Tod von Radprofi Lambrecht

„Es tut mir so leid, mir fehlen die Worte“

Aktualisiert am 06.08.2019
 - 12:57
Trauer im Radsport: Ein Fahrer vom Team Novo Nordisk reagiert nach der dritten Etappe auf den Tod von Bjorg Lambrecht.
Plötzlich ist nichts mehr wie vorher: Der Tod des aufstrebenden Talents Bjorg Lambrecht bei der Polen-Rundfahrt erschüttert die Radsport-Welt. Trauer und Bestürzung nach dem tragischen Unfall sind groß.

Als sich am Dienstagmittag der „Kondolenzzug“ mit 149 Radprofis auf die vierte Etappe der Polen-Rundfahrt machte, fuhren Trauer und Bestürzung mit. Der Tod des erst 22 Jahre alten belgischen Talents Bjorg Lambrecht hat die Radsportwelt erschüttert, an Normalität war am Tag nach der Tragödie nicht zu denken. Seit der schrecklichen Nachricht waren über die sozialen Medien endlos viele Beileidsbekundungen verbreitet worden.

„Ich war am Boden zerstört, als ich die tragischen Nachrichten gehört habe, und möchte der Familie und den Freunden von Bjorg Lambrecht und allen bei Lotto-Soudal mein tief empfundenes Mitgefühl aussprechen“, sagte der deutsche Sprinter Pascal Ackermann nach seinem Tagessieg auf dem dritten Teilstück. Freuen konnte er sich über seinen Erfolg aber nicht: „Das Ergebnis spielt keine Rolle.“

Auch am Dienstag ging es nicht um den Tagessieg und das Klassement. Die Etappe wurde „aus Respekt gegenüber Bjorg“, so die Organisatoren, neutralisiert und von 173 auf 133,7 Kilometer verkürzt. Das Ergebnis sollte auch nicht in die Gesamtwertung einfließen. Geplante Aktionen entlang der Strecke wurden abgesagt.

Auf Kilometer 48 hatte sich der tragische Unfall ereignet. Laut Organisatoren war Lambrecht auf regennassem Belag von der Straße abgekommen. Wie das Onlineportal Onet schrieb, prallte der Belgier gegen eine Betonkonstruktion. Lambrecht wurde zunächst noch auf der Straße liegend reanimiert, ehe er im Krankenhaus in der polnischen Stadt Rybnik seinen Verletzungen erlag.

Unfassbar war Lambrechts Tod auch für dessen Teamkollegen und Landsmann Enzo Wouters. „So schnell ändert sich das Leben. Heute morgen noch zusammen gefrühstückt, sechs Stunden später.... Ruhe in Frieden, Bjorg“, schrieb Wouters auf Twitter gemeinsam mit einem Bild vom gemeinsamen Frühstück.

Infolge der Witterungsbedingungen war es zu mehreren Stürzen auf der Etappe gekommen. Nasse Straßen machten vor allem das Fahren in Kurven zu einer gefährlichen Angelegenheit. Lambrechts Unfall sei aber auf einer „geraden und breiten Straße“ und nicht auf einer „Hochgeschwindigkeits-Abfahrt“ geschehen, sagte Rennleiter Czeslaw Lang und beschrieb: „Er zögerte einen Moment, er verließ den Asphalt und die Tragödie ereignete sich.“

Lambrechts belgischer Rennstall schrieb bei Twitter von der „größtmöglichen Tragödie für Bjorgs Familie, Freunde und Teamkollegen“. Auch weitere deutsche Radsportler äußerten sich bestürzt über Lambrechts Tod. „Es tut mir so leid. Mein Beileid an Bjorgs Familie, Freunde und Teamkollegen. Mir fehlen die Worte. Ruhe in Frieden“, schrieb Sprinter Marcel Kittel auf Twitter. Der Rostocker Andre Greipel teilte mit: „Ich kann nicht glauben, wie tragisch unser Sport sein kann. Meine Gedanken sind bei Bjorgs Familie.“

Lambrecht hatte in seiner jungen Karriere bereits einige Erfolge vorzuweisen. Beim diesjährigen Tour-Härtetest Criterium du Dauphine in Frankreich hatte er die Wertung des besten Jungprofis gewonnen, bei der U-23-WM im Vorjahr belegte er im Straßenrennen den zweiten Rang. Lambrecht startete erst in seinem zweiten Jahr auf der World Tour.

Quelle: sid
  Zur Startseite
Verlagsangebot
Verlagsangebot