Zum Tod von Jean-Paul Belmondo

Ein altes Raubein boxte sich ins Licht

EIN KOMMENTAR Von Anno Hecker
11.09.2021
, 12:40
Er boxte sich durch: Jean-Paul Belmondo
Auch die Sportwelt verneigt sich vor dem Schauspieler, der sein eigener Stuntman war und mit Mut und Körperbeherrschung glänzte. Jean-Paul Belmondo boxte sich durch.

Ach, wie schade. Jetzt ist es vorbei. Nie wieder werden wir Jean-Paul Belmondo live sehen auf einer seiner Bühnen. An seine Leistung als Schauspieler muss an dieser Stelle nicht erinnert werden. Das können die Cineasten viel besser. Warum aber noch ein winziger Nachruf?

Weil er ein Sportfreak war. Das sah man auf den ersten Blick in dieses wunderbar zerknautschte Gesicht. Die Nase platt gedrückt von einem Treffer. Belmondo behauptete zeitlebens, es habe ihm an Talent gefehlt für eine Box-Karriere. Vielleicht. Aber gekämpft hat er. Als Fußball-Torwart und auf dem Rugbyfeld, das alte Raubein.

Es steht nirgendwo geschrieben, aber eine Art Sportprofi war er schon. Kaum ein Stunt in seinen Actionfilmen, in denen er sich nicht selbst spielte. Dazu gehört nicht nur Mut, sondern vor allem eine grandiose Körperbeherrschung. Sonst wäre Belmondo kaum 88 Jahre alt geworden.

Nun haben sich auch Größen des Sports verneigt. Sie wissen, welche in der Jugend entwickelte, gemeinsame Eigenschaft Belmondo groß machte, nachdem ihm ein angesehener Schauspieler geraten hatte, diesem Beruf lieber fern zu bleiben: Er boxte sich durch.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Hecker, Anno
Anno Hecker
Verantwortlicher Redakteur für Sport.
  Zur Startseite
Verlagsangebot
Verlagsangebot