<iframe title="GTM" src="https://www.googletagmanager.com/ns.html?id=GTM-WBPR4W&gtm_auth=3wMU78FaVR9TNKtaXLbV8Q&gtm_preview=env-23&gtm_cookies_win=x" height="0" width="0" style="display:none;visibility:hidden"></iframe>
Tischtennis-Legende Roßkopf

„Werder Bremen macht es bereits vor“

Von Jörg Daniels
 - 17:17
Tischtennis-Legende Jörg Roßkopf hofft für Hessen: „Es wäre sehr sinnvoll und extrem wichtig, im Rhein-Main-Gebiet wieder einen Bundesligaverein zu haben“

Die Fußball-Frauen des FFC Frankfurt fusionieren zur kommenden Saison mit Eintracht Frankfurt, um wieder zur nationalen Spitze aufzuschließen. Würden Sie sich auch ein Bundesliga-Tischtennisteam unter dem Namen Eintracht Frankfurt wünschen? Aktuell spielt die Eintracht in der Hessenliga.

Bevor die TG Hanau 2009 als Bezirksligaverein die Bundesliga-Lizenz vom TTV Gönnern übernommen hat, war das unser Ziel. Damals hatten wir mit der Eintracht gesprochen und ihr ein Konzept vorgestellt. Es wird immer das Ziel sein, dass Großvereine sich im Tischtennis-Spitzensport engagieren. Werder Bremen macht das bereits vor. Tischtennis, das man bis ins hohe Alter spielen kann, passt sehr gut zu Großvereinen. Es wäre sehr sinnvoll und extrem wichtig, im Rhein-Main-Gebiet wieder einen Bundesligaverein zu haben, um den jungen Spielern eine Perspektive bieten zu können. Timo Boll ist mit großer Unterstützung des TTV Gönnern in die Weltspitze gekommen. Die hiesige Region ist auch mit ihrer Wirtschaftskraft perfekt für einen Erstliga-Standort.

Nach dreijähriger Zugehörigkeit zur Bundesliga zog sich Hanau 2012 wieder aus der Bundesliga zurück. Seitdem gibt es im Rhein-Main-Gebiet kein Bundesliga-Tischtennis mehr. Der TTC OE Bad Homburg hat jedoch in der Zweiten Bundesliga sehr gute Aufstiegschancen.

Die Bad Homburger sind sehr professionell aufgestellt und arbeiten gut. Wieso sollen sie es nicht schaffen, in die Bundesliga zu gehen? Aber zwei Erstligavereine zu haben, die mit Frankfurt und Bad Homburg so dicht beieinander liegen würden, das wäre schwierig. Man müsste das Gespräch suchen.

Können Sie sich vorstellen, dass der heute 38 Jahre alte Timo Boll vor seinem Karriereende als aktives Zugpferd eines Bundesliga-Klubs noch einmal ins Rhein-Main-Gebiet zurückkehrt?

Das kann ich mir schwer vorstellen, weil Timo noch einen längeren Vertrag in Düsseldorf hat. Und ich hoffe, er spielt noch lange. Aber er kann dann ja in einer anderen Funktion nach Hessen zurückkommen. Das Gleiche gilt übrigens für mich. Wir sind beide sehr heimatverbunden und immer wieder froh, wenn wir hier etwas machen können. Wir haben genug Erfahrung und wissen, was passieren muss. Deshalb wäre es sinnvoll, mit uns über die jeweiligen Themen zu sprechen.

Würde Ihnen eine Funktion im Verein als Sportdirektor zusagen?

Mit meiner Funktion als Bundestrainer bin ich sehr glücklich. Aber ich kann mir natürlich auch vorstellen, täglich mit Spielern zu arbeiten. Ich bin für alle Sachen offen, wenn interessante und ambitionierte Projekte kommen. Und ich bin ja nicht ewig Bundestrainer. Der nationale Verband weiß, dass ich auf jeden Fall bis zu den Olympischen Spielen 2024 Bundestrainer sein werde.

Wie schätzen Sie die Chance ein, dass der Hessische Tischtennisverband (HTTV) wieder Weltklassespieler wie Boll, Patrick Franziska und Sie herausbringt?

Der HTTV war und ist wichtig für den Deutschen Tischtennis-Bund. Mit dem Olympiastützpunkt in Frankfurt, dem Internat und der Sportschule sind die Strukturen perfekt, um auch in Zukunft Talente herauszubringen. Timo Boll war das Megatalent. Aber Franziska und Roßkopf sind keine Talente gewesen. Beide sind vielmehr über hartes Training nach vorne gekommen. Die Philosophie der Hessen war immer eine sehr gute Grundausbildung mit der dazugehörigen Schlagtechnik. Timo Boll steht für eine perfekte Grundausbildung. Sein Schlag passt immer – egal, ob man ihn nachts um drei Uhr weckt oder ob er davor verletzt war. Die jungen Spieler von heute hingegen haben damit ein großes Problem. Deshalb sollte die Schlagtechnik immer mit in die Grundausbildung aufgenommen werden. Bei Trainertagungen mache ich immer darauf aufmerksam, wie wichtig das ist.

Ist beim HTTV ein neues, großes Talent erkennbar?

Es ist schwierig, im Alter von zehn, elf, zwölf Jahren Namen zu nennen. Das würde den Spielern auch nicht gerecht werden. Wichtig ist, dass sie sich in Ruhe entwickeln können. Erst mit 15 oder 16 Jahren und entsprechenden Erfolgen lässt sich über die mögliche Zukunft eines Spielers mehr sagen. Mit Tobias Beck hat der HTTV einen sehr guten Trainer, der großen Wert auf die Grundausbildung der Spieler legt. Der 14 Jahre alte Tayler Fox kommt aus der hessischen Schule und steht momentan im Oberligateam des TTC OE Bad Homburg. Ausgebildet wird er aber im deutschen Tischtennisinternat in Düsseldorf. Zurzeit ist Fox noch Schüler-Nationalspieler.

Nach 34 Jahren beim HTTV wechselte Helmut Hampl, der Boll zum Weltklassespieler formte, 2015 als Cheftrainer ans Deutsche Tischtennis-Zentrum in Düsseldorf? Hat sich der Weggang von Hampl negativ auf das Tischtennis in Hessen ausgewirkt?

Die Lücke wird immer sehr groß sein – egal, wo Helmut Hampl weggeht. Das wird genauso beim Deutschen Tischtennis-Bund sein, wenn er irgendwann mal demnächst aufhören wird. Nach der Grundphilosophie von Hampl, großen Wert auf die Ausbildung zu legen, sollten sich alle Trainer richten. Der HTTV zählt im nationalen Vergleich immer zu den Top Drei bis Fünf der Landesverbände. Da stehen die Hessen, und da gehören sie hin. Aber dass sie in der Vergangenheit so viele nationale und internationale Topspieler herausgebracht haben, das kommt eben nicht alle zehn Jahre vor. Vielleicht muss man sich auch mal mit weniger begnügen.

Hat der HTTV genug Trainer?

Vereine, Landesverbände, Nationalmannschaften: Im Vergleich zu den Asiaten haben wir überall zu wenig Trainer. Vor allem in der Talentsichtung hinken wir hinterher. Aber wir müssen mit dem haushalten, was da ist. Wir sind zufrieden, wie der Olympiastützpunkt in Frankfurt und der Landessportbund mit Tischtennis umgehen. Tischtennis ist eine der Topsportarten in Hessen.

Quelle: F.A.Z.
  Zur Startseite
Ähnliche ThemenTischtennisTimo BollSV Werder BremenHessenEintracht FrankfurtJörg RoßkopfBad HomburgDüsseldorf

Diese Webseite verwendet u.a. Cookies zur Analyse und Verbesserung der Webseite, zum Ausspielen personalisierter Anzeigen und zum Teilen von Artikeln in sozialen Netzwerken. Unter Datenschutz erhalten Sie weitere Informationen und Möglichkeiten, diese Cookies auszuschalten.