FAZ plus ArtikelFinale der Snooker-WM

Trump krönt sich zum „übermenschlichen“ König

Von Daniel Meuren
Aktualisiert am 07.05.2019
 - 08:36
Der neue König des Snooker: Die geschlagene Konkurrenz prophezeit eine jahrelange Dominanz von Judd Trump.zur Bildergalerie
Die Snooker-Welt staunt: Judd Trump gewinnt die Weltmeisterschaft in einer Art und Weise, die den Sport verändern könnte. Finalgegner John Higgins bleibt nur Bewunderung für eine ganz besondere Leistung.

Beim Snooker beschränkt sich die Etikette nicht auf Äußerlichkeiten. Anzughose, Hemd und Weste gehören zur Kleidungsvorschrift eines Sports, dem Werte heilig sind. Die besten Spieler der Welt lebten diese Werte nun am Schlusstag der Weltmeisterschaft im Snooker fast wie aus dem Lehrbuch vor und fanden im Finale tatsächlich noch die Zeit, für ihren Gentleman-Sport in Reinform zu werben.

Das Finale der Weltmeisterschaft war schon fast entschieden zugunsten des neuen Weltmeisters Judd Trump, als die besondere Noblesse dieses Sports ihren Ausdruck fand. John Higgins war auf dem Weg zu einem Maximum Break, zu 147 Punkten einer perfekten Aufnahme. Dafür muss ein Spieler zunächst mittels Queue und weißem Spielball alle 15 roten Kugeln im Wechsel mit der wertvollsten andersfarbigen, immer wieder auf den Tisch zurückgelegten schwarzen Kugel in einer der sechs Taschen am Rande des zwölf mal sechs Fuß (3,56 mal 1,78 Meter) großen Tisches versenken. Und anschließend sind auch noch die sechs farbigen Kugeln entsprechend der Wertigkeit von der zwei Punkte bescherenden gelben bis zur wertvollsten schwarzen zu lochen. Insgesamt sind also 36 perfekte Stöße in Serie nötig.

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Snooker-Weltverbandsboss Barry Hearn setzt für die Zukunft seines Sports weiter auf China als großen und wichtigen Markt. Die Team-WM, der sogenannte World Cup, wird für zehn weitere Jahre dort stattfinden, wie Hearn am Rande des WM-Endspiels in Sheffield mitteilte. In diesem Jahr findet der alle zwei Jahre angesetzte Wettbewerb in Wuxi (24. bis 30. Juni) statt. China steht inzwischen nicht mehr nur für sehr hohe TV- und Sponsorengelder, sondern stellt auch einige Weltklassespieler, darunter den ehemaligen Weltranglistenersten Ding Junhui. Den World Cup hat China zuletzt dreimal in Serie gewonnen, 2017 sogar im Finale gegen die sonst übermächtigen Engländer. (dpa)

Quelle: FAZ.NET
Daniel  Meuren - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Daniel Meuren
Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.
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