Kandidatenturnier in Madrid

Schach der Kanne!

Von Stefan Löffler
22.06.2022
, 21:45
Das blaue Logo
Video
Ist das ein Versuch des „Sportswashing“? Ein dänischer Großmeister schaut genau hin und entfacht einen Streit um das Logo auf der Thermoskanne des Russen Jan Nepomnjaschtschi.
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Ist der blaue Fleck auf Jan Nepomnjaschtschis Thermoskanne nicht das Logo von Nornickel, einer russischen Bergbaugesellschaft, die von Putin-Freund Wladimir Potanin kontrolliert wird? Auf einem während der zweiten Runde des WM-Kandidatenturniers in Madrid aufgenommenen Foto, ganz ähnlich dem, das in der Ausgabe der F.A.Z. vom 20. Juni abgedruckt war, entdeckte Peter Heine Nielsen das Logo. „Das zeigt deutlich, dass russische Oligarchen immer noch Schach auf der internationalen Bühne sponsern und Schach für das ,Sportswashing‘ ihres Images einsetzen“, tweetete der dänische Großmeister.

© Twitter

Nielsen ist der lautstärkste Kritiker des Weltschachbunds FIDE. Zusammen mit dem Ukrainer Andryj Baryschpolez will er bei der Wahl am 7. August die Führung um den russischen Politiker Arkadi Dworkowitsch ablösen. Dessen loyalster Mann im FIDE-Management heißt Emil Sutovsky, ein israelischer Großmeister, der bis 2018 den Verband der Profispieler ACP geführt hatte. Sutovsky teilte Nielsen umgehend mit, dass das Logo sofort entfernt worden sei. Doch während der vierten Runde war die Thermoskanne wieder zu sehen. Auf Nepomnjaschtschis Anzug prangte das Logo ebenfalls.

© Twitter

Im vergangenen Jahr hatte auch die FIDE einen Sponsorvertrag mit Nornickel geschlossen. Nach Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine sagte sich der Weltverband davon los. Das kremlnahe Unternehmen unterstützt auch Nepomnjaschtschi. Am Mittwoch teilte ein FIDE-Sprecher der F.A.Z. mit, dass Nornickel beim Kandidatenturnier nicht mehr gezeigt werden darf. Nepomnjaschtschi sei informiert.

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In Madrid tritt er unter der Flagge der FIDE an und liegt mit drei Punkten aus vier Runden in Führung. Bei der Eröffnungsfeier standen nicht die Spieler im Mittelpunkt, sondern Präsident Dworkowitsch. Der ist nach Delhi weitergereist, wo er anlässlich eines Fackellaufs für die in fünf Wochen beginnende Schacholympiade den indischen Premier Narendra Modi traf. Im Weltschach bleiben die Russen in der ersten Reihe.

Quelle: F.A.Z.
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