FAZ plus ArtikelMissstände im Turnen

Es geht auch ohne Gewalt

Von Sandra Schmidt
15.12.2020
, 12:04
Die Erfolge der turnenden Mädchen fußen nicht selten auf menschenverachtendem Training.
Kontrolle, Erniedrigung, Bestrafung: Es sind weltweit beschriebene Methoden im Training der Kunstturnerinnen. Nur ein Kulturwandel kann helfen. Denn die Missstände sind viele und reichen tief, wie ein genauer Blick auf den Sport zeigt.
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Nun also doch: Auch deutsche Spitzenturnerinnen schildern jetzt, dass sie im Training erniedrigt und beschimpft worden seien, dass sie mit Schmerzen und Verletzungen weiter trainiert oder im schlimmsten Fall Medikamente auch direkt aus Händen der Trainerin erhalten hätten. Darunter die Balkenweltmeisterin 2017, Pauline Schäfer.

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Die beschuldigte Trainerin Gabriele Frehse weist die im „Spiegel“ erhobenen Vorwürfe zurück und wird von ihrer zweiten Topathletin, der Bronzemedaillengewinnerin der Olympischen Spiele in Rio 2016, Sophie Scheder, verteidigt. Der Deutsche Turner-Bund (DTB) reagiert mit einer Pressemitteilung, in der es heißt, man nehme die erhobenen Vorwürfe „äußerst ernst“ und werde sie „unverzüglich unabhängig aufklären lassen“. Der Olympiastützpunkt Sachsen, Arbeitgeber Frehses, hat sie freigestellt. Mittlerweile sind auch ehemalige Turnerinnen aus anderen Stützpunkten, so Naomi und Ruby van Dijk, Stefanie Hamann und Désirée Baumert, mit eigenen Schilderungen an die Öffentlichkeit gegangen.

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