Nowitzkis Nachfolger Dončić

Die neue Galionsfigur der Dallas Mavericks

Von Jürgen Kalwa, New York
18.05.2022
, 21:00
Kennen und schätzen sich: Dirk Nowitzki mit Luka Dončić
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Luka Dončić hat das Zeug zum Weltstar. Er ist treffsicher, weiß seinen Körper zu beherrschen und provoziert kichernd seine Gegner. Im Halbfinale müssen ihn die Golden State Warriors lahmlegen. Einfach wird das nicht.
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Man hätte es ein paar Tage vorher kommen sehen können. Als die Dallas Mavericks im sechsten Match der Viertelfinalserie ihren Gegner deutlich auf Distanz hielten. Und als ihr bester Mann so wirkte, als ob er sich gerade mal warmwerfen würde.

Aber was Luka Dončić am vergangenen Sonntag auffuhr, verblüffte selbst ausgewiesene Kenner von Playoff-Basketball der Marke NBA. Da führte der Slowene die stärkste Mannschaft der regulären Saison in deren eigener Halle förmlich vor.

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Das Publikum staunt

Er traf die Phoenix Suns schon in der ersten Halbzeit buchstäblich mit 27 erzielten Punkten und reagierte auf so gut wie jeden gelungenen Korbwurf mit einem provokativen Kichern.

Ein Signal, das sowohl den Gegnern als dem staunenden Publikum demonstrierte, an was für einen Typen sie geraten waren – an einen 23-Jährigen mit dem Zeug zum Weltstar, der schon immer sehr viel besser war als seine Altersgenossen, aber erst in diesem Jahr den Schlüssel für den ganz großen Erfolg gefunden hat.

© Youtube

Die Phoenix Suns haben bislang noch keine vernünftige Erklärung für den 90:123-Kollaps gefunden, bei dem sie zwischenzeitlich sogar mit 46 Punkten in Rückstand geraten waren. Und Amerikas Sportkommentatoren fehlten hinterher ebenfalls die passenden Worte. Die meisten waren schlichtweg geschockt, weil sie den Mavericks einen derart selbstbewussten Auftritt nicht zugetraut hatten.

© Twitter

Und Dončić? Ihm, dem Ausnahme­talent, der mit jeder Körperdrehung und jedem Wurf sein ungewöhnliches Können demonstriert hatte, war die allgemeine Ratlosigkeit eher recht. „Ehrlich gesagt: Ich denke, das war verdient”, sagte er mit einem Grinsen im Gesicht und überließ es anderen, sich den Kopf zu zerbrechen.

Nowitzki: „Was habe ich euch gesagt?“

In seiner vierten und bislang besten NBA-Saison demonstriert Dončić, wie gut die Dallas Mavericks gewählt haben, als sie am Draft-Tag 2018 im Rahmen einer Tauschaktion mit den Atlanta Hawks den damals 19-Jährigen nach Texas holten.

Das Team war seit dem Titelgewinn 2011, dem Höhepunkt der langen Karriere von Dirk Nowitzki, nur noch Mittelmaß und suchte seitdem nach einer neuen Galionsfigur, um die Rückkehr in die Liga-Elite zu bewerkstelligen. Nowitzki war am Sonntag in Phoenix vor Ort und genoss den Moment. Er umarmte den Hochgelobten beseelt und sagte nur: „Was habe ich euch gesagt?“

Treffsicher: Luka Dončić
Treffsicher: Luka Dončić Bild: picture alliance / ASSOCIATED PRESS

Soviel die Mavericks in dieser Saison mit ihren Playoff-Erfolgen über die Utah Jazz und die Suns auch erreicht haben mögen: Wie gut die Mannschaft von Trainer Jason Kidd, einem der Nowitzki-Gefährten von 2011, wirklich ist, wird sich wohl erst in der nächsten Runde zeigen.

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Immerhin wird das Team vor der am Donnerstag (3.00 Uhr bei DAZN) beginnenden Halbfinalserie gegen die Golden State Warriors nicht länger als Außenseiter eingestuft. Die reguläre Saison hatten die beiden als Tabellennachbarn beendet (die Warriors auf Platz drei, die Mavericks auf vier) und von den insgesamt vier Begegnungen gegeneinander hatte Dallas drei gewonnen.

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Auf Wiggins kommt es an

Golden State dürfte allerdings in der Lage sein, Dončićs Aktionsradius einzuschränken. Dafür haben sie den Kanadier Andrew Wiggins, der seit Beginn seiner 2015 Profikarriere immer wieder mit überdurchschnittlichen Leistungen geglänzt hatte und 2022 zum ersten Mal eine Berufung ins All-Star-Team der Western Conference erhielt.

Andrew Wiggins (l.) soll die Kreise von Luka Dončić stören.
Andrew Wiggins (l.) soll die Kreise von Luka Dončić stören. Bild: USA TODAY Sports

Wiggins gab am Montag zu erkennen, wie schwer der Job ist. Der Slowene sei „schwer in Schach zu halten“. Ihn lahmzulegen sei die Aufgabe des gesamten Teams.

Auch die Mavericks zehren nicht nur von einem einzelnen Spieler. Zur beeindruckenden Punkteausbeute gegen die Suns trugen zum Beispiel die beiden Aufbauspieler Spencer Dinwiddie und Jalen Brunson bei.

Und im Laufe der Serie lieferte auch der Würzburger Maxi Kleber immer wieder wichtige Puzzlestücke zum Erfolg ab, sei es in der Defensive mit seinen Rebounds oder in der Offensive, in der er im Schnitt 9,9 Punkte beitrug. Die Mavericks-Anhänger feierten ihn denn auch als den heimlichen Helden des Sieges im dritten Spiel. Es war die Begegnung, die der Serie die entscheidende Wende gab.

Quelle: F.A.Z
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