Paralympics

Goldträume von Basketballerinnen und Tischtennis-Duo geplatzt

02.09.2021
, 13:56
Mussten sich gegenseitig trösten: Die deutschen Rollstuhl-Basketballerinnen nach ihrem Aus bei den Paralympics.
Die deutschen Rohlstuhl-Basketballerinnen haben das Finale bei den Paralympics verpasst. Auch für ein Tischtennis-Duo platzte der Traum von Gold. Zu einem besonderen Moment kam es im Leichtathletik-Stadion.
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Die deutschen Rollstuhl-Basketballerinnen haben das Gold-Finale bei den Paralympics verpasst. Im Halbfinale verlor der Zweite von Rio de Janeiro 2016 am Donnerstag in Tokio gegen den Welt- und Europameister Niederlande 42:52 und steht erstmals seit 2004 nicht im Paralympics-Endspiel. „Das tut weh. Diese Niederlage ist sehr bitter“, sagte Bundestrainer Dennis Nohl. Am Samstag geht es dann um Bronze gegen den Verlierer der Partie USA gegen China.

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Lange war die Begegnung ausgeglichen. Beide Defensivreihen hatte das Match größtenteils im Griff. Im vierten Viertel waren die Niederländerinnen dagegen effizienter. Zudem bekam die Mannschaft von Coach Nohl die überragende Spielerin Mariska Beijer nie in den Griff. Mit 30 Punkten war die Niederländerin mit Abstand beste Werferin und hatte großen Anteil am Sieg. „Die Niederlande ist die beste Mannschaft der Welt, aber es war heute nicht so klar“, betonte Nohl.

Für Deutschland waren einmal mehr Katharina Lang (18 Punkte) und Fahnenträgerin Mareike Miller (14) die treffsichersten. Die Männer waren am Mittwoch im Viertelfinale wie 2016 an Spanien gescheitert.

Achterbahnfahrt für Tischtennis-Duo

Das Tischtennis-Duo Thomas Brüchle (45) und Thomas Schmidberger (29) hat im Team-Wettbewerb bei den Paralympics in Tokio die Goldmedaille denkbar knapp verpasst. Die topgesetzten Deutschen verloren in der Startklasse drei im Finale nach einer emotionalen Achterbahnfahrt 1:2 gegen China und holten wie schon in London und Rio Silber hinter dem Dauerrivalen.

Dennoch beendet das deutsche Tischtennis-Team die Spiele mit einem ordentlichen Ergebnis. Valentin Baus holte Gold im Einzel, dazu steuerte Schmidberger auch im Einzel eine Silbermedaille bei. Bronze holten Stephanie Grebe sowie das Duo Björn Schnake und Thomas Rau. Für den Deutschen Behindertensportverband (DBS) war die Medaille im Teamwettbewerb die insgesamt 34. in Japan.

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Im Endspiel brachte ein dramatisches Doppel Deutschland in Führung. Nach 2:0-Satzführung konnte China zwar wieder ausgleichen, doch Brüchle/Schmidberger hatten im fünften Durchgang die besseren Nerven. Im ersten Einzel hatte Brüchle beim 1:3 gegen Einzel-Champion Feng Panfeng keine Chance. Im Entscheidungsspiel brach Schmidberger gegen Zhai Xiang nach 2:0-Satzführung ein.

Dieser Moment bewegt bei den Paralympics alle

Nach dem 200-Meter-Vorlauf in Tokio ging Begleitläufer Manuel Vaz de Veiga auf die Knie und hielt auf der Laufbahn des Olympiastadions um die Hand der sehbehinderten Sprinterin Keula Pereira Semedo an. Als Vierte und damit Letzte ihres Vorlaufs hatte das Duo aus Kap Verde die Qualifikation für das Finale verpasst. Doch das war in diesem Moment egal. Pereira Semedo sagte gerührt Ja. „Treffender könnte das Motto „United by Emotion“ kaum sein“, schrieb das Internationale Paralympische Komitee (IPC). „Wir sind seit elf Jahren zusammen. Also dachte ich, es sei an der Zeit“, sagte Vaz de Veiga (30): „Und ich hielt das Stadion für den besten Ort. Es ist ihr zweites Zuhause.“

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Semedo überlegt nun sogar, ihr geplantes Karriereende zu verschieben. „Es waren meine ersten Paralympics. Und angesichts meines Alters und meiner Geschwindigkeit habe ich eigentlich darüber nachgedacht aufzuhören. Aber jetzt habe ich eine zusätzliche Motivation weiterzumachen. Immer mit ihm an meiner Seite.“

Quelle: dpa/sid
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