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Trotz internationaler Proteste

Ringer Navid Afkari in Iran hingerichtet

Aktualisiert am 12.09.2020
 - 13:07
Trotz Protesten: Der iranische Ringer Navid Afkari ist hingerichtet worden (Symbolbild). Bild: Wonge Bergmann
Der iranische Ringer Navid Afkari ist in seiner Heimat hingerichtet worden. Bis zuletzt hatten Sportler weltweit mit Protesten versucht, die Vollstreckung des Todesurteils zu verhindern.

Der iranische Ringer Navid Afkari ist trotz einer internationalen Solidaritäts-Kampagne in seiner Heimat hingerichtet worden. Die Todesstrafe gegen den 27-jährigen sei am Samstag in einem Gefängnis in Schiras vollstreckt worden, sagte Staatsanwalt Kazem Mousavi dem staatlichen Fernsehen.

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Wie die Menschenrechtsorganisation Amnesty International berichtet, hatte Afkari seine Familie zuletzt am 6. September per Telefon kontaktiert. Der Sportler konnte ihnen mitteilen, dass er im Hochsicherheitsgefängnis Adelabad festgehalten werde, bevor das Gespräch plötzlich unterbrochen wurde. Seitdem fehlte von Afkari jegliches Lebenszeichen.

Afkari soll im Rahmen einer Demonstration 2018 in Schiras gegen die wirtschaftliche und politische Lage im Land einen Sicherheitsbeamten getötet und die Tat auch gestanden haben. Das Geständnis soll jedoch unter Folter erzwungen worden sein, erklärten Menschenrechtsorganisationen zuletzt. Afkari wurde zum Tode, dessen Brüder Vahid und Habib zu 54 bzw. 27 Jahren Gefängnis und je 74 Peitschenhieben verurteilt.

Solidarität und Kritik

Dies sorgte weltweit für Entrüstung, in der Kampagne „Rettet Navid Afkari“ wurde diese kanalisiert. Donald Trump forderte Iran in einem Tweet dazu auf, Afkari nicht hinzurichten. Auch in Deutschland kritisierten Politiker das Vorgehen der iranischen Regierung. Bärbel Kofler (SPD), Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, hatte über Twitter gefordert, die Hinrichtung auszusetzen. Auf der Internetseite des Auswärtigen Amts kritisierte die Politikerin die Menschenrechtslage in Iran: „Ich bin entsetzt über den Fall von Navid Afkari und seinen zwei Brüdern. Mal wieder sind drei junge Menschen in Iran zu drakonischen Strafen verurteilt worden, weil sie gegen die Regierung protestierten.“ Kai Gehring, Bundestagsabgeordneter der Grünen, kritisierte ebenfalls das „himmelschreiende Unrecht“ und appellierte an die Bundesregierung und die EU, Menschenrechtsverletzungen wie dieser in Iran entgegenzutreten.

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Unterstützung erhielt er auch aus dem deutschen Sport. So hatten Athleten Deutschland und der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) die iranische Justiz aufgefordert, die Hinrichtung auszusetzen. „Wir schließen uns den weltweiten Forderungen von Politik und Sport an“, sagte DOSB-Präsident Alfons Hörmann, der Angeklagte verdiene „einen fairen Prozess als eines der grundlegenden Menschenrechte“.

Athleten sollen nicht schweigen

Johannes Herber, Geschäftsführer von Athleten Deutschland, hatte „alle Athletinnen und Athleten“ dazu aufgerufen, „sich mit Navid Afkari zu solidarisieren: Wenn der friedliche Protest eines Athleten mit Folter und Hinrichtung erwidert wird, dürfen wir nicht schweigen.“

Maximilian Klein, bei Athleten Deutschland Beauftragter für die internationale Sportpolitik, appellierte zudem an das „IOC, die Sportverbände wie United World Wrestling (UWW) oder auch die FIFA sowie Sponsoren, ihren Einfluss zu nutzen, um Navid vor dem Tod zu bewahren“. Ein Land, das Menschenrechte derart mit Füßen trete, „kann nicht Teil der globalen Sportgemeinschaft sein, die sich der Wahrung der Menschenwürde verschreibt“.

Das Internationale Olympische Komitee bezeichnete die Hinrichtung des iranischen Ringers Navid Afkari als „sehr traurige Nachricht“. Das IOC sei „geschockt“, hieß es in einer Mitteilung am Samstag. IOC-Präsident Thomas Bach habe zuvor per Brief Gnadengesuche an die politische Führung Irans gerichtet, auch wenn er die Souveränität des Landes respektiere. Es sei „zutiefst verstörend“, dass alle Proteste von Sportlern und die Bemühungen internationaler Verbände nicht zum Ziel geführt hätten. „Unsere Gedanken sind bei Familie und Freunden von Navid Afkari“, hieß es.

Quelle: sid/dpa/adav.
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