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Sprinterin Lisa Mayer

Die Entdeckung der Schnelligkeit

Von Achim Dreis
Aktualisiert am 23.09.2016
 - 11:00
Lisa Mayer: „Natürlich will ich die schnellste Frau Deutschlands sein“zur Bildergalerie
Sie ist eine der schnellsten Frauen Deutschlands und legt auch im Studium ein enormes Tempo vor. Sprinterin Lisa Mayer im Gespräch über ihren Spaß an der Doppelbelastung.

Mit gerade mal zwanzig Jahren hatte sich Sprinterin Lisa Mayer von der LG Langgöns schon für die Olympischen Spiele in Rio qualifiziert. Trotzdem trieb sie auch erfolgreich ihr Germanistik- und Geographie-Studium in Frankfurt voran. Am Donnerstag wurde sie nun von der Deutschen Sporthilfe zur „Sport-Stipendiatin des Jahres 2016“ gekürt. Die sprintende Studentin im Gespräch über Lust und Last der Doppelbelastung und den Vorteil der Schnelligkeit.

Was ist für Sie wichtiger: eine der schnellsten Frauen in Deutschland zu sein oder eine der schlausten?

Ich glaube die Mischung aus beidem macht es. Mir geht es nicht drum, die schlauste überhaupt zu sein. Ich will einfach nur ein zweites Standbein neben der Leichtathletik haben. Denn von der Leichtathletik kann man nicht leben. Ich will davon auch gar nicht leben. Ich will nach meiner sportlichen Karriere noch eine sinnvolle Beschäftigung haben, die mir Spaß macht. Deswegen ist mir mein Studium auch ganz wichtig, dass ich mir damit meinen späteren Wunschjob verwirklichen kann. Und natürlich will ich die schnellste Frau Deutschlands sein. Das ist schon mein Anspruch. Sonst würde ich nicht so hart und so viel dafür trainieren. Und so viel auf mich nehmen mit dieser Doppelbelastung.

Leichtathletin
Lisa Mayer ist Sport-Stipendiatin 2016
© Deutsche Sporthilfe, Deutsche Sporthilfe

Hadern Sie manchmal mit dieser Doppelbelastung oder haben Sie immer das große Ziel vor Augen und wissen deshalb genau, was Sie machen?

Man weiß, wofür man beides macht. Man weiß, dass man das harte Training für die wunderschönen Wettkampfmomente macht und die interessanten Leute, die man kennen lernt, und die tollen Länder, die man dadurch bereisen kann. Und man weiß, dass man sich durch das Studium quält, weil man irgendwann seinen Abschluss in der Tasche hat und sich damit bewerben kann und seinem Traumjob ein bisschen näher kommt. Eine Qual ist das nicht. Man weiß, wofür man es macht.

Sie sind noch sehr jung, aber schon sehr weit im Studium, haben schnell studiert. Sind Sie ein Tempomensch im ganzen Leben? Ist für Sie Schnelligkeit ein wertvolles Gut an sich?

Sprinterin eben! Nach dem Abitur habe ich lange überlegt: „Fängst du direkt an mit dem Studium, oder nimmst du dir noch mal ein Jahr Zeit für was auch immer?“ Aber ich habe mir dann gesagt: „Ich möchte das Studium so schnell wie möglich durchziehen, damit ich direkt was habe.“ Und nach dem Bachelor kann ich dann immer noch sagen: „Ich nehme mir jetzt zwei Jahre nur für den Sport, wenn es super gut läuft, und mach dann immer noch meinen Master.“ Aber dass ich direkt mit 21, 22 Jahren was vorzuweisen habe, das war mir damals ganz wichtig.

Und beneiden Sie nicht manchmal die Studenten, die sich Zeit lassen, die dem klassischen Studentenleben frönen können? Oder denken Sie, die verschwenden Ihre Zeit?

Beneiden tue ich die auf keinen Fall. Klar ist es bei mir manchmal stressig und ich fluche über meinen Alltag, wenn ich schon wieder von Termin zu Termin hetzen muss. Aber die ganzen Erlebnisse drumherum, die mir der Sport gibt, entschädigen das Ganze fünffach. Ganz klar.

Wenn man Sie bei den Olympischen Spielen in Rio beobachtet hat, dann ist einem der Spaß aufgefallen, den Sie ausstrahlten. Sie haben offenbar alles mit Begeisterung erlebt und genossen und auch noch gute Resultate erzielt.

Ja, in Rio hatten wir unglaublich viel Spaß zusammen. Wir deutschen Sprinterinnen sind noch so jung und wir hatten eigentlich keinen Druck in Rio. Wir konnten das alles miterleben. Es ist ja nicht selbstverständlich, als zwanzig Jahre alte Sprinterin im Olympischen Halbfinale zu stehen und mit der Staffel Vierter zu werden (Tatjana Pinto, 24, Gina Lückenkemper, 19, und Rebekka Haase, 23, gehören noch zur Staffel). Deswegen hatten wir keinen wirklichen Druck. Klar, die Leute erwarten immer irgendwas, aber man selbst hat sich gesagt: „Du bist so jung, was du jetzt alleine erreicht hast, dass du hier bist, das doch schon Wahnsinn“.

Stellen Sie auch manchmal in Frage, was Sie machen, haben Sie auch manchmal dunkle Momente?

Also dieses Jahr hatte ich wirklich ganz, ganz wenig dunkle Momente. Ich war früher schon mal öfter verletzt, da stellt man sich natürlich die Frage: „Tue ich mir den Sport an oder gehe ich doch ganz aufs Studium? Weil du bist ja eh nur verletzt.“ Aber das war in den vergangenen eins, zwei Jahre nicht das Thema, weil ich da ganz viele helle Momente hatte.

Und was hat Langgöns, was Frankfurt nicht hat?

Ja Langgöns, das ist einfach meine Heimat. Da komme ich her und da bin ich groß geworden. Dieser Verein und mein Trainer haben mich groß gemacht, zu den Olympischen Spielen gebracht. Ich weiß nicht, ob ich es woanders geschafft hätte.

Quelle: FAZ.NET
Autorenporträt / Dreis, Achim
Achim Dreis
Sportredakteur.
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