryder-Cup-Kapitän ausgesehen. Stricker war mit einem Schlag Vorsprung gemeinsam mit dem Deutschen auf die Schlussrunde gegangen, doch diesmal brach der Profi aus Wisconsin überraschend vollkommen ein.

Nach einer Schlussrunde von 77 Schlägen fiel er auf den elften Platz zurück. Cejka erlaubte sich zwar auch einige Patzer, fing sich aber und siegte am Ende nach einer Schlussrunde von 67 Schlägen (4 unter Par) mit vier Schlägen Vorsprung vor dem Amerikaner Tim Petrovic. Damit qualifizierte sich Cejka für die reguläre PGA Championship, die im nächsten Jahr genau auf diesem Platz in Tulsa ausgetragen wird. Titelverteidiger Phil Mickelson hatte seine ersten beiden Auftritte auf der PGA Tour Champions souverän gewonnen, sich dann aber wieder auf die reguläre Tour konzentriert.

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Aber auch ohne ihn tummeln sich auf dieser Serie für reife Herren große Namen. Der Südafrikaner Retief Goosen teilte sich mit dem Südkoreaner K. J. Choi den dritten Platz. Bernhard Langer, der seit vielen Jahren diese Turnierserie dominierte, dabei den Rekord von elf Siegen bei allen fünf Majors aufstellte, landete diesmal nur auf dem 50. Platz.

Trotzdem wartete er gemeinsam mit Paul McGinley und etlichen weiteren Kollegen am 18. Loch, um gemeinsam mit Cejka diesen Meisterstreich zu feiern. „Es ist einfach unglaublich“, sagte der Sieger, „wenn man all diese großen Namen auf dieser Trophäe sieht und dann meinen! Ein Traum ist wahr geworden. Ich bin superglücklich. Es ist einfach ein unglaubliches Gefühl.“

Quelle: F.A.Z.
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