FAZ plus ArtikelSo trainieren Top-Triathleten

Sport aus der Zukunft

Von Michael Eder
Aktualisiert am 02.04.2020
 - 11:19
Rennen gegen Millionen Gegner in allen Teilen der Welt: Zwift macht es möglich.zur Bildergalerie
Die virtuellen Wettkämpfe von Zwift boomen bei Triathleten und Radsportlern. Schon jetzt ist die Plattform interessant für Spitzenathleten und Sponsoren – und bald auch für Olympia?

Es ist nicht lange her, kaum ein paar Wochen, da galt Lionel Sanders als ziemlich durchgeknallt. Der kanadische Weltklasse-Triathlet trainierte am liebsten zu Hause. Radfahren auf der Rolle, Laufen auf dem Band, Schwimmen in einer Gegenstromanlage im Keller. Acht Stunden an manchen Tagen. Verrückt. Heute beneiden ihn die Ironman-Kollegen. Sie alle, Outdoorfreaks durch die Bank, sitzen nun zu Hause, dürfen ihr Haus, ihre Wohnung nur noch für das Nötigste verlassen, nicht mehr zum stundenlangen Sporttreiben an der frischen Luft jedenfalls. Früher waren sie freilaufende Athleten, jetzt sind sie Tiger im Käfig. Die meisten haben eine Rolle zu Hause, manche ein Laufband, aber kaum einer hat eine professionelle Gegenstromanlage, die schnell mal 50.000 Dollar kostet. Lionel Sanders ist dieser schweren Tage so ziemlich der Einzige, der noch alle drei Disziplinen trainieren kann. Er ist ganz vorn. Verrückt.

Was tun jetzt in Zeiten der Quarantäne, der sozialen Isolation? Bei den Radsportlern und Triathleten heißt das Zauberwort Zwift, eine Trainings- und Wettkampfplattform, die schon vor dem sportlichen Lockdown durch Corona einen steilen Aufschwung genommen hatte. Der Radprofi Geraint Thomas, Sieger der Tour de France 2018, fährt Zwift, auch Jan Frodeno, der dreifache Ironman auf Hawaii. Und nun, da nichts mehr geht auf den Straßen, Wegen, in den Stadien, auf den Bahnen, ist das Indoor-Radeln zu einer Alternative geworden, die Hunderttausende anlockt. Freizeitfahrer, Amateure, aber auch Hunderte von Profis, kaum einer, der sich nicht zu den Zwiftern zählt.

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Quelle: F.A.S.
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