Kanadisches NHL-Duell

Spektakel, Scharmützel und 15 Tore beim „Battle of Alberta“

Von Bernd Schwickerath
19.05.2022
, 22:15
Connor McDavid (l.) von den Oilers und Erik Gudbranson von den Flames geraten aneinander.
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Die Calgary Flames und die Edmonton Oilers begeistern bei ihrem ersten Play-off-Duell seit mehr als dreißig Jahren. Im „Battle of Alberta“ mischt ein Deutscher kräftig mit.
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31 Jahre lang mussten die Eishockeyfans auf das „Battle of Alberta“ warten. Zwar treffen sich die Calgary Flames und die Edmonton Oilers jede Saison diverse Male in der Hauptrunde der nordamerikanischen Profiliga NHL, aber in den Play-offs hatte es das Duell um die kanadische Provinz zuletzt 1991 gegeben. Doch wer am Mittwochabend (Ortszeit) das erste der maximal sieben Viertelfinalspiele zwischen den alten Rivalen sah, der wurde für das lange Warten entschädigt. Da boten Flames und Oilers ein Spektakel, wie man es selbst in der NHL nur selten sieht.

Keine Minute war gespielt, da stand es 2:0, im zweiten Drittel führte Calgary 5:1 und 6:2, was die Eishockeyprofis aus Edmonton um den deutschen Superstar Leon Draisaitl allerdings weniger störte. Nun drehten sie mächtig auf und glichen im Schlussabschnitt auf 6:6 aus – um am Ende dennoch zu verlieren. 9:6 gewann Calgary letztlich.

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15 Tore, 76 Torschüsse, diverse Scharmützel unter den Spielern, eine fast bebende Halle – das war eine würdige Neuauflage einer der heftigsten Rivalitäten der NHL. Ihren Höhepunkt erlebte die in den Achtziger- und frühen Neunzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts, als beide Teams zu den Besten der Liga zählten.

© Youtube

Zwischen 1984 und 1990 ging der Stanley Cup in sechs der sieben Jahre nach Alberta, meist gewannen ihn die Oilers mit dem Wunderteam um Wayne Gretzky. Zu jener Zeit trafen Edmonton und Calgary immer wieder aufeinander, und es waren in der Tat Schlachten mit harten Checks, brutalen Fouls und fliegenden Fäusten. Blut auf Trikots und Eis gehörte zum Standard.

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Ganz aufgehört hat das nie, bei einem Spiel vor knapp zwei Jahren schlugen selbst die Torhüter beider Teams aufeinander ein. Und natürlich rumpelte es auch am Mittwoch wieder. Dank Flames-Stürmer Milan Lucic, der vorher in Edmonton gespielt hatte.

Typen wie Lucic, die mit den Fäusten mehr können als mit dem Puck, sind allerdings selten geworden in der NHL. Auch in Alberta. Dort gibt es entweder Leute wie Calgarys Matthew Tkachuk, der beides kann und am Mittwoch einen Hattrick erzielte, oder es regieren gleich Feingeister: Johnny Gaudreau bei den Flames, Draisaitl und Connor McDavid bei den Oilers.

McDavid hatte schon in der ersten Play-off-Runde gegen Los Angeles 14 Scorerpunkte in sieben Spielen gesammelt. Am Mittwoch machte er so weiter, schoss ein Tor selbst, bereitete drei vor. Ähnlich stark war Draisaitl mit einem Tor und zwei Vorlagen. Was umso bemerkenswerter ist, da er sich mit einem verletzten Knöchel herumplagt. Ob es da langfristig sinnvoll ist, trotzdem zu spielen? Die Frage stellt sich anscheinend nicht. Nicht, wenn erstmals seit 31 Jahren das „Battle of Alberta“ ansteht.

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Quelle: F.A.Z.
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