FAZ plus ArtikelPsychischer Druck im Turnverein

„Ich will nicht gemein zu mir sein“

Von Stefanie Sippel
09.03.2021
, 12:40
Beginnt ihren Tag am liebsten kopfüber: Anne Severin in ihrer Wohnung in Köln
Sie hat Angst vor dem Training, traut sich nicht mehr zu essen: Als Kind erlebt Anne Severin psychischen Druck im Turnverein. Heute fragt sie sich: Muss das sein? Ein Protokoll.

Wenn ich morgens aufwache, stelle ich mich meistens direkt in den Handstand. Es ist ein gutes Gefühl, den Tag kopfüber zu beginnen. Beim Turnen bringst du den Körper in Lagen, in denen er sonst nicht ist. In solchen Momenten ist alles etwas anders, ich verliere fast den Bezug zum Alltag. Mit sieben Jahren habe ich angefangen mit dem Sport.

Als Kind war die Turnhalle für mich ein Paradies. Wenn unsere Trainerin mal zu spät war, dann sind wir mit dem Trampolin in die Schnitzelgrube gesprungen. Oder wir haben uns auf die weichen Schaumstoffklötze gelegt, die wir für die Abgänge am Balken benutzt haben – und dort entspannt und gequatscht. Ich habe fünf Mal die Woche mehrere Stunden trainiert, manchmal vor der Schule oder zwischen den Schulstunden. Obwohl ich die Halle geliebt habe, hatte ich immer einen gehörigen Respekt.

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Zur Person Anne Severin

Anne Severin, 26, fing mit sieben Jahren an zu turnen. Ihr Verein war damals der TV Hoffnungsthal. Sie war Kaderathletin und trainierte in Bergisch Gladbach, am Stützpunkt des Rheinischen Turnerbundes. Mit zwölf Jahren hörte sie zwar mit dem Turnen auf, viel Sport macht sie aber bis heute. Sie klettert, surft oder fährt Ski. Severin studiert im Master Sport und Biologie auf Lehramt an der Deutschen Sporthochschule Köln und der Universität zu Köln.

Quelle: F.A.S.
Autorenporträt / Sippel, Stefanie
Stefanie Sippel
Sportredakteurin.
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